24.04.2020 - 10:17 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Verlust für die KLJB-Vereinskasse, Gewinn für das Wir-Gefühl

Fast eineinhalb Jahre steckte die KLJB Störnstein in die Vorbereitung des 111-jährigen Gründungsfestes. Nach der Absage schwankt die Stimmung zwischen Enttäuschung und vollem Verständnis für das Veranstaltungsverbot.

Lange vor der coronabedingten Absage ihres Jubiläumsfests strahlten Festleiter Felix Kraus (links) und Fahnenträger Andreas Höcht noch vor Vorfreude auf den perfekt geplanten Event. Aber auch jetzt lässt die KLJB den Kopf nicht hängen.
von Benedikt GrimmProfil

Ob es einen Nachholtermin gibt, steht in den Sternen. Vorsitzender Fabio Förster ist hin- und hergerissen. „Es war viel Aufwand für unsere Mitglieder. Wir sind jedes Wochenende auf drei, vier Feste gefahren, um mit Bannern und Flyer für unser Jubiläum zu werben. Montags ging es dann erneut los, um alles wieder einzusammeln“, erzählt der KLJB-Chef. „Das schlaucht schon und deswegen ist es jetzt ärgerlich, dass das ziemlich umsonst war“, sagt Förster. Natürlich habe er aber vollstes Verständnis für die Notwendigkeit des Veranstaltungsverbotes.

Neben dem großen, dreitägigen Jubiläumsfest Ende Mai fällt heuer auch das Maibaumaufstellen und das Johannisfeuer im Juni flach – allesamt Veranstaltungen, in deren Bekanntheit die Mitglieder in den letzten Jahren fleißig investiert haben. „Unsere Veranstaltungen waren die letzten Jahre immer darauf ausgerichtet, dass es jedes Jahr etwas mehr und größer wurde“, sagt Co-Vorständin Stella Schwarz. Entsprechend stark haben sich alle reingehängt.

40.000 Flyer, 120 Werbeshirts, acht Bauzaunbanner, mehrere hundert Plakate, Aufkleber und bedruckte Bierfilzen hatte die KLJB geordert, um professionell für das Großevent zu werben. „Außerdem haben wir einen Oldtimer komplett foliert und viele Unterstützer haben die Heckscheiben ihrer Autos mit Werbung bekleben lassen“, sagt Festleiter Felix Kraus. Dafür wurde freilich auch tief in die Vereinskasse gegriffen.

Immerhin die neue, bestickte Vereinstracht für die 85 Mitglieder und die 15 Dirndl der Festdamen werden auch noch länger für einen glanzvollen Außenauftritt sorgen. Und überhaupt: „Auch wenn es schade ist – wir lassen die Köpfe nicht hängen“, betont Kraus. Schließlich sei auch viel der bereits geleisteten Organisationsarbeit nicht umsonst. Der Plan des Festgeländes mit einem 2000-Mann Zelt und dem Außenbereich mit Schießbude und Schaustellern war bereits vom Bauamt genehmigt. Die Pläne könnten zu einem späteren Zeitpunkt für einen anderen Event am Festplatz zum Einsatz kommen. Der Finanzplan, Anträge für Genehmigungen, steuerrechtliche Formalitäten und „unzählige“ verkehrsrechtliche Anordnungen für einen großen Festzug durch das Dorf könnten bei einem Nachholtermin wenigstens als Vorlage dienen.

Ob es einen Nachholtermin gibt, dazu kann aufgrund der momentanen Lage keine Aussage getroffen werden. „Niemand weiß, wie sich die Veranstaltungsbranche weiterentwickelt. Niemand weiß, was vielleicht noch an Auflagen hinzukommt. Deswegen kann dazu momentan leider keine Aussage getroffen werden“, sagt Felix Kraus

Auch wenn die Vorbereitungen viele Stunden Zeit und manche Mühe kosteten, so machte vieles davon natürlich auch Spaß. Mit dem eigens gebauten Festwagen nahm die KLJB an mehreren Festumzügen in der näheren und weiteren Umgebung teil, beim Seifenkistenrennen in Weiden holten die Jungs und Mädels mit ihrem Jubiläumsmobil einen hervorragenden sechsten Platz und die Teilnahme an den Faschingszügen in Flossenbürg und Neustadt waren ohnehin Highlights.

„All das trägt natürlich auch zum guten Zusammenhalt bei“, betont Fabio Förster. Auch dieses Wir-Gefühl wird in den nächsten Wochen sicher ein Stück auf die Probe gestellt. „Zwischen den großen Festen treffen wir uns sonst zum Beispiel zur Osterwanderung oder unternehmen gemeinsame Fahrten. Da kann man sich bei den Helfern auch mal revanchieren. Heuer muss es ohne dem gehen“, bedauert Förster.

Und dennoch besteht kein Zweifel, dass sich die KLJB auch von einer Pandemie nicht von ihrem erfolgreichen Weg abbringen lassen will. „Der Einsatz für die Gemeinschaft zahlt sich immer aus. Die gemeinsam verbrachte Zeit lässt die Störnsteiner Dorfgemeinschaft aufblühen und schweißt uns noch fester zusammen“, sagt Kraus. „Letztlich geht es nicht um einen Event – der Weg ist das Ziel“, darin sind sich der Festleiter und die beiden Vorstände einig.

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