Stulln
21.10.2026 - 16:42 Uhr

Einnahmen aus erneuerbaren Energien: Bemo schüttet Dividende aus

Die Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz (Bemo) zieht eine positive Bilanz und plant neue Projekte. Veränderungen im Aufsichtsrat und der Ausbau erneuerbarer Energien stehen im Fokus.

Versammlung bei der Bemo: Die Vorstände Hans Prechtl, Herbert Werner (erster und zweiter von links), Christian Meyer (rechts) und Aufsichtsratsvorsitzender Arnold Kimmerl (zweiter von rechts) verabschieden Bürgermeister Frank Zeitler (Mitte) aus dem Aufsichtsrat. Bild: Bernhard Werner
Versammlung bei der Bemo: Die Vorstände Hans Prechtl, Herbert Werner (erster und zweiter von links), Christian Meyer (rechts) und Aufsichtsratsvorsitzender Arnold Kimmerl (zweiter von rechts) verabschieden Bürgermeister Frank Zeitler (Mitte) aus dem Aufsichtsrat.

Die Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz (Bemo) hat in ihrer Generalversammlung in Stulln eine positive Bilanz gezogen. Die Genossenschaft, die mittlerweile 400 Mitglieder zählt, verwaltet neun Photovoltaikanlagen und zwei Windräder. Vor wenigen Tagen erfolgte der Spatenstich für eine weitere große Freiflächen-Photovoltaikanlage in Lanzenried, Stadt Burglengenfeld, wie die Genossenschaft mitteilt.

Drei Prozent für die Mitglieder

Herbert Werner, Sprecher des dreiköpfigen Vorstands, erläuterte den Jahresabschluss. Die Bilanzsumme für das Jahr 2025 beläuft sich auf 4.049.000 Euro. Ein Rückgang gegenüber den Vorjahren ist auf die Tilgung von Darlehen und damit geringere Zinsleistungen zurückzuführen. Der Bilanzgewinn zum Jahresende 2025 liegt bei 96.897 Euro. Gemäß einstimmigem Beschluss werden aus dieser Summe 87.580 Euro an die Mitglieder ausgeschüttet, was einer Dividende von drei Prozent entspricht. Der Rest wird als Gewinnvortrag in das nächste Geschäftsjahr übertragen.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Arnold Kimmerl, ließ das abgelaufene Jahr Revue passieren. In vier gemeinsamen Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen wurden die Weichen für weitere Projekte gestellt. Während die 1-Megawatt-Photovoltaikanlage, für die dieser Tage der symbolische Spatenstich in Lanzenried bei Burglengenfeld erfolgte, bereits finanziert ist, können mit der beabsichtigten Investition in ein Windrad in Burglengenfeld der bestehende Aufnahmestopp für neue Mitglieder aufgehoben und neue Anteile sowohl von neuen als auch bereits zugehörigen Mitgliedern gezeichnet werden. Ein Anteil beläuft sich auf 500 Euro. Der Ausgabeaufschlag von drei Prozent, der zum Ausgleich später beitretender Mitglieder gegenüber den Gründungsmitgliedern gedacht war, wurde kürzlich abgeschafft.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Für die zwölf Mitglieder des Aufsichtsrats, die für unterschiedliche Amtszeiten gewählt sind, fanden drei Nachwahlen statt. Der frühere Pfreimder Bürgermeister Arnold Kimmerl wurde einstimmig wiedergewählt. Auf eigenen Wunsch schieden der Nabburger Bürgermeister Frank Zeitler und Hans Deml aus Burglengenfeld aus dem Aufsichtsrat aus. Für sie wirken künftig Johannes Ortner, Vorstand der Stadtwerke Burglengenfeld, und Timm Peris, Master in Energiemanagement und Energietechnik, im Aufsichtsrat mit. Beide erhielten ebenfalls ein einstimmiges Votum der Versammlung.

Neu organisiert wurden die technische Betriebsführung und die Überwachung der Anlagen. Matthias Werner aus Stulln zeigte auf, wie alle Anlagen der Bemo in einem Fachportal zusammengeführt sind, um sowohl die Abregelungen zu Spitzenzeiten zu protokollieren als auch technische Störungen, etwa durch Marderbiss oder den Ausfall von Wechselrichtern, schnellstmöglich erkennen zu können. Generell ist davon auszugehen, dass ein Wechselrichter während des 20-jährigen Betriebs einmal getauscht werden muss.

Der stellvertretende Landrat Hans Prechtl, der seit der Gründung der Bemo vor 15 Jahren in der Genossenschaft aktiv ist, blickte auf die „Geburtshilfe“ durch den Landkreis und die damaligen Beweggründe zurück. Es galt, das Bewusstsein für die Energiewende zu stärken, die Wertschöpfung im Landkreis zu belassen und auch denjenigen eine Investition in eine Photovoltaikanlage zu ermöglichen, die keine eigene Anlage auf ihr Hausdach montieren lassen können. Mit dem regionalen Strommarkt, bei dem Bemo, Landkreis und Bayernwerk eng zusammenarbeiten, kann der Ökostrom „aus der Region – für die Region“ erzeugt und genutzt werden.

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