09.03.2020 - 18:35 Uhr
StullnOberpfalz

Mit den Bürgern an einem Strang ziehen

„Kommt der große Wurf?“ Bürgermeister Hans Prechtl geht beim politischen Frühschoppen im Gasthof Bodensteiner auf eine nicht leichte gemeindliche Entscheidung in der Kinderbetreuung ein.

"Die Gemeinde Stulln steht finanziell gut da“, signalisierte CSU – Ortsvorsitzender und Bürgermeister Hans Prechtl beim politischen Frühschoppen im Gasthaus Bodensteiner.
von Herbert RohrwildProfil

"Die Bude ist brechend voll", freute sich der CSU-Ortsvorsitzende im Beisein von Landrat Thomas Ebeling sowie zahlreicher Kreis- und Gemeinderatskandidaten bei der Wahl-Hauptveranstaltung. Prechtl skizzierte die momentane Kindergarten- und Krippensituation: Rund 700 000 Euro investierte die Gemeinde vor zehn Jahren in das kirchliche angemietete Gebäude. Aufgrund der starken Nachfrage wurde im letzten Jahr der Turnsaal im dreigliedrigen Kindergarten als Provisorium in eine Kinderkrippe umfunktioniert. "Der Betrieb läuft gut". Zur sportlichen Betätigung kann in die nahe gelegene Mehrzweckhalle ausgewichen werden.

Diözese dagegen

Auf dem von der Kommune erworbenen ehemaligen Schmal-Grundstück im unmittelbaren Anschluss an den Parkplatz der Sporthalle errichtet die Gemeinde Stulln in Abstimmung mit der Gemeinde Schwarzach eine Kinderkrippe. Für die Deckung des Kindergartenbedarfs soll ein weiterer Gruppenraum integriert werden.

Für den symbolischen Wert von einem Euro ist die Gemeinde Stulln bereit, die als Träger genutzte Einrichtung von der Kirche zu erwerben. Die Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinderat als örtlich zuständige Gremien sowie Pfarrer Heinrich Rosner zeigen laut Prechtl Bereitschaft. Aber bei der Diözese finde dies keine Zustimmung. Unter dieser Voraussetzung sei die Gemeinde nicht bereit, erneut für das benutzte Haus Geld in die Hand zu nehmen.

Hohe Rücklagen

"Finanziell steht Stulln gut da", so der Bürgermeister bei seinen weiteren Ausführungen. Die Gemeinde sei gering verschuldet, könne auf hohe Rücklagen zurückgreifen und verfüge über einen kommunalen, zuteilungsreifen Bausparvertrag mit einer größeren Ansparsumme. Der Gemeinderat stehe vor folgender Alternative: Bau einer Kinderkrippe mit einem zusätzlichen Gruppenraum für den Kindergarten auf dem erworbenen Areal. Die Organisation verteile sich so auf zwei Einrichtungen. Oder das Plenum entscheide sich für den "großen Wurf": Kindergarten und Krippe unter einem Dach. Das Investitionsvolumen könne sich auf fünf Millionen Euro zubewegen. Trotz Förderung sei bei dieser Lösung ein kräftiger Griff in den Gemeindesäckel erforderlich. Für das Baugebiet "Stulln Ost, Brensdorfer Weg" mit 15 Parzellen seien im Juni 2020 die Erschließungsmaßnahmen abgeschlossen und die Erwerber - darunter auch Stullner - könnten mit der Errichtung ihres Eigenheimes beginnen.

Das weitere vorgesehene Baugebiet "Wiesenweg II" mit 23 Plätzen schließe sich unmittelbar in südlicher Ausdehnung an. Der Gemeinderat habe bereits erforderliche Beschlüsse gefasst und die notwendigen Schritte eingeleitet.

"Wir können uns sehen lassen", resümierte CSU-Ortsvorsitzender und Bürgermeister Hans Prechtl. "Wir ziehen mit der Bürgerschaft gemeinsam an einem Strang". Landrat Thomas Ebeling stehe souverän an der Landkreisspitze und ein starkes Team gebe kräftigen Rückenwind. Abschließend stellten sich die anwesenden Gemeinderatskandidaten vor.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.