14.02.2020 - 12:32 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Ein echter US-Firefighter bei der Feuerwehr Störnstein

Mit Erick Machain wurde erstmals in der Geschichte der Störnsteiner Feuerwehr ein amerikanischer Berufsfeuerwehrmann aufgenommen. Die Oberpfälzer freuen sich über den neuen erfahrenen Kameraden in ihrer Mitte.

Erick Machain (Zweiter von rechts) bringt als ehemaliger Berufsfeuerwehrmann viel Erfahrung mit. Die Feuerwehr Störnstein mit Johannes Meiler (rechts) und den Kameraden Andreas Wilde und Felix Weigend (von links) freuen sich über den Zuwachs. Die amerikanischen Helme sollen versteigert werden.
von Hans PremProfil

Das gab es in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Störnstein noch nicht: In der Jahreshauptversammlung wurde kürzlich mit Erick Machain erstmals ein US-amerikanischer Feuerwehrmann in die Schar der Aktiven aufgenommen. Von ihm können die neuen Kameraden sicher noch einiges lernen, denn der 27-Jährige ist ausgebildeter „Firefighter“. So heißen in Amerika die Feuerwehrmänner. Machain arbeitete bei der Berufsfeuerwehr in San Diego, Kalifornien, an der Grenze zu Mexiko.

Das Feuerwehr-Gen wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Sein Vater war 32 Jahre Berufsfeuerwehrmann und davon viele Jahre Fire-Chief (ähnlich einem Kreisbrandrat) im nahe gelegenen mexikanischen Tihuana. Seine Mutter ist Berufssanitäterin. Beide haben auch eine Firma, in der sie Werksfeuerwehren ausbilden, die in den Staaten jeder Betrieb mit über 60 Mitarbeitern unterhalten muss.

„Bereits im Kindesalter verbrachte ich die meiste Zeit im Feuerwehrhaus. Die Wehrmänner machten mit mir Hausaufgaben, brachten mir bei, wie man Fahrzeuge und Geräte putzt“, erzählt Machain. So war es auch nicht verwunderlich, dass er sich an der Highschool von San Diego zum Notfallsanitäter und Firefighter ausbilden ließ. Er legte seine Emergency-Management-Technician-Prüfung mit großem Erfolg ab und war aufgrund seiner Vorkenntnisse so gut, dass er bereits während dieser Zeit Kurse am höheren College belegen konnte. Nach sechs Monaten Praktikum als Firefighter in Coronado wurde er bei der Berufsfeuerwehr in San Diego aufgenommen.

Dass es in Störnstein etwas ruhiger als in seiner amerikanischen Heimatstadt zugeht, erfuhr er in der Jahreshauptversammlung. 35 Einsätze gab es im vergangenen Jahr in der Gemeinde. In San Diego habe er rund 17 Einsätze pro Tag gehabt, sagt er. Davon wurden die Feuerwehrmänner fast täglich zu drei oder vier Bränden gerufen. „In Amerika gibt es anders als in Deutschland überwiegend Berufsfeuerwehren“, sagt Machain. Die Feuerwehrmänner gelten dort, ebenfalls anders als hierzulande, in Ausübung ihrer Arbeit als Helden. Ihnen gegenüber zollt die Bevölkerung großen Respekt. Während der Feuer-Hochsaison, die meistens bedingt durch heftige Winde im April liegt, summierten sich die Brandeinsätze auf acht bis zehn pro Tag.

Machain hatte einen brandgefährlichen Job zu erledigen. Zwei seiner besten Freunde kamen während seiner aktiven Zeit in San Diego ums Leben. „Einer wurde bei einem Waldbrand vom Feuer eingeschlossen und verbrannte. Der andere rettete noch einen Kameraden durch einen beherzten Schubs, bevor er selbst unter einer herabstürzenden Betondecke in einem brennenden Haus eingeklemmt wurde“. Selbst die vor Ort durchgeführte Beinamputation habe seinen Freund nicht retten können.

Nach Störnstein kam der sympathische Feuerwehrmann durch seine Frau Isabella Wang. Die lernte er in einem Reisebüro während seiner Zeit bei der US-Army in Grafenwöhr kennen und lieben. Seit drei Jahren wohnt das Paar im Haus der Eltern. Im April bekommt die kleine Familie Nachwuchs, Ende Mai soll die kirchliche Trauung nachgeholt werden.

„Den Kontakt knüpften wir am 70. Geburtstag seines Schwiegervaters Uwe Wang“, erzählt Vorsitzender Johannes Meiler. Machain habe ihm von seiner Ausbildung erzählt und wollte etwas für die Gemeinde bei der Feuerwehr tun. "So wie in Amerika Feuerwehr, Sanitäter und Polizei als eine Familie gelten, so sieht er auch die Atmosphäre innerhalb der Störnsteiner Wehr: familiär."

Machain plant auch eine „Fire Competition“, einen sportlichen Wettkampf rund um die Brandbekämpfung. „Wir wollen dabei auch bei Nachbarfeuerwehren werben und so noch enger zusammenarbeiten“, stellt sich Meiler vor. Außerdem will der Amerikaner bei nächster Gelegenheit einen seiner drei aus seinem Heimatland mitgebrachten Helme zugunsten der Jugendarbeit in der Störnsteiner Wehr versteigern lassen.

„Erick hat sich trotz einiger Sprachprobleme bestens in unsere Mannschaft integriert“, freut sich der Vorsitzende. Er kann bereits nach kurzer Zeit sämtliches technisches Equipment im Löschfahrzeug benennen. Von seinen Erfahrungen bei der Berufsfeuerwehr könnten die Störnsteiner in Zukunft sicher noch profitieren.

Eine "Fire-Competition", eine Art Wettbewerb unter Einsatzbedingungen, kennt Erick Machain aus seiner aktiven Zeit als Berufsfeuerwehrmann in San Diego. Diesen Wettbewerb will er auch für die Störnsteiner Feuerwehr organisieren.
Erick Machain bei einer "Fire-Competition" in San Diego.
Erick Machain (Zweiter von rechts) bringt als ehemaliger Berufsfeuerwehrmann viel Erfahrung mit. Die Feuerwehr Störnstein mit Johannes Meiler (rechts) und den Kameraden Andreas Wilde und Felix Weigend (von links) freuen sich über den Zuwachs. Die amerikanischen Helme sollen versteigert werden.
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