Gegen 14.30 Uhr betrat Präsidentin der Faschingsgesellschaft Stulln, Marion Raab, die Bühne, freute sich über das voll besetzte Zelt. Ihr besonderer Willkommensgruß galt Pfarrvikar Joseph Kokkoth und Bürgermeister Hans Prechtl mit Gattin Irmgard. Zu den Klängen der Dreierband zogen die 17 Kirwapaare durch den Haupteingang ein, die Präsidentin stellte sie namentlich vor und sie formierten sich auf einer vorgesehenen Fläche in Kreisform und stimmten mit einem Walzer auf das Kirwatreiben für die ganze Familie ein.
Riesenapplaus
Mit kürzeren Unterbrechungen folgten Schlag auf Schlag in verschiedenen Variationen Polkas, Bayerische, Tänze im Dreivierteltakt und Schuhplattler. Die Kirwamoidln in ihren feschen Dirndl und die schneidigen Kirwaburschn in ihrer Ledernen erhielten für die exakt ausgeführten und fein aufeinander abgestimmten Darbietungen stets einen Riesenapplaus. Die Akteurinnen und Akteure erfüllten die Zugaberufe und legten zusätzliche Aufführungen gekonnt aufs Parkett.
Das rituelle Austanzen des Oberkirwapaares setzte einen krönenden Abschluss. Das Trio intonierte einen Walzer und die vier verteilten Blumensträuße wanderten während des Tanzes zu stets anderen Paaren. Schlagartig stoppte die Musik und die vier Kirwapaare mit den Gebinden begaben sich auf ihren gewohnten erhöhten Stammplatz vor der Bühne. Im Strauß waren vier Lose versteckt: Drei Nieten und eine Rolle mit der Aufschrift "Oberkirwapaar 2018". Das Glück war Tanja Wagner und Jonas Obermeier hold. Sie lösen die Vorgänger Katrin Eckl und Alexander Hofstetter ab. Präsidentin Marion Raab bedankte sich bei Simone Raab und Julia Peltzer für das Einstudieren der Tänze, überreichte einen Essensgutschein sowie für die Kirwapaare ein Geschenk.
Ein weiterer Höhepunkt zeichnete sich ab: Die Gstanzl-Sänger Anna Pröls (Quetschn), Daniel Markgraf (Teufelsgeige) und Markus Kiener (Waschbrett) mit dem Zungenbrecher "Zitronengelbsaochkatzlgocklfotznkopftrio" als ihr Markenzeichen marschierten unter Applaus zur Bühne. Nach der Begrüßung "Ja, liebe Stullner, es ist wieder so weit, es is Stullner Kirwa und Gstanzlzeit", ging das Dreigestirn allmählich in die Vollen. "Am Lanz'n Weiher is oana in Wold eine g'foahrn und hod beim Müll o'lodn sei Nummernschuidl verlorn. Der Umweltsünder erhält als Rat, das nächste Mal beim Nachbarn den Hänger auszuleihen.
Einen kräftigen Seitenhieb erhielt die AfD. Mit einem Kastenwong machte sie in Stulln Werbung. "An der Mehrzweckhalle ist er gstandn, der saublöde Koarrn, bei uns doa in Stulln hat die AfD nix verlorn" - und kräftiger Szenenapplaus setzte ein. Beim Bürgerschießen im letzten Jahr war der Frauenbund der zweitbeste Verein in der Meistbeteiligung. Männer als "Mitglieder" mussten am Schießstand parieren "Mia ham goar nird gwusst, dass des so einfach geht, dass beim Frauenbund a Männerquote besteht."
Nicht streitlustig genug
In dem fast einstündigen Auftritt bekamen auch der Gemeinderat wegen zu geringer Streitlust, der Bauhof zum Ankauf des 615 Vario als "Sielzeug", die Feuerwehr zum Weiherfest als "Hungerkur" sowie Bürger in misslichen Situationen ihr Fett weg. Deftige Witze und Trinksprüche setzten Zeichen. Die Gstanzl-Sänger verstanden es geschickt, mit eigenen Texten zu bekannten Melodien .das Publikum einzubinden. Lang anhaltender Beifall bestätigte dem "Zitronengelbsaochkatzlgocklfotznkopftrio", dass sie in der richtigen Spur sind. Mit dem Wunschkonzert am Abend "Wir spielen dein Lied" klang die dreitägige Stullner Kirwa aus.






















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