10.12.2018 - 10:34 Uhr
Steinmühle bei MitterteichOberpfalz

Konzert-Tradition neu belebt

Klassisch und modern, besinnlich und berührend: Bei der Neuauflage des Steinmühler Adventssingens erleben die Besucher ein Programm voller Abwechslung, gestaltet von jungen Nachwuchstalenten, erfahrenen Musikern und hochklassigen Sängern.

Die beiden Pleußener Max Haberkorn (links) und Simon Strohmaier spielen jeweils einige Solostücke, einen Liedbeitrag präsentieren sie als Duo.
von Udo Lanz Kontakt Profil

"Wir sagen euch an den lieben Advent", begleitet von Christa Schicker an der Orgel, singen die Besucher in der voll besetzten Kirche, bevor Rosemarie Ernst einleitende Worte spricht. "Was bedeutet eigentlich Advent?", fragt die Sprecherin des Seelsorgerats und nennt zwei Varianten: "A wie Abhetzen, D wie Dauerstress, V wie Vorbereitungen, E wie Einkaufsrummel, N wie Nervosität und T wie Torschlusspanik - oder A wie Ankunft des Herrn, D wie Denkpause, V wie Vorfreude, E wie Erwartung, N wie Neubesinnung und T wie Tauet Himmel?" Jeder, so Rosemarie Ernst, sollte sich selbst die passende Version aussuchen.

Mit seiner Steirischen bestreitet Max Haberkorn den Programmauftakt. Routiniert spielt der Achtjährige "Leise rieselt der Schnee" und "Wos doud denn da Ochs im Kripperl drin?" Im Duo mit Simon Strohmaier (Akkordeon) folgt "Es wird scho glei dumpa". Nach den beiden Pleußenern tritt die Gruppe "Gloria Patri" aus Marktredwitz in Aktion. Dadurch erhält das Konzert auch einen ökumenischen Charakter, denn zum Quartett gehört Bezirkskantor Michael Grünwald von der evangelischen Kirchengemeinde Marktredwitz. A cappella lassen Grünwald, Michael Waldenmayer, Mandy Drechsler und Jutta Schmidt das bekannte Stück "Tochter Zion" und das anspruchsvolle Werk "Nun komm, der Heiden Heiland" erklingen.

Pfarrer Anton Witt geht auf die weltweiten Unterschiede bei der Krippendarstellung ein und trägt in Mundart eine launige "Hirteng'schicht auf Böhmisch" vor. Für volksmusikalischen Sound mit ordentlichen Beats aus den Boxen sorgt dann Manuel Rahm aus Pleußen. Auf dem Akkordeon gibt er "Und deshalb Danke dem Herrgott da drob'm" und "A urige Weihnacht" zum Besten. Mit etwas leiseren Tönen weiß Nachwuchsmusiker Thomas Haas zu überzeugen, der auf dem Akkordeon das "Hirtenlied" und das "Karwendellied" zu Gehör bringt.

Seinen großen Auftritt hat nun der Kinderchor Leonberg unter der Leitung von Michaela Teubner und begleitet am Keyboard von Michaela Burger. Mit drei Liedern singen sich die Mädchen - die jüngsten gerade mal drei Jahre alt - in die Herzen der Besucher. Einen Höhepunkt im Programm bildet dabei das Stück "Zünd ein Licht an": Die Kirche wird abgedunkelt, so dass im Altarbereich nur noch die Kerzen am Adventskranz und Teelichter in den Händen der Kinder leuchten: stimmungsvoller und besinnlicher geht es kaum mehr. Wer hiervon nicht ergriffen wurde, dürfte wohl auch sonst nichts mit der Adventszeit anfangen können.

Mit drei Stücken, darunter "Maria durch ein Dornwald ging", bereichert die Holzbläsergruppe der Stadtkapelle Mitterteich unter der Leitung von Christa Hinz das Konzert, ehe Rosemarie Ernst mit einer amüsanten Kurzgeschichte über die "staade Zeit" von Toni Lauerer für Lacher sorgt. Einen weiten musikalischen Bogen spannt Simon Strohmaier mit dem Akkordeon, von "The Fairytale of New York" über "Heidschi Bumbeidschi" bis zu "Herbei o ihr Gläubigen". Zum Abschluss des kurzweiligen Programms legt "Gloria Patri" einen zweiten hochklassigen Auftritt hin: Das Gesangsquartett begeistert mit "Der Morgenstern ist aufgedrungen" und dem Klassiker "Es ist ein Ros entsprungen".

Am Ende ergreift Rosemarie Ernst noch einmal das Wort. Sie dankt allen Mitwirkenden für ihren unentgeltlichen Einsatz und bittet um Spenden für die Aktion "Lichtblicke". Das Publikum, das zuvor nach jedem Beitrag kräftig geklatscht hatte, belohnt die Leistungen der Musiker und Sänger mit einem starken Extra-Applaus. Eine besondere Würdigung gibt es noch für Organisatorin Gabi Werner: Diese habe, so Rosemarie Ernst, die Tradition des Steinmühler Adventssingens nicht einschlafen lassen wollen und daher aktiv Musiker angesprochen und für das Konzert verpflichtet. Dafür überreicht Ernst im Namen des Seelsorgerats einen Blumenstrauß.

Nach dem gemeinsam gesungenen "Tauet Himmel den Gerechten", erneut begleitet von Christa Schicker an der Orgel, zieht es viele Besucher aber noch nicht hinaus in den Regen. Bei Glühwein und Gebäck, bereitgestellt von den Frauen der KAB, lassen sie das Konzerterlebnis noch etwas nachwirken.

Information:

Das Adventssingen in der Expositurkirche St. Josef war über mehr als drei Jahrzehnte hinweg fester Bestandteil des Gemeindelebens. Im Dezember 2016 hatten der später verstorbene Josef Schwägerl und die Frauensinggruppe zum letzten Mal ein solches Konzert organisiert. Am Sonntagnachmittag ließen Gabi Werner aus Pleußen und der Seelsorgerat diese Tradition wieder aufleben.

Hochklassiger Gesang zeichnet "Gloria Patri" aus: (von links) Mandy Drechsler, Michael Grünwald, Michael Waldenmayer und Jutta Schmidt.

Hochklassiger Gesang zeichnet "Gloria Patri" aus: (von links) Mandy Drechsler, Michael Grünwald, Michael Waldenmayer und Jutta Schmidt.

Einen volksmusikalischen Auftritt legt Manuel Rahm aus Pleußen hin.

Die Expositurkirche St. Josef ist bei der Neuauflage des Steinmühler Adventssingens voll besetzt.

Die Expositurkirche St. Josef ist bei der Neuauflage des Steinmühler Adventssingens voll besetzt.

Auf seiner Steirischen spielt Nachwuchsmusiker Thomas Haas das "Hirtenlied" und das "Karwendellied".

Der Kinderchor Leonberg unter der Leitung von Michaela Teubner singt sich mit drei Liedern in die Herzen der Besucher.

Als Dank für die Organisation des Adventssingens erhält Gabi Werner (links) von Seelsorgerats-Sprecherin Rosemarie Ernst einen Blumenstrauß.

Michaela Burger begleitet den Kinderchor Leonberg am Keyboard.

Mit drei Stücken bereichert die Holzbläsergruppe der Stadtkapelle Mitterteich das Adventssingen.

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