17.09.2019 - 15:24 Uhr
Steinberg am SeeOberpfalz

Ein Gesicht für den Fußball

"Gib dem Amateurfußball (D)ein Gesicht" lautet eine Kampagne des Deutschen Fußballbundes für den Amateursport. Der DFB wählte stellvertretend 19 Vorbilder aus und warb damit fürs Ehrenamt. Zu ihnen gehört auch Jakob Scharf.

Seit 38 Jahren coacht Jakob Scharf den Nachwuchs der DJK Steinberg.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Stellvertretender Landrat Jakob Scharf zählte 1964 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und bringt sich seit dieser Zeit als Spieler, Trainer, Betreuer und Funktionär ein. Noch heute steht der 71-Jährige Woche für Woche auf dem Platz und lernt dem Nachwuchs das Fußballspielen.

Der pensionierte Oberstudienrat für Latein und Deutsch ist bis heute vielseitig tätig in der Politik und in der Heimatpflege. Seine große Leidenschaft aber gilt dem Sport, vor allem dem Fußball. Als 15-Jähriger gründete er die "Fußballamateure Steinberg" und funktionierte den Ziegenstall seiner Oma zum "Vereinslokal" um. Der damalige Pfarrer Michael Gschwendtner unterstützte die Buben und bereitete die Gründung eines organisierten Vereins vor, der christlich geprägt sein sollte. Die Deutsche Jugendkraft (DJK) Steinberg war geboren. Jakob Scharf gehörte natürlich zu den Gründungsmitgliedern.

Mit 17 Jahren und einer Sondergenehmigung spielte der "Jackl" bereits in der ersten Mannschaft. Doch seine eigentliche Karriere machte er als Trainer und Funktionär. Mit 25 Jahren feierte er 1974 die erste Meisterschaft als Trainer und stieg mit der DJK Steinberg in die damalige A-Klasse auf. 27 weitere Meisterschaften sollten in seiner weiteren Trainer-Karriere folgen.

Beste Prävention

Sein Augenmerk gilt bis heute dem Nachwuchs. "Wer Fußball spielt, wird nicht kriminell", sagt Jakob Scharf regelmäßig, wenn er die Bedeutung des Sports für die Werteerziehung herausstellt. Fußballer feiern zwar und trinken manchmal auch einen über den Durst, nehmen aber keine Drogen. Davon ist der Steinberger Altbürgermeister, amtierende stellvertretende Landrat und ehrenamtliche Sportfunktionär überzeugt.

Jakob Scharf machte an der Seite von Ex-Nationalspieler Uli Stielike den Trainerschein und coachte sämtliche Jahrgangsstufen, von der G- bis zur A-Jugend. In den 38 Jahren seiner Tätigkeit als Nachwuchstrainer hat er in über 1000 Kindern und Jugendlichen die Begeisterung für den Fußballsport geweckt. Einige von ihnen schafften später den Sprung in die Landes- oder Bezirksliga. Mit den Mädels seiner Schule, dem Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld, drang Jakob Scharf bis ins Oberpfalzfinale vor und traf auf die Realschule Amberg mit der heutigen Nationalspielerin Sara Däbritz.

Selber Schalke-Fan

Zu seinen wichtigsten Weichenstellungen zählt er die Gründung der Jugendfördergemeinschaft "Oberpfälzer Seenland" mit den Vereinen DJK Steinberg, TV Wackersdorf und SV Fischbach. "Der Zusammenschluss hat sich bewährt", erklärt der JFG-Vorsitzende, der gerne noch einen vierten Partner hinzuziehen würde.

Die Schiedsrichterprüfung musste der Trainer natürlich auch ablegen. Doch mit "dem Pfeifen" hatte der Jackl nichts am Hut. Er wollte sich nicht ständig von den Zuschauern beleidigen lassen. Dafür aber wendet der Fußballfan viel Zeit für den FC-Nürnberg-Fanclub "Glück-Auf Steinberg" auf, bei dem er den Schriftführer macht. Und die FCN-Fanclubs können es bekanntlich besonders gut mit den Anhängern des Ruhrpott-Clubs Schalke 04. Deshalb steht der Steinberger Bergmannssohn regelmäßig in der Arena "Auf Schalke" unter den einheimischen Fans und singt das Steigerlied. "Da bekomme ich jedes Mal Gänsehaut", gesteht der Schalke-Fan.

Jakob Scharf (71) aus Steinberg am See ist auf dem DFB-Plakat zu sehen.
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