18.04.2019 - 12:48 Uhr
StadlernOberpfalz

Gedankenspiele ums neue Dorf

Der Wunschzettel ist groß: Vom Nutzungskonzept für gemeindliche Gebäude bis hin zu Ideen zur Stärkung der Gemeinschaft und den Tourismus reicht die Liste an Erwartungen, die beim Workshop zur Dorferneuerung zusammenkommt.

Zu dem Workshop gehörte auch ein Rundgang durch Stadlern, bei dem Teilnehmer verbesserungswürdige Stellen und Orte mit Potenzial in den Blickpunkt rückten, und die Themen für die Dorferneuerung werden könnten.
von Ludwig HöcherlProfil

Nachdem bei einer Auftaktveranstaltung im vergangenen Monat, Vertreter des Amts für ländliche Entwicklung (ALE) die Bevölkerung über das zukunftsweisende Vorhaben informiert hatten, war bei einer Ortsbegehung und Workshops mit Erarbeitung von Ursachen und Zielen, das Engagement der Bewohner gefragt. Unter anderem boten bei dem Rundgang der Kirchplatz, die alte Schule, das ehemalige Polizeigebäude aber auch das Sportheim und der Schwandorfer Platz reichlich Stoff zur Ideensammlung.

Sich dabei Gedanken zu machen, wie im Ort Grünflächen "eingebaut" werden können, war dabei genauso verlangt wie Einfälle für eine zukunftsfähige Infrastruktur. Aber nicht nur die künftige Gestaltung des Ortsbildes stand auf der Agenda, sondern es galt auch Vorschläge auszuarbeiten, damit sich die Bewohner wohlfühlen und die Heimat generationsübergreifend lebens- und liebenswert bleibt.

Jugend verstärkt einbinden

In Arbeitsgruppen aufgeteilt, brachten die 15 Teilnehmer ihre Gedanken zu Papier. Vorschläge wie "Stadlern – einfach grenzenlos" oder "Vom Ende der Welt in die Mitte Europas" könnten über dem Vorhaben stehen. Als Herausforderungen für die nächsten zwei Jahrzehnte wird unter anderem die verstärkte Einbindung der Jugend in den Ort gesehen, es soll ein Generationen-Treffpunkt geschaffen und gemeindeeigene Gebäude zukunftstauglich umfunktioniert werden. Eine Aufbesserung des Dorf-Images soll genauso erreicht werden wie die Sicherung der Arbeitsplätze und die sinnvolle Nutzung von Leerständen.

Die Workshop-Gruppe "Kultur- und Begegnungsraum" hob das Engagement der Vereine hervor, Pluspunkte gab es für die Anlage am Badeweiher, den Böhmerwaldaussichtsturm, die aktuelle Sanierung des Reichensteins, das Hochfelsgelände und besonders für den Großen Frauentag am 15. August. Schatten wirft allerdings auf dieses Thema die Schließung von Gaststätten und des Skizentrums Reichenstein. Problematisch wird die Nachwuchsarbeit in Vereinen angesehen, außerdem fehle es nach Meinung der Arbeitsgruppe verschiedentlich am Willen zu Integration von außen, und auch die aktive Beteiligung bei Anlässen und Festlichkeiten lässt zu wünschen übrig.

Auf der Haben-Seite zum Thema Verkehr wurde die Möglichkeit zur Nutzung des Bürgerbusses eingeräumt. Allerdings wurde gewünscht, dass dieser nicht nur Montag, Mittwoch und Freitag den Ort anfährt. Die Gemeindestraßen seien ausreichend, bedauert wurde jedoch, dass keine Fahrtmöglichkeit ins tschechische Rybnik (Waier) möglich ist. Optimistisch wurde mit einer Notiz an einer der aufgestellten Pinnwänden der günstige Lebensraum vermerkt, bedauert wurde unter anderem das Fehlen eines zentralen Gebäudes für die Dorfgemeinschaft.

Ein Café in der alten Polizei

Konkret wünschen sich die Diskussionsteilnehmer beim Vorhaben Dorferneuerung, Maßnahmen an den gemeindeeigenen Gebäuden anzupacken. Die alte Schule biete nach ihrer Meinung im Erdgeschoss Räume für Vereine, im Obergeschoss könnten Wohnungen ausgebaut, und die ebenerdig zugänglichen Kellerräume für den Bauhof genutzt werden. Für das Sportheim wird ein Ersatzbau favorisiert, der mit Terrasse und Biergarten Dreh- und Angelpunkt nicht nur für die Dorfgemeinschaft werden könnte. Dazu gab es beim Workshop aber auch Stimmen dafür, ein Café im ehemaligen Polizeigebäude und ein Bürgermeister-Dienstzimmer einzurichten. Bleiben soll jedenfalls das im Obergeschoss untergebrachte Museum, dessen Umfang jedoch nach einer Erweiterung verlangt.

Wie Bauoberrat Martin Stahr lobte zum Abschluss auch Bürgermeister Gerald Reiter das Engagement der Teilnehmer. In den beiden Tagen seien verschiedenste Themen angesprochen worden, deren Realisierung aber auch weitere Fragen und Kosten aufwerfen. Jedoch sehe man sich nach der Ortsbesichtigung und den Ergebnissen des Workshops auf einem richtigen Weg zu einer in Zukunft homogenen Zusammenarbeit.

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