30.05.2018 - 10:47 Uhr
StullnOberpfalz

Hochwasserschutz als Thema für Grafenricht erledigt

Der Hochwasserschutz ist für den Ortsteil Grafenricht in der Gemeinde Stulln erledigt. Die Begradigung um 1950 nahm dem Hüttenbach jegliche Struktur. Das Wasserwirtschaftsamt Weiden bot bei der Teil-Bürgerversammlung im Rathaus die Renaturierung des ökologisch mäßig bis unbefriedigend eingestuften Hüttenbachs ab der Brücke an. Der Erwerb für einen etwa 15 Meter langen Uferstreifens durch den Freistaat Bayern ist aber erforderlich. Bild: ohr
von Herbert RohrwildProfil

(ohr) Wie in der Teil-Bürgerversammlung am 6. September 2017 im Bodensteinersaal versichert, kamen alle kritischen Stimmen Grafenrichter Bürger auf den Prüfstand. Nichts soll über ihre Köpfe hinweg entschieden werden, erinnerte Bürgermeister Hans Prechtl.

Zum Zeitpunkt der Erstellung der Basisstudie zur Bürgerversammlung, so Bauoberrat Andreas Ettl/WWA, lag das Überschwemmungsgebiet Grafenricht faktisch aufgrund von Erfahrungswerten vor. Der Gemeinderatsbeschluss zum Einstieg in den Naabtalplan schaffte für das WWA Weiden die Grundlage, ein Geländemodell mit den exakten Vermessungsdaten für den Hüttenbach zu erstellen.

Zur Bewertung des Hochwasserschutzes wird ein hundertjährliches Hochwasser - auch kurz HQ 100 genannt - herangezogen, informierte Projektleiter/Fachgebiet Wasserbau, Christoph Hartmann. Nach dieser Berechnung ist in Grafenricht lediglich ein Wohnhaus und ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude am Rand betroffen. Von Seiten des Freistaates Bayern wird in solchen Fällen auf Hochwasserschutz verzichtet. Dennoch ist die Erstellung des 3d - Modells und die Berechnung des Überschwemmungsgebietes für die Grafenrichter Bürger von großem Nutzen zur Erkennung der Auswirkungen eines möglichen Hochwassers.

Des Weiteren müssen bei Bauvorhaben außerhalb des aktuell ermittelten Überschwemmungsgebietes keine Auflagen im Rahmen des Wasserhaushaltsgesetzes - zum Beispiel ein Retentionsausgleich - erfüllt werden.

Das Thema Hochwasserschutz ist für den Ortsteil Grafenricht in der Gemeinde Stulln erledigt, resümierte der Projektleiter. Das WWA Weiden bietet aber den ökologischen Ausbau des stark begradigten. Hüttenbachs an. Diese Maßnahme, so Hartmann, wirkt sich im Hochwasserfall nicht auf den Wasserspiegel aus. Jedoch führt der Einbau von Schleifen zu einer Flusslaufverlängerung. und kann so den Abfluss verzögern.

Die Begradigung um 1950 nahm dem Hüttenbach jegliche Struktur, merkte der Referent an. Gewässerlebewesen und vor allem Fische finden keine Unterstandsmöglichkeiten mehr und diese Situation schließt die Wiederansiedlung vieler Arten aus. Ein ökologischer Ausbau ähnlich dem Abschnitt östlich Säulnhof setzt aber den Grunderwerb eines etwa 15 Meter breiten Streifens entlang des Hüttenbachs voraus. Das WAA Weiden ist um jeden erworbenen Abschnitt froh, den ökologisch mäßig bis unbefriedigend eingestuften Hüttenbach renaturieren zu können, lautete das Fazit von Projektleiter Christoph Hartmann..

In der sachlichen Diskussion sprachen die Teilnehmer/innen unter anderem den starken Rückgang von rund 25 auf circa 10 Fischsorten - eventuell durch Zuflüsse baulicher Maßnahmen im Oberlauf bedingt, die Durchlaufsituation bei der Brücke in Grafenricht und mögliche Probleme beim ökologischen Ausbau an. Die Grafenrichter Bürger/innen sollen dem Gemeinderat für die Erteilung der Planung dankbar sein, da die neuen Erkenntnisse wesentliche Vorteile bringen, betonte abschließend Bürgermeister Hans Prechtl.

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