Spielberg bei Waldthurn
09.03.2020 - 10:52 Uhr

Spielberger Jagdgenossen demonstrieren Einigkeit

In früheren Jahren wurde bei der Versammlung der Spielberger Jagdgenossenschaft oft hitzig diskutiert. In der jüngsten Zusammenkunft am Freitag ist dies anders.

Jagdvorsteher Hans Leipold aus Wampenhof begrüßte 21 Jagdgenossen. Drei Wahlen standen im Fokus: Die Neuwahl des Vorstands, die Abstimmung über die Verwendung des Jagdschillings aus den Jahren 2018 und 2019 sowie die Beschlussfassung über die Weiterführung der Jagd in Eigenbewirtschaftung über fünf Jahre hinweg.

Leipold blickte auf das Jagdjahr zurück. „Die Kitzrettung liegt mir besonders am Herzen“, meinte Leipold, der selbst als „Jungjäger“ geführt wird. Etwas enttäuscht zeigte sich der Jagdvorsteher vom Besuch des Jagdessens. „Hier war mit 10 Leuten von insgesamt 60 Genossen das Interesse mangelhaft“. Leipold werde auch in Zukunft das Jagdkataster aktualisieren und eine neue Jagdkarte erstellen. Als neuen Jäger begrüßte er den Waldthurner Heiko Daubenmerkl. Die geringen Wildschäden im Bereich von über 500 Euro übernehme die Jägerschaft.

Andrè Amos aus München fungiert im Revier als Jäger und ist gleichzeitig Jagdleiter. Da er auf Dienstreise unterwegs war, verlas Leipold dessen Bericht. „Wir haben ein sehr schönes und erfolgreiches Jagdjahr hinter uns“, zog Amos ein sehr positives Fazit. Sämtliche der Jagdstrategien hätten sich bewährt und seien ursächlich für die geringen Wildschäden. So konnte man 21 Stück Schwarzwild, 20 Füchse und vier Dachse als Beute machen. Auch beim Rehwild sei man den geforderten Stückzahlen des Abschlussplanes nachkommen. Auch Amos appellierte, in den kritischen Wochen zwischen Mitte Mai und Mitte Juni das hohe Gras mit Mensch, Hund oder sogar Technik abzusuchen, um Kitze aus der Gefahrenzone zu bringen. „Bitte die Kitze nicht anfassen, da sie sonst von der Geiß verstoßen werden“.

Es sei besonders wichtig, Ruhe im Revier zu haben, so könne die Strategie der Intervalljagd greifen. Wildschadenvermeidung, besonders des Schwarzwildes, habe man durch „Vergrämen“ mittels Geruchsstoffes auf Grünflächen und am Mais verbessert. Ablenkkirrungen halte das Schwarzwild im Wald. Auch wolle man Wühlstreifen anlegen, um die Tiere von den Wiesen dorthin zu lenken. Die Jagd werde schwerpunktmäßig derzeit durch drei Jäger (German Stark, Andre Amos, Hans Leipold) kombiniert mit Jungjägern betrieben. Befreundete Gastjäger unterstützen ebenfalls und regelmäßig bei Sammelansätzen sowie bei Renovierungsarbeiten in der Jagd.

In diesem Jahr habe es Wildschaden gegeben, bei 850 Hektar Fläche sei dies nicht zu vermeiden. Auch durch tägliches Ansitzen könnte man das Revier nicht zu 100 Prozent „saufrei“ bekommen. Amos sei aber sehr zuversichtlich, dass man den Bestand des Schwarzwildes weiterhin eindämmen und es zum größten Teil von der Feldflur in dem Wald „umleiten und umerziehen“ könne.

Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: Hans Leipold ist für die nächsten fünf Jahre Jagdvorsteher. Er wird von Martin Schwab vertreten. Kassier ist künftig wieder Wolfgang Grötsch, Schriftführer bleibt Alfons Härtl, beide aus Spielberg. Kassenprüfer sind Alfred Blödt aus Spielberg und Norbert Gmeiner aus Woppenrieth.

Mit 18 zu 3 Stimmen wurde festgelegt, dass der Jagdschilling der vergangenen zwei Jahre ausbezahlt wird. Mit 17 zu 4 Stimmen gaben die Jagdgenossen das Signal, dass sie in den nächsten fünf Jahren die bewährte Eigenbewirtschaftung der Jagd weiterführen wollen.

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