02.03.2020 - 12:59 Uhr
SpeinshartOberpfalz

"Unschlagbar gesund"

Die Versorgung mit Trinkwasser erscheint heute vielen Menschen hierzulande als Selbstverständlichkeit. Doch wissen die meisten von ihnen gar nicht, was alles dahinter steckt. In der Speinsharter Bürgerversammlung gibt es Aufklärung.

"Unser Trinkwasser ist besser und tausendmal billiger als Mineralwasser", betont Roland Hörl, Vorsitzender des Wasserzweckverbandes der Seitenthaler Gruppe.
von Robert DotzauerProfil

Die wichtigste Nachricht schickte zweiter Bürgermeister Roland Hörl in der Bürgerversammlung im Gemeindezentrum voraus: „Speinsharts wichtigstes Lebensmittel ist unschlagbar gesund.“

Als Vorsitzender des Wasserzweckverbandes der Seitenthaler Gruppe zeichnete er ein hoffnungsfrohes Bild der Speinsharter Trinkwasserversorgung. Unberührt von Wetterkapriolen und Trockenperioden sprudelt das wertvolle Nass aus dem 110 Meter tiefen Brunnen des Zweckverbandes auf dem Hellerberg in die Versorgungsleitungen. Zufrieden zeigte sich Hörl auch mit dem Fördervolumen: Mit einer Schüttung von zwölf Liter pro Sekunde könne jeder Spitzenbedarf abgedeckt werden.

Doch Wasser ist nicht gleich Wasser. Es wird durch die verschiedenen Inhaltsstoffe und Reinheitsgrade bestimmt. Deshalb laufe das sogenannte Rohwasser erst in die Aufbereitungsanlage nach Seitenthal, um entsäuert zu werden, schilderte der Zweckverbandsvorsitzende den Weg des Speinsharter Trinkwassers: "Ein Begriff, der viele irritiert, aber gut für die Gesundheit ist", hob er hervor. Mit dem Einbringen von Kalk reichere sich das Wasser mit den für die Menschen wichtigen Mineralstoffen Calcium und Magnesium an.

Hörl verglich das Speinsharter Leitungswasser deshalb mit einigen marktbeherrschenden Mineralwässern und analysierte: „Unser Wasser ist besser als jeder Sprudel.“ Die wichtigsten Parameter seien "einfach super".

Als "super" bezeichnete der zweite Bürgermeister auch den Wasserpreis: „1000 Liter wertvollstes Speinsharter Trinkwasser kosten 1,11 Euro!" Da lohne es sich, zum Wasserhahn zu gehen, statt teures Mineralwasser zu trinken.

Dieser Bewertung folgte ein Blick auf die Versorgungsstruktur. Hörl verwies auf Hochbehälter auf dem Barbaraberg, in Scheckenhof und bei Haselbrunn, blickte auf einen Notverbund mit der Gemeinde Trabitz, auf das insgesamt 36 Kilometer lange Leitungsnetz, auf Trinkwasserleitungen in das Gemeindegebiet Neustadt am Kulm zur Versorgung der Ortsteile Filchendorf und Scheckenhof und informierte über einen Gesamtverbrauch von zirka 120.000 Kubikmetern bei zirka 1400 Einwohnern und 458 Haushalten. Zirka 50 Prozent des Verbrauches entfalle auf die landwirtschaftlichen Betriebe.

Der Redner klärte die Zuhörer ferner über die Umstellung des Zählerablesens auf. Wie beim Strom erfolge die Verbrauchsermittlung per Ablesekarte. "Bescheißen" gehe nicht, weil spätestens alle fünf Jahre bei Zählerkontrollen der Wasserverbrauch kontrolliert werde, machte er deutlich. Sein besonderer Dank galt dem bewährten Expertenteam um Wasserwart Alfons Höllerl.

Eine negative Entwicklung grämte den Vorsitzenden dann doch. Dem Wasserzweckverband machen die explodierenden Erschließungskosten in den neuen Baugebieten der Gemeinde in Zettlitz und Tremmersdorf zu schaffen. Der Herstellungsbeitrag sei deshalb nicht mehr kostendeckend.

Zudem beeinträchtige der rückläufige Trend bei den Geschossflächen bei Neubauten bei gleichbleibenden Erschließungskosten die Höhe der Herstellungsbeiträge. Zusammenfassend betonte Hörl noch einmal den unschätzbaren Wert des flüssigen Goldes aus der Region für die Region.

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Kommentare

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Karl-Werner Schramm

Schön schön geredet von dem CSU-Rapporteur Dotzauer, denn wenn Hörl nach Schüttungstrends und Pegelentwicklungen etc. gefragt wird, bleibt man lieber Antworten schuldig.
Schon jetzt schöpft die Gemeinde etwa 40 % der Resourssen aus ohne die Entwicklung darzustellen. Klimawandel ist dort wohl noch nicht angekommen

Auch der Aufforderung zur Bürgerversammlung zu folgenden Punkten Stellung zu beziehen, wurde nicht nachgekommen:

1. Gegenüberstellung des Ist-Zustandes der Ressourcenverfügbarkeit Trinkwasser im Nutzungsgebiet. Bitte gehen Sie dabei auf die Ressourcenverknappung aufgrund der zukünftigen Ausweisung von weiteren Baugebieten sowie den Neubau von zusätzlichen Stallungen ein.

2. Darstellung der Abwasserentwicklung (Einleitung Tremmersdorf) in den Kläranlagenvorfluter unter besonderer Berücksichtigung der Überschreitung des Verhältnisses Einleitung zu Vorfluterabfluß, vor allem in den Monaten mit geringen Abfluß. Auch hier ist die Beurteilung der Möglichkeit weiterer Abwasserproduktion im Netz und deren weitere Rechtmäßigkeit zu betrachten.

Deshalb ist zu fordern ,dass

solange die Resourssensituation für Wasser und Abwasser in dem Netz, für das Herr Hörl verantwortlich ist, nicht auf Nachhaltigkeit geprüft und offengelegt wurde, sämtliche neue Bauplanungen mit potentiellen Wasserverbrauch oder Abwasseraufkommen nicht zur Genehmigung freizugeben sind, damit die Ver- und Entsorgungssicherheit nicht gefährdet wird.

K-W Schramm
Münchsreuth

07.03.2020