Spielberg bei Waldthurn
06.03.2019 - 09:27 Uhr

Geordnete Verhältnisse

Gespannt durfte man sein, wie sich die 845 Hektar große Spielberger Jagd nach der heißdiskutierten Jagdversammlung im März vergangenen Jahres entwickeln würde.

Gespannt durfte man sein, wie sich die 845 Hektar große Spielberger Jagd nach der heißdiskutierten Jagdversammlung im März vergangenen Jahres entwickeln würde. Bei der Zusammenkunft der Jagdgenossenschaft im Gasthaus Wirtsheiner zeigte sich, dass durch die Selbstbewirtschaftung im Gegensatz zu den vergangenen Jahren inzwischen geordnete Verhältnisse herrschen. Jagdvorsteher Hans Leipold freute sich über das Kommen von Hauptjäger German Stark aus Geisenfeld und "Jungjäger" Christoph Ertl. Neben Leipold und Stark war Andrè Amos aus München in den vergangenen 11 Monaten Jäger. Letzterer wurde offiziell als Jagdleiter benannt. Auch für die jungen Jäger Ertl und Konstantin Völkl aus Waldheim habe man im vergangenen Jahr Jagd-Begehungsscheine ausgestellt. Auftretende Gastjäger seien immer mit den drei Hauptjägern unterwegs gewesen, stellte der Jagdvorsteher klar.

Leipold erklärte, dass man eventuelle Flächen-Unstimmigkeiten durch die Aktualisierung des Jagdkatasters bereinigen wolle. Er stellte klar, dass alle Schwarzwildschäden, die maschinell ausgebessert werden, offiziell gemeldet werden müssen. Auch Flächenverkäufe müssen an den Jagdvorsteher gemeldet werden. Leipold berichtete weiter, dass aus der angestrebten Errichtung eines "Saufang" mit den Jagdgenossenschaften Waldthurn und Bibershof nichts geworden sei. So habe man auch keine 1500 Euro aus der Spielberger Genossenschaftskasse in dieses vorgesehene Projekt investiert. Leipold verlas den Bericht des abwesenden Jagdleiters Amos. Obwohl die Dürre im vergangenen Jahr ein gänzlich abnormales Verhalten der Wildtiere hervorgerufen hat, war ein guter Abschuss insbesondere beim Schwarzwild zu verzeichnen. So erlegten die Jäger 23 Stück erlegen. Beim Raubwild Fuchs (5) und Dachs (2) konnten die Jäger ebenfalls Beute machen, beim Rehwild sei man dem geforderten Abschussplan (29 Rehe und 3 Sika) nachgekommen. Amos appellierte an "Nicht-Jäger" von nächtlichen Fahrten im Revier Abstand zu nehmen. "Die gelebte Jagdstrategie der Intervalljagd trägt gute Früchte", zitierte Leipold den Jagdleiter.

Mit zwei Schlafkanzeln, sechs wintertauglichen Kanzeln und drei mobilen Kanzeln habe man viele Jagdeinrichtungen ersetzt oder neu aufgestellt. Zur Wildschadenvermeidung habe man Geruchsstoffe auf Grünflächen oder Maisfelder ausgebracht, um das Schwarzwild zu vergrämen. Auch strategische Ablenkung in Wald und Wildäckern zu Fütterungen wurden gut angenommen. Ausdrücklich nannte Leipold die beiden Jungjäger Ertl und Völkl, die seit Oktober 2018 auch selbstständig die Fütterung übernehmen. Sie haben auch eine Kanzel aufgestellt und bringen sich sehr engagiert ein.

Der Jagdvorsteher stellte das Angebot der Selbstbewirtschaftung für ein weiteres Jahr zu den gleichen Bedingungen wie bisher zur geheimen Abstimmung. 16 Stimmen (333,37 Hektar) waren für die Selbstbewirtschaftung, 3 (71,61 ha) dagegen. Auch auf die grundsätzliche Auszahlung des Jagdpachtschillings werde verzichtet (17 zu 3) wer dies aber wünscht, könne die Auszahlung beantragen.

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