26.12.2018 - 18:36 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Steuer stellt Muslime gleich

Die Berliner Moschee-Gründerin Seyran Ates fordert eine Moschee-Steuer. Ähnlich wie Katholiken und Protestanten sollen Muslime in Deutschland für die Ausübung ihrer Religion bezahlen. Das ist eine gute Idee, findet Elisabeth Saller.

Moschee in Köln.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Der Islam gehört zu Deutschland. Das sagen viele Politiker immer wieder, Wolfgang Schäuble, Christian Wulff, Angela Merkel. Wer das ernst meint, muss für die Moschee-Steuer sein. Schließlich treibt der Staat die Kirchensteuer nach heutigem Verständnis seit 1803 ein.

Eine Moschee-Steuer würde einen deutschen Islam begünstigen. Selbst wer den Islam nicht zu Deutschland zählt, kann nichts dagegen haben, wenn sich ein deutscher Islam bildet, der sich an unserem Wertesystem orientiert. Bisher entsendet die Türkei einen Großteil der Imame, die in Deutschland arbeiten. Sie sind befristet angestellt und sorgen sich laut Bundesinnenministerium um 2180 Gemeinden. Geld für die Ausübung ihrer Religion erhalten Muslime auch von der Türkei und saudischen Stiftungen. Mit einer Moschee-Steuer könnten Muslime unabhängig von anderen Staaten ihren Glauben in Deutschland ausüben, Moscheen unterhalten, Personal nach eigenen Wünschen einstellen, sich ähnlich wie die christlichen Kirchen um Kinder, Arme und Schwache kümmern. Die Angst, dass durch das bisherige Finanzierungsmodell Erdogan und Co. einen Einfluss auf die Lehre des Islams oder die Vermittlung politisch fragwürdiger Werte in Islamschulen haben, würde mit der Steuer kleiner.

Die neue Abgabe sorgt außerdem für Gleichberechtigung, Gleichstellung und eine höhere Anerkennung der Muslime in Deutschland. Viele Muslime haben einen Pass der Bundesrepublik. Doch beim Ausüben ihrer Religion hilft ihnen immer noch das Ausland.

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