13.12.2019 - 12:26 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Vier Vorzugstrassen auf der Wunschliste

Staatliche Zuschüsse beflügeln die Kommunen im Vierstädtedreieck mit Blick auf die Ertüchtigung ihres Kernwegenetzes. Grundlage ist das Programm zur Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE). Auch Speinshart möchte ein Stück des Kuchens.

Die Ertüchtigung und Verbreiterung der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Tremmersdorf und Haselbrunn in Richtung Staatsstraße 2122, Großkotzenreuth und dem Oberseegebiet steht in der Prioritätenliste der Kommune für den geplanten Ausbau des Kernwegenetzes ganz oben. Der Gemeinderat hofft, dass sich auch die Stadt Eschenbach in ihrem Bereich dem Ausbau nicht verschließt.
von Robert DotzauerProfil

Kernwegenetz – dieses "Zauberwort" treibt die zehn Gemeinden um. Bürgermeister Albert Nickl berichtete in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend über den Stand der Planungen.

Derzeit sammle das beauftragte Ingenieurbüro „Planwerk-Stadtentwicklung Nürnberg“ Daten und Vorschläge der Kommunen, um für das ILE-Projekt eine Gesamtkonzeption zu erarbeiten, teilte er mit. Erläuterungen zu Programmgrundsätzen folgten. Und dann gingen die Überlegungen des Rathauschefs schon weit voraus: Er sinnierte über mögliche Straßen- und Wegestücke für das geplante Kernwegekonzept.

Großzügig nannte Nickl gleich vier Strecken, die seiner Überzeugung nach die Kriterien des Sonderprogrammes erfüllen. Jeweils von gemeindeübergreifenden Projekten ausgehend wies er dem Straßen- und Wegebau im Bereich Speinshart/Tremmersdorf/Haselbrunn höchste Priorität zu. Als gute Voraussetzung bezeichnete der Bürgermeister die Eigentumsverhältnisse bei den Anliegergrundstücken.

Zu seiner Vorzugstrasse gehört auch der Ausbau der Anbindung zwischen Tremmersdorf und Haselbrunn in Richtung Großkotzenreuth. Mit dem Eschenbacher Bürgermeister sei er sich einig, gemeindeübergreifend die Verbindungsstraße bis zur Staatsstraße 2122 zu ertüchtigen, sagte Nickl.

Zu den Prioritäts-Projekten zählt er zudem die Wegstrecke in Richtung Scheckenhof und den Gemeindeverbindungsweg Zettlitz in Richtung Pichlberg. Für beide Straßenstücke bedürfe es der Kooperation mit der Gemeinden Neustadt am Kulm und Trabitz, wie sie auch das ILE-Programm vorsehe, merkte der Rathauschef an. Als weiteres Schwerpunktvorhaben nannte er die Flurweg-Ertüchtigung bei Seitenthal in Richtung „Großer Weiher“.

Gleichzeitig warnte der Gemeindechef vor zu viel Optimismus: „Im Ausbauprogramm wird sich wohl nicht jeder Kernweg wiederfinden.“ Vom Förderprogramm ausgeschlossen seien zum Beispiel der Waldwegebau und die Sanierung von Feldwegen. Bei zu vielen Ausbauwünschen aus den Gemeinden müsse vermutlich jede Kommune Kompromisse eingehen.

Auch auf die Qualitätsanforderungen für zukunftsfähige ländlichen Kernwege ging Albert Nickl ein. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung plant das Nürnberger Ingenieurbüro eine Gesamtausbaubreite von 8 Metern. Der Idealquerschnitt sieht eine Fahrbahnbreite von 3,50 Meter, beidseitig befestigte Seitenstreifen von mindestens 50 Zentimeter und einen Seitengraben zur Wegentwässerung von 2,50 Metern vor. Die Tragfähigkeit soll mindestens 11,5 Tonnen betragen. Wünschenswert sind auch gemarkungsübergreifende Wegeverbindungen, um Sackgassen und Stichstraßen zu vermeiden.

Bis die ersten Baumaschinen anrollen, ist allerdings der Weg noch lang. Der Bürgermeister verwies auf Befahrungen und Ortstermine der Planer im Frühjahr 2020. In diesem Zusammenhang soll es zum einen auch interkommunale Runden geben und zum anderen die Vertreter der Landwirtschaft eingebunden werden. Begleitet werde die Planung durch eine enge Abstimmung mit dem Amt für Ländliche Entwicklung und den Trägern öffentlicher Belange, informierte Nickl.

Mit der Abschlusspräsentation rechnet er im November nächsten Jahres. Nicht zuletzt müsse die Gesamtfinanzierung durchdacht werden, betonte der Rathauschef. Grundvoraussetzung sei zudem der Grunderwerb für die zur Straßenverbreiterung benötigten Flächen.

In der kurzen Diskussion interessierte sich Christian Höllerl für den Winterdienst auf den künftigen Kernwegestrecken. Dieses Thema werde zu gegebener Zeit Beratungsgegenstand im Gremium sein, erklärte Nickl. Auch Verkehrsbeschränkungen werde es nicht geben, betonte er im Zusammenhang mit einer Anfrage von Barbara Müller.

Großzügig sprach sich auch der Gemeinderat schließlich einstimmig für die Aufnahme aller vom Bürgermeister als besonders wichtig eingestuften Strecken in die Kernwege-Planung der ILE aus. Gleichzeitig empfahl das Gremium Gespräche mit den betroffenen Nachbargemeinden mit dem Ziel, interkommunale Konzepte im wahrsten Sinn des Wortes auf den Weg zu bringen.

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