Spielberg bei Waldthurn
21.01.2020 - 08:32 Uhr

Bürokratie macht Spielberger Wehr sauer

Die überzogene Bürokratie hinsichtlich eines neuen Feuerwehranhängers für die Spielberger Feuerwehr ruft bei allen Beteiligten nur Kopfschütteln hervor. Das Thema ist auch in der Jahreshauptversammlung ein Programmpunkt.

Die Feuerwehr Spielberg mit ihren Geehrten und den Neuaufnahmen Simon Grötsch (Dritter von rechts) und Jonas Prößl (Vierter von rechts). Bild: fvo
Die Feuerwehr Spielberg mit ihren Geehrten und den Neuaufnahmen Simon Grötsch (Dritter von rechts) und Jonas Prößl (Vierter von rechts).

Daneben standen Neuaufnahmen und Ehrungen im Mittelpunkt. Das Gasthaus Feiler war bis auf den letzten Platz gefüllt, Vorsitzender Josef Schwab konnte knapp 50 Mitglieder der 96 Mitglieder starken Wehr begrüßen. Bei den Spielbergern handelt es sich um eine Gemeinschaft, die ihre Aufgabe äußerst ernst nimmt und bei der sich die Mitglieder, angefangen von der Vorstandschaft bis hin zur einzelnen Feuerwehrfrau und -mann motiviert engagieren.

Großen Raum nahm bei der Versammlung die „Nichtförderung“ hinsichtlich der Beschaffung eines neuen Anhängers ein, wobei sich die Feuerwehr-Landkreisführung, die Marktgemeinde und die Spielberger Wehr einig sind, dass ein neuer Anhänger, der den heutigen Anforderungen entspricht, beschafft werden soll. Die entsprechende veraltete Norm stamme aus dem Jahr 1995. Bei einem neuen Feuerwehranhänger solle beispielsweise bei der Ausstattung die Möglichkeit der Ausleuchtung des Einsatzraumes bestehen oder auch eine Motorsäge vorhanden sein.

Zweiter Kommandant Andreas Schmid berichtete, dass man sich sehr ausgiebig mit der Beschaffung eines neuen Feuerwehranhängers beschäftige. „Wir bitten die Marktgemeinde, bei der Ausschreibung die vorhandenen Angebote der einzelnen Firmen hinsichtlich des höherwertigen Materials objektiv zu bewerten“.

Bürgermeister und Ehrenvorsitzender Josef Beimler schimpfte, dass man diese unglaublichen Hürden der Bürokratie schwer überwinden könne. „Ich werde dem Minister noch einmal einen bitterbösen Brief schreiben“, meinte er. Es könne nicht sein, dass man den Spielbergern empfehle, mit der Aussicht auf 30 Prozent Förderung ein neues Feuerwehrhaus samt Feuerwehrauto zu erwerben.

Beimler nannte dies einen völligen Unsinn, gerade mit dem Feuerwehranhänger zeigte sich in den vergangenen Jahrzehnten eine unglaubliche Flexibilität bei verschiedenen Einsätzen. „Dort wo man mit dem Feuerwehrauto nicht mehr reinfahren kann, fahren wir auch in unwegsames Gelände mit dem Traktor samt Anhänger vor“. Hierbei wolle man der Gemeinde, dem Staat und der Feuerwehr richtig Geld sparen. „Wir kaufen den Anhänger auch ohne Förderungen“, meinte Beimler zornig. Anscheinend können sich die Behörden nicht vorstellen, dass es auch mit einen entsprechenden Anhänger hier in Spielberg besser ausgestattet ist als mit einem teuren Feuerwehrauto.

Kreisbrandmeister Matthias Schmidt aus Hagendorf schlug in die gleiche Kerbe, auch er könne die Streichung der Förderung nicht verstehen.

Mit Simon Grötsch und Jonas Prößl wurden die Mitglieder Nummer 97 und 98 in die Gemeinschaft per Handschlag durch den Vorsitzenden Schwab und Ehrenvorsitzenden Josef Beimler aufgenommen. Zuvor gedachte die Versammlung der Verstorbenen Mitglieder Alois Puff und Christian Stangl.

Vorsitzender Schwab zog eine kurze Bilanz des vergangenen Jahres. Unter anderem erwähnte er den Besuch der namensgleichen Freunde aus Spielberg bei Waldmünchen mit einem Bus bei deren Faschingsball – die Gegeneinladung erfolgte bei einem Kameradschaftsabend am Fuße des Fahrenberg.

Kommandant Franz Josef Beimler berichtete über einen zusammen mit der Feuerwehr Waldthurn und Bergwacht durchgeführten Einsatz zur Suche einer vermissten Person in den Woppenriether Wäldern. Sieben Mann beteiligten sich an der MTA-Ausbildung Block 1. Der Kommandant berichtete weiter über die Inspektion der Feuerwehrführung und über eine Funkübung. Im Juni wurden die Spielberger zu einem Großbrand nach Gösen – Gemeinde Floß – gerufen, wobei man für die Wasserversorgung und das Einfangen freilaufender Tiere Verantwortung trug.

Mitte August 2019 begannen die wöchentlichen Übungen und im Oktober konnten schließlich 15 Dienstleistende das Leistungsabzeichen mit Erfolg ablegen.

Drei Feuerwehrmänner beteiligten sich in Albersrieth bei einem Wissenstest.

Der Kommandant berichtete, dass derzeit 54 Feuerwehrleute im aktiven Einsatz seien.

Der Woppenriether Josef Beimler sprach in seiner Funktion als Gemeindeoberhaupt den Spielbergern ein herzliches Vergelt`s Gott für die geleisteten Dienste aus.

Für 50 Jahre Treue zur Spielberger Wehr wurden schließlich drei Feuerwehrkameraden ausgezeichnet. Josef Feiler aus Woppenrieth ist nach den Worten des Vorsitzenden immer da, wenn man ihn braucht. Georg Käs war in diesen fünf Jahrzehnten zehn Jahre Kommandant der Wehr. Und Ehrenvorsitzender und Bürgermeister Josef Beimler aus Woppenrieth war in diesen 50 Jahren alleine 23 Jahre Vorsitzender der Spielberger Feuerwehr.

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