09.04.2019 - 13:44 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

30 Millionen Investition in die Zukunft

Ein neues Klinikgebäude wird nach fünfjährigen Bauphase anstelle des ältesten Gebäudeteils entstehen im Bauabschnitt II des St.-Anna-Krankenhauses.. Das kostet rund 30 Millionen Euro. Mit der Baugenehmigung kommt ein satter Zuschuss.

Der sogenannte Rucksackbau hat sich inzwischen als abbruchreif erwiesen. An seine Stelle soll ein Neubau treten.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Im Jahr 2017 wurde der Bauabschnitt offiziell ins Krankenhaus-Bauprogramm des Freistaats Bayern mit einem Fördervolumen von 16,2 Millionen Euro aufgenommen. Jetzt liegt - nach einer detaillierten Gebäudeplanung - die fachliche Billigung der Regierung der Oberpfalz vor. Das ist sozusagen die Genehmigung zum Baubeginn. Andreas Poeplau, Referent des Vorstands, sowie Vorstand Klaus Emmerich haben nun eine frohe Nachricht: Mit aktuellem Bescheid ist die Fördersumme nun auf 18,7 Millionen Euro gestiegen. Insgesamt ist der zweite Bauabschnitt mit einem Kostenvolumen von 29,3 Millionen Euro angesetzt.

Was wird gebaut?, wollte die SRZ von den beiden Verantwortlichen wissen. "Der Bauabschnitt II wird ein Riesen-Projekt", zeigen sich beide mit Landrat Richard Reisinger einig. Intensivstation, IMC (Intensivüberwachungspflege), Berufsfachschule für Krankenpflege, Bereitschaftszimmer, Verwaltungsräume, Archivflächen, Prosektur (pathologisch-anatomische Abteilung) und die Komplett-Erneuerung der Krankenhaustechnik zählen zum geförderten Bauabschnitt II.

Auf eigene Kosten werden das St.-Anna-Krankenhaus bzw. der Landkreis nach Angabe des Landrats zusätzlich die Krankenhausküche erneuern - hier gibt es keine Förderung. Zusätzlich wird ein für interne sowie externe Fortbildungen nutzbarer Seminarraum geschaffen.

Eine fünfjährige Bauphase? Das hört sich für Außenstehende lange an. Projektsteuerer Christian Oswald und Andreas Poeplau schildern eindrucksvoll, welche Herausforderung hinter dem Bauabschnitt II steckt: "Es muss zunächst eine Interimsküche als Zwischenlösung gebaut werden. Dann kommt die neue Küche. Die Krankenhaustechnik befindet sich unter dem abzureißenden Bauteil und muss zunächst verlagert werden. Erst dann folgen Abriss und Neubau des Krankenhausgebäudes. Bis zur Eröffnung schreiben wir dann das Jahr 2024", berichten beide.

Welche Bedeutung hat aus Sicht der Klinikleitung dieser neue Bauabschnitt II? Ein bayerisches Krankenhausförderprojekt im Umfang von 18,7 Millionen für das St.-Anna-Krankenhaus, das ist laut Vorstand Emmerich "ein klarer Vertrauensbeweis der Staatsregierung in die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit des klinischen Standorts Sulzbach-Rosenberg." Krankenhausgebäude und Krankenhaustechnik würden auf modernsten Stand gebracht und sicherten damit eine qualitativ hochwertige klinische Versorgung.

Verwaltungsrat und Kreistag haben übrigens ergänzend eine eigenfinanzierte Krankenhausküche sowie teilweise nicht förderfähige, aber medizinisch-pflegerisch notwendige Mehrflächen genehmigt. "Dass der Landkreis bereit ist, diese zusätzlichen Investitionen mit zu tragen, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dies ist ein besonderes Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Belegschaft und den Bürgern des Landkreises", freut sich der Vorstand. Deshalb bedankte sich Emmerich ausdrücklich beim Freistaat für die Förderung des Bauabschnitts II und beim Landkreis für die ergänzenden Mittel, die er in dieses Projekt einplant. "Den Nutzen werden unsere Patienten der Region haben."

Noch mehr Positives am Schluss: Nicht zuletzt wird bei diesem Projekt natürlich auch der Umweltgedanke berücksichtigt: Eine wesentliche CO2-Reduzierung aufgrund neuer technischer Anlagen sowie flächendeckende betriebskostensparende LED-Lichtinstallation sind nur zwei Beispiele für energiesparende Umsetzung des Bauabschnitts II.

Info:

Drei Fragen an den Vorstand

Herr Emmerich, der Freistaat gibt fast 19 Millionen Förderung für das Projekt. Sehen Sie darin auch eine Bestandsgarantie für das Haus?

Selbstverständlich ist dies eine Bestandsgarantie. Es ist aber noch mehr. Es ist Wertschätzung der Bayerischen Staatsregierung gegenüber einem St- Anna-Krankenhaus, das sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt hat.

Die Haustechnik wird erneuert. Welche Heiz- und sonstigen Systeme kommen hier zum Einsatz?

Die ursprüngliche zentrale Dampfversorgung wird aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben. Dadurch wird neben zwei neuen regulären Warm-Wasser-Kesseln Platz für ein Blockheizkraftwerk inklusive Kälteanlage geschaffen. Über das Blockheizkraftwerk wird Strom für den Eigenbedarf produziert, die Abhängigkeit vom Strommarkt kann dadurch reduziert werden.

Wird der Bau im laufenden Betrieb die Leistungsfähigkeit des Krankenhauses beeinträchtigen?

Im Großen und Ganzen werden die Patienten durch den Umbau nicht beeinträchtigt. Der Küchenbetrieb wird auf eine Interimsküche umgestellt, so dass die Speisenversorgung während des Umbaus in gewohntem Umfang fortgeführt werden kann. Dies geschieht durch die Einrichtung eines Container-Standortes im westlichen Teil des Komplexes, dort, wo früher der ausgelagerte OP-Bereich auf Stelzen angegliedert war. Diese Zwischenküche ist dann ebenerdig vom Haupthaus aus zu erreichen. Alle anderen Fachabteilungen beziehungsweise Bereiche ziehen in ein neu zu errichtendes Gebäude. Einzig der Abriss des Uralt-Baus wird mit den damit verbunden Lärm- und Staubentwicklungen sicher eine Herausforderung für den laufenden Krankenhausbetrieb sein. Insgesamt wird der Bauabschnitt II die laufende Patientenversorgung aber weniger beeinträchtigen als der nun bald vollendete Bauabschnitt I.

Vorstand Klaus Emmerich (links) und Vorstandsreferent Andreas Poeplau zeigen, wo die Zwischenlösung für die Küche hinkommt. Hier im Westen des Komplexes werden im Sommer wieder Container aufgestellt.
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