10.09.2018 - 11:32 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Streifzüge durch Vergangenheit

Circa 200 Interessierte begeben sich am Sonntagnachmittag in Speinshart in die Vergangenheit. Und doch fasziniert sie die große Gegenwart. Ob alte Klostermauern oder historische Gebäudlichkeiten: In Speinshart atmen die Steine Leben.

Auf großes Interesse stoßen beim „Denkmaltag“ Informationen der Klostergemeinschaft über die geschichtliche Entwicklung des Klosters, die Raumausstattung der Klosterkirche und über das Zukunftsprojekt der Internationalen Begegnungsstätte.
von Robert DotzauerProfil

Die positive Wahrnehmung der Denkmalpflege ist beachtlich. Beim offiziellen Tag des offenen Denkmals am Sonntag überfluteten Hunderte von Kulturbegeisterten Klosterkirche, Klosteranlage, Wieskapelle und das künftige Haus der Dorfkultur, um ungeahnte Einblicke in die Einzigartigkeit früherer Baukultur zu nehmen. Während in der Klosterkirche Frater Korbinian König eine stattliche Besucherzahl über die Geschichte der Prämonstratenser, des Klosters, der Kirche und der Internationalen Begegnungsstätte informierte, führte Bürgermeister Albert Nickl durch den Rohbau des Hauses der Dorfkultur.

Dem Jahresmotto „Entdecken, was uns verbindet“ folgend nahm das Führungspersonal ausdrücklich Bezug auf das Kulturerbejahr im Allgemeinen und auf die Anstrengungen der Klostergemeinschaft, der Kommune und des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters. Frater Korbinian setzte die Geschichte der Prämonstratenser in Speinshart beginnend mit der Klostergründung bis hin zur aufwendigen Sanierung der Klosteranlage in jüngster Zeit in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen.

Äußerst interessant waren für das Publikum auch die Ausführungen über die Klosterblüte in der Barockzeit unter Abt Dominikus I. von Lieblein mit damals 28 Chorherren, der schmerzhafte Niedergang zur Säkularisation im Jahr 1803 und die Wiederbesiedlung ab dem Jahr 1921. Es folgte eine Schilderung der Klosteraufgaben und des Klosterlebens. Mit Blick auf das Raumprogramm der Klosterkirche verwies der Chorherr auf die Mittelpunktfunktion des heiligen Norbert und der Gottesmutter. Offen standen den Besuchern auch Teile der Klosteranlage. Geöffnet waren zum Beispiel die Konventgänge, der Innenhof und der Info-Point.

Im Haus der Dorfkultur verwies Bürgermeister Albert Nickl auf das erklärte Ziel der Gemeinde, künftig die Wieskapelle und das Haus der Dorfkultur mit einem gemeinsamen Nutzungskonzept zu betreiben. Der ehemalige Kirchenraum der Kapelle habe sich in den vergangenen Jahren zum begehrten Trauungsraum entwickelt, verriet der Bürgermeister. Interessante Informationen gab es zum kommenden Raum- und Funktionsprogramm. Nickl erläuterte zudem die historische Prägung des Gebäudes mit seinem außergewöhnlichen Torbogen und bei einer Innenbesichtigung die besonderen Reize des zweigeschossigen Baues mit Tonnengewölben als besondere Attraktionen. In der Wieskapelle konnten die Besucher die Fragmente des Kapellenraumes mit barocker Ausmalung betrachten. Der Bürgermeister kündigte an, die Wieskapelle in das Eigentum der Gemeinde zu überführen. Das Denkmal gehört seit den 1970er Jahren dem Landkreis.

Auf die Frage von Besuchern über die Hintergründe der Bezeichnung „Wieskapelle“ verwies Nickl auf Zusammenhänge mit der weltberühmten Wieskirche bei Steingaden im bayerischen „Pfaffenwinkel“. Für beide Gotteshäuser stamme die Barock-Architektur von Baumeister Dominikus Zimmermann. Ein prächtiger Spätsommertag lud ferner dazu ein, bei einem Rundgang den prächtigen Klosterhof, ein Baudenkmal von europäischem Rang, kennenzulernen und bei einer gemütlichen Kaffeestunde im oder vor dem Klostergasthof zu entspannen.

Das künftige Haus der Dorfkultur ist im Zusammenhang mit der Wieskapelle zu sehen. Bürgermeister Albert Nickl führt durch die mitten in der Restaurierungs-Phase befindlichen Räumlichkeiten.
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