19.11.2019 - 13:55 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Temposünder im Gemeindebereich Speinshart ausbremsen

Wir wollen kein Geld verdienen, sagt Bürgermeister Albert Nickl und meint damit die Verwarnungs- und Bußgelder für Verkehrssünder. Die erste Quartalsbilanz bestätigt diese Aussage. Die Geschwindigkeitskontrollen sind ein Draufzahlgeschäft.

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten für den Fahrbahnteiler auf der Staatsstraße in Höhe des FC-Sportheimes in Tremmersdorf hoffen die Kommunalpolitiker auch auf ein angepasstes Verhalten der Verkehrsteilnehmer.
von Robert DotzauerProfil

Seit Juli 2019 gibt es im Gemeindebereich Radarmessungen. Die Gemeinde hat sie dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz übertragen. Gespannt warteten die Gemeinderäte seit Wochen auf die ersten Zahlen von insgesamt sechs Messungen, die nun Überraschendes aussagen: Schon die einleitende Feststellung des Bürgermeisters („Nur ein geringer Teil der Verkehrsteilnehmer fährt zu schnell“) wies schon auf das überwiegend vorschriftsmäßige Verkehrsverhalten hin.

Im Zeitraum vom 8. Juli bis 30. September ermittelten die Kontrolleure in den Orten Tremmersdorf, Speinshart, Münchsreuth und Höfen beidseitig 62 verwarnungs- und bußgeldpflichtige Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen 6 und 40 Kilometer pro Stunde. Im Wesentlichen waren es Tempoüberschreitungen von 6 bis10 Kilometer pro Stunde (35 Temposünder) und von 11 bis 15 Kilometer pro Stunde (11). Beim schnellsten Raser waren es 40 Kilometer pro Stunde. Bei 2118 gemessenen Fahrzeugen ermittelte der Zweckverband eine Gesamtquote verfolgbarer Fälle von 3,28 Prozent. Ein verhältnismäßig niedriger Wert, wie der Sitzungsleiter betonte. Einen deutlich höheren Wert stellten die Verkehrsüberwacher in der Kirchenthumbacher Straße und in der Hauptstraße in Tremmersdorf fest. Wegen der Baustellen in Tremmersdorf seien die Messungen allerdings teilweise noch nicht repräsentativ, gab der Bürgermeister zu.

Die Aussage des Gemeindechefs, kein Geld an den Kontrollen zu verdienen, wurde bei einem Kostenvergleich deutlich. Den Einnahmen für Verwarnungsgelder in Höhe von 925 Euro und von Bußgeldern in Höhe von 440 Euro stehen Messungskosten in Höhe von 2284 Euro gegenüber. Ein Minus von 919 Euro.

Info:

Splittkasten und Werbetafeln erwünscht

Im Anfragen-Teil der Sitzung empfahl Holger Götz für den Winter das Aufstellen eines Splittkastens in Dobertshof. Josef Rupprecht forderte den Grundschulbesuch des Nachwuchses aus der Ortschaft Zettlitz in der Grundschule am Rauhen Kulm. Er wünschte sich eine Gleichbehandlung mit den Kita-Kindern. Derzeit gebe es allerdings kein Zettlitzer Grundschulkind, das in Eschenbach in die Schule gehe, stellte der Bürgermeister klar. Sollte der Fall aktuell werden, gelte es, mit den Zettlitzern zu reden.

Christian Höllerl empfahl, das gemeindeeigene Waldstück in Höhe der Weinleitensiedlung im Blick zu behalten. Anwohner hätten Angst, dass von dort ein Baum auf ihr Grundstück falle. Der Bürgermeister verwies auf einen bereits vereinbarten Gesprächstermin mit dem Staatsforst.

Zweiter Bürgermeister Roland Hörl schlug vor, auf Kosten der Gemeinde einheitliche Werbetafeln für die Vereine anzufertigen, um das wilde Plakatieren einzudämmen. Auf Dauer sei für die Vereine der Aufwand für die Präsentation ihrer Veranstaltungen auf einer großen Werbefläche geringer. Roland Lins erinnerte in diesem Zusammenhang an die Genehmigungspflicht von großen Werbetafeln, und Holger Götz forderte: „Die Großtafeln sollten nicht für die Wahlwerbung zur Verfügung stehen.“

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