27.03.2019 - 16:17 Uhr
StadlernOberpfalz

Dorf für Zukunft aufstellen

Nur wenn die Bürger von Anfang bis Ende in das Projekt eingebunden sind, kann die Dorferneuerung ein Erfolg werden. Das wird bei einer Info-Versammlung besonders betont. Die Resonanz überrascht Bürgermeister und Behördenvertreter.

Die geplante "Dorferneuerung" sorgte bei der Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus für grosses Interesse.
von Ludwig HöcherlProfil

Keinen freien Stuhl gab es im Unterrichtsraum des Feuerwehrhauses, zum bei dieser zukunftsweisenden Veranstaltung dabei sein zu können, waren einige Zuhörer auch mit einem Stehplatz zufrieden. Über das große Interesse freute sich Bürgermeister Gerald Reiter bei seiner Begrüßung. Die Absicht, Stadlern zukunftsweisend aufzustellen, fordere nicht nur den Gemeinderat, sondern das Miteinander aller Bürger.

"Jeder Ort ist einzigartig" betonte Bauoberrat Martin Stahr vom Amt für ländliche Entwicklung Oberpfalz (ALE), zuständiger Projektleiter für Maßnahmen im Landkreis Schwandorf. Um Orte für die nächsten Jahrzehnte lebens- und liebenswert zu machen, stehe das Amt den Bewohnern mit Rat und Empfehlungen zur Seite. Als Herausforderungen vor denen die Gemeinden stehen nannte er Themen wie Leerstände, Einkaufsmöglichkeiten, Alterung, Ehrenamt und Vereinsleben. Darüber müssten die Bürger sich Gedanken machen. Für eine erfolgreiche "Dorferneuerung" sei das Engagement aus den Reihen der Bewohner mit ihren Ideen unverzichtbar.

Ziel des Verfahrens sei es, in Stadt und Land gleiche Lebensverhältnisse sicherzustellen, führte der Amtsvertreter aus. Die Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeit- und Umweltverhältnisse zähle genauso dazu wie die Beseitigung unbefriedigender Zustände in den agrarstrukturellen Verhältnissen und baulichen Zuständen.

"Lebendige Dörfer durch aktive Bürger" ist die Prämisse für das geplante Projekt. Der Grundsatz "Keine Dorferneuerung ohne Bürgermitwirkung" zog sich dabei wie ein roter Faden durch die Aussagen des Referenten vor den fast 90 Zuhörern. Bauoberrat Martin Stahr sah schon im Echo auf die Einladung zu dieser Informationsveranstaltung beste Grundlage für weitere Maßnahmen gegeben. Bei einem Ortsrundgang am Freitag, 12. April, sollen besondere Brennpunkte aufgenommen werden. Unter Mithilfe der Bürger (10 bis 15 Teilnehmer) sollen am Samstag, 13. April, Stärken und Schwächen analysiert sowie Ziele und Handlungsfelder definiert werden. Die Aufbereitung der Ergebnisse könnten in einen Architektenwettbewerb, der zugleich ein Pilotprojekt bei solchen Maßnahmen sei, münden. Daraus entstehende Vorschläge seien projektweisend für den Dorferneuerungsplan.

Weiter informierte der Sprecher über die finanzielle Förderungen der Maßnahme für die Gemeinde und Privatpersonen. Verschiedene Kriterien seien dabei zu erfüllen, so setze zum Beispiel eine Förderung von Investitionen durch private Haus- oder Grundstückseigentümer stets eine Beratung seitens des ALE voraus. Mit einer Vorher-Nachher-Bilderpräsentation zeigte Martin Stahr erfolgreich abgewickelte Projekte bei Dorferneuerungsmaßnahmen in verschiedenen Orten der Oberpfalz.

In der Aussprache thematisierten Zuhörer die Begrünung im Ort oder Fragen im Umfeld eigener Wohngrundstücke. Für die Nachfrage über die Dauer des geplanten Projekts hörten die Besucher, dass diese auch jeweils mit der Finanzkraft einer Kommune verbunden sei. Über die Fragen, wie im Ort die Gemeinschaft gestärkt und die Lebensqualität erhöht werden könne, gab es bereits nach der Veranstaltung schriftliche Vorschläge. Dafür wurden von vorbereiteten Zetteln bereits über 30 ausgefüllt und in eine aufgestellte Urne gesteckt.

Bürgermeister Gerald Reiter, Bauoberrat Martin Stahr und Matthias Steinert (von links) informierten die Zuhörer über Ziele der Dorferneuerung.
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