16.10.2020 - 14:21 Uhr
StadlernOberpfalz

Heile Welt auf Stadlerns Straßen: Gemeinde kommt in Unfall-Statistik am besten weg

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Wenn es nach dem Unfall-Atlas für die Oberpfalz geht, dann sind Autofahrer in Stadlern am sichersten. Die 520 Bürger der Gemeinde sind aber viel unterwegs, daran kann es nicht liegen. Bürgermeister Gerald Reiter hat da mehrere Theorien.

Liegt es an den leeren Straßen, am guten Winterdienst oder an den vorsichtigen Autofahrern? In Stadlern gab es in den Jahren 2015 bis 2019 nur einen einzigen Unfall mit einer verletzten Person.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Bei Unfällen mit Personenschaden erfasst die Polizei seit vier Jahren die Geodaten. Das Statistische Bundesamt liefert nun auf einer Karte einen umfassenden Überblick über diese Unfälle. Schwerpunkte werden sichtbar, aber auch Regionen, die glimpflich davonkommen. Die Gemeinde Stadlern führt demnach die Hitliste der Orte mit den wenigsten Unfällen an.

Genau einmal krachte es in vier Jahren auf dem etwa 35 Kilometer großen Straßennetz im östlichen Landkreis Schwandorf so sehr, dass ein Leichtverletzter registriert wurde. In der kleinsten Gemeinde im Landkreis, in Weiding, gab es in diesem Zeitraum ebenso wie in Gleiritsch zwei Unfälle. Auch Trausnitz kommt mit lediglich drei Unfällen noch gut weg.

Ist Stadlern nun Spitzenreiter bei Unfallvermeidung, weil die Bürger dort besonders vorsichtig fahren? Das wollten Oberpfalz-Medien vom Stadlerner Bürgermeister Gerald Reiter wissen. "Gute Frage", sagt der und muss erst einmal herzhaft lachen, um dann scherzhaft hinzuzufügen: "Bis auf den Bürgermeister fahren alle vorsichtig."

Früh und viel am Steuer

Für ihn liegt es auf der Hand, dass die Bewohner dieses Landstrichs im Grunde zu den Vielfahrern zählen. "Wer hier wohnt, muss eigentlich immer irgendwohin, zu Einkaufen oder zum Arzt", gibt Reiter zu bedenken, "die meisten haben schon mit 17 oder 18 ein eigenes Auto". "Wir haben eben auch gute Fahrschulen hier", setzt er zu einem Erklärungsversuch an.

Der komplette Unfall-Atlas

Amberg

Liegt es vielleicht auch an den Straßen? "Na klar", sagt der Bürgermeister, "die sind hier mit Sicherheit gut ausgebaut und in einem hervorragenden Zustand". Was den Winterdienst betrifft, sei man den Gemeinden, die mit weniger Schnee und Glatteis rechnen müssten, wohl auch überlegen. "Wir sind viel Schnee gewohnt, deshalb sind wir vielleicht besser gerüstet als andere Kommunen im Schwandorfer Raum. Vor allem aber fehle der "große Durchgangsverkehr", räumt Reiter ein und verweist auf die Grenze zu Tschechien, die hier auch eine Rolle spielt.

Weite Wege

Fahrpraxis haben die Stadlerner in der Regel jede Menge. Der Bürgermeister selbst kommt auf rund 25 000 Kilometer im Jahr, und das ohne Pendeln zum Arbeitsplatz. "Allein bis zum Landratsamt sind es 60 Kilometer einfach", stellt er klar und ist überzeugt: "In dieser Ecke gibt es auf jeden Fall viele gute Autofahrer." Und was ist mit den Besuchern, die hier motorisiert unterwegs sind? "Vielleicht fahren die Leute hier bei uns langsamer wegen der schönen Natur", spekuliert das Gemeindeoberhaupt, "da schaut man sich lieber um, statt aufs Gas zu drücken."

Hintergrund:

Unfallbericht in Kurzform

Der Unfall-Atlas zeigt für jeden Unfall mit verletzten Personen einen Punkt auf der Landkarte. Wer die einzelnen Punkte anklickt, erhält ein paar Details: So ist neben dem Datum auch vermerkt, ob der Unfall bei Tageslicht passiert ist und ob die Straße trocken war. Außerdem gibt es jeweils Hinweise auf die Ursache, so beispielsweise zum einzigen Unfall auf Stadlerner Gebiet im September 2019; "Abkommen von Fahrbahn nach links; Fahrunfall", lautet da die Bilanz. Der Landkreis Schwandorf kommt in der Statistik im Übrigen nicht so gut weg: Er liegt in der Oberpfalz an zweiter Stelle - aber nicht bei den Gebieten mit wenig Unfällen, sondern bei den Regionen mit vielen Crashs.

Vielleicht fahren die Leute hier bei uns langsamer wegen der schönen Natur. Da schaut man sich lieber um, statt aufs Gas zu drücken.

Bürgermeister Gerald Reiter

Bürgermeister Gerald Reiter

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