12.09.2019 - 14:58 Uhr
Steinberg am SeeOberpfalz

Eigener Badeplatz für Hunde

Die Beschwerden von Badegästen und Wassersportlern wegen der Hunde am Steinberger See haben sich laut Bürgermeister Harald Bemmerl gehäuft. Dem will die Gemeinde nun Rechnung tragen - mit einem eigenen Platz für die Vierbeiner.

Dieses Holzgebäude ist auf dem Gelände des Surfclubs ohne Genehmigung errichtet worden und muss wohl wieder entfernt werden.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Kommune will am Steinberger See kein generelles Hundeverbot aussprechen, sondern den Haltern ein Angebot machen, betonte Bürgermeister Harald Bemmerl bei der Gemeinderatssitzung. Deshalb will die Kommune einen eigenen Hunde-Badeplatz am See ausweisen und ist auf der Suche nach einem geeigneten Standort. Bemmerl selbst favorisiert das Gelände auf dem einstmals geplanten Tretbootcenter. Die dortigen Ruinen wurden mittlerweile zurückgebaut. Von den Gemeinderäten kamen aber auch noch andere Vorschläge. Deshalb beauftragten sie die Verwaltung mit der Erarbeitung eines Konzeptes.

Vor 30 Jahren siedelte der 1. Steinberger Surfclub an der Uferpromenade des Steinberger Sees an, pachtete das dortige Gelände und schloss mit der Gemeinde einen Erbbaurechtsvertrag ab. Am 1. Juni 2019 eröffnete dort eine gewerbliche Wassersportschule und weihte bei dieser Gelegenheit eine Unterstellhütte ein. Das Problem: Der Verein hatte für den Bau dieses Holzgebäudes keine Genehmigung eingeholt. Bürgermeister Harald Bemmerl missbilligte dieses Vorgehen in einem Schreiben an den Verein und bekam nun eine Antwort. Sie bestand aus einem nachträglichen Antrag und einer Skizze des Bauwerks, die allerdings nicht von einer "planvorlageberechtigten Person" unterzeichnet war, wie der Bürgermeister feststellte. Er war sich mit den Gemeinderäten einig, "dass wir den Antrag in dieser Form nicht akzeptieren können".

Für den gesamten Bereich des Steinberger Sees bestehe ein Bebauungsplan, in dem die Nutzung und Gestaltung der Gebäude beschrieben seien. Bemmerl betonte: "Für den Bereich, auf dem das Holzgebäude errichtet wurde, ist keine Bebauung vorgesehen". Der Verein hätte demnach eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans beantragen müssen. Der Gemeinderat fordert den Antragsteller nun auf, "einen ordentlichen Antrag zur isolierten Befreiung" zu stellen. Der Bürgermeister und die Fraktionssprecher signalisierten aber gleichzeitig, dass sie auch einen "ordnungsgemäßen Antrag" ablehnen werden, weil an dieser Stelle keine Bebauung vorgesehen sei. "Die letzte Entscheidung liegt aber beim Landratsamt", betonte das Gemeindeoberhaupt. Sollte die zuständige Bauaufsichtsbehörde die Meinung des Steinberger Gemeinderates teilen, wird der Verein die Hütte wohl wieder entfernen müssen.

Die CSU-Fraktion stellte den Antrag auf Verzicht von Glyphosat auf gemeindeeigenen Flächen. "Die Gemeinde hat derzeit nur einem Pächter ein Grundstück zur wirtschaftlichen Nutzung überlassen", stellte Bürgermeister Bemmerl fest. Der Pachtvertrag endet am 30. Juni 2020. In den neuen Vertrag soll die Zusatzvereinbarung einfließen, dass kein Pflanzenschutzmittel der Marke Glyphosat ausgebracht werde dürfe. Der Bauhof verwende schon seit drei Jahren kein Glyphosat mehr, so der Bürgermeister.

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