23.10.2019 - 10:12 Uhr
StullnOberpfalz

Wunder-Unkraut Brennnessel

Ganze Schubkarren an Unkraut müssen Gartenbesitzer oft zum Grüncontainer fahren. Dabei steckt in ihnen so viel Gutes, was in der Küche und in der Hausapotheke einen berechtigten Platz hat. Hedwig Weber zeigt, wie es geht.

von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Etwa alle vier Wochen treffen sich die Ortsbäuerinnen des BBV-Kreisverbandes Schwandorf, um sich auszutauschen. Neben dem Ratschen bei Kaffee und Kuchen werden bei der Staudenbörse auch Pflanzen ausgetauscht. Zum ersten Mal fand dies in Stulln im Gasthof Bodensteiner statt. "In Mitterauerbach ist der Platz einfach zu knapp geworden", begründet die stellvertretende Kreisbäuerin Manuela Pronath den Standortwechsel. Während außen die Stauden drapiert und Blumenzwieblen verkauft wurden, bereitete sich Hedwig Weber aus Nittenau auf ihren Vortrag vor. Dieser ging über das Thema "Unkraut in Küche und hauseigener Apotheke".

Kräuter aus dem eigenen Garten nehmen

Hedwig Weber, die mit ihrer Familie einen Ackerbaubetrieb bewirtschaftet, erzählte nicht nur Wissenswertes über Wild- und Unkräuter, sondern gab konkrete Rezepte. "Nehmen's am Besten die Kräuter aus dem Garten, die sind weder gespritzt noch von Hunden angebieselt", rät die gelernte Krankenschwester. Außerdem hat man so keine Arbeit mehr mit der Unkraut-Bekämpfung. Diese Pflanzen werden oft verkannt, dabei schmecken sie zum Beispiel hervorragend als Salatbeigabe und brauchen keine Pflege.

Zahlreiche Verarbeitungsmöglichkeiten von Brennnesseln

Ihr persönliches Lieblings-Unkraut sei die Brennnessel. "Das ist für mich das neue Superfood". Reich an Magnesium und Vitaminen, pflegeleicht und wächst wie - Unkraut eben. Aus den Spitzen lässt sich leckerer Sirup machen, der, aufgegossen mit Mineralwasser, eine tolle Kräuter-Limonade für den Sommer abgibt. Aber auch Brennnessel-Salz ist schmackhaft und ist, wie auch das rosafarbene Himbeer-Salz, ein hübsches, selbst hergestelltes Geschenk. Geröstete Brennnesselsamen streut Weber über ihr Müsli, aus den getrockneten Blättern macht sie Tee. Auch ein Ölauszug ist möglich, so wie bei fast allen Kräutern. Was von der Brennnessel-Pflanze nicht verwertet wird, solle man nach dem Rat der Kräuter-Expertin für die Tiere stehen lassen. Verschiedene Schmetterlingsraupen, wie zum Beispiel die des Tagpfauenauges oder die des Kleinen Fuchses sind auf die Brennesseln als Lebensraum angewiesen. Weber zeigte Fotos, auf denen Brennnesseln sogar am Balkon angepflanzt wurden.

Während des Vortrags und danach war Zeit für Fragen und dafür, jede Tinktur, Samen, Salz, Pflegestift, Öl und vieles mehr auszuprobieren.

Rezept:

Brennnesselsalz selbst herstellen

200 Gramm Brennneseln zusammen mit 100 Gramm Salz im Mixer pürieren. Die Paste auf einem Backblech glatt ausstreichen und trocknen lassen. Die Kristalle zum Beispiel in einer Kaffeemühle fein mahlen. Hedwig Weber rät:„ Weil auch nach der Reinigung immer etwas Salz in der elektrischen Mühle bleibt, benutzte ich diese ausschließlich für die Herstellung von Kräutersalz.“ Das Salz kann mit jeder essbaren Kräuterpflanze hergestellt werden. Auch Himbeer- und Johannisbeersalz gehen. Hier sollte die Paste aber im Ofen getrocknet werden.

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