07.10.2020 - 15:28 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

"Alles meins deins" reisen mit ihrem Publikum in außergewöhnliche Klangwelten

Nischenmusiker nennt Anita Kinscher sich und Matthias Sommer. Mittlerweile wächst sich die Nische zum Wohnzimmer aus.

Mit ihrer Musik verzauberten Anita Kinscher und Matthias Sommer das Capitol.
von Wolfgang LorenzProfil

Eine mentale Reise in eine ganz andere Welt: Darauf braucht man sich nicht besonders vorbereiten; gut zwei Stunden Zeit genügen. Das Ziel steht noch nicht fest, es kristallisiert sich erst unterwegs heraus. Die Seele kann dabei mal so richtig baumeln und ist sicher: „Bei der nächsten Reise von Alles meins deins bin ich sicher wieder dabei.“

Zwei Pianos, zwei Keyboards, dazu der eingespielte Synthesizer – eine außergewöhnliche Kombination von zwei außergewöhnlichen Künstlern. Anita Kinscher und Matthias Sommer verzauberten das Capitol und tauchten mit dem Publikum in ganz besondere Stimmungen ein. 15 außergewöhnliche Lieder brachten sie mit; den Löwenanteil aus der ersten CD „Rahmenlos“, aber auch neue Stücke. Die Besucher genossen den Abend unbeschwert, denn Thilo Hierstetter hatte alle Hygieneregeln perfekt umgesetzt und dennoch eine sehr angenehme Atmosphäre erhalten.

Die Musik begeisterte, und so freute sich eine Besucherin über einen ganz besonderen Abend: „Mir gefällt das Lied ‘Ferne sehen’ ganz besonders gut. Der Song beginnt meditativ, in sich versunken, unspektakulär. Dann folgt eine Art musikalische Dauerschleife, die in mir schon Fernweh geweckt hat.“ Die Lieder sind so gestrickt, dass sie beim Zuhörer völlig verschiedene Gedanken und auch Interpretationsmöglichkeiten hervorrufen. So gibt es natürlich auch Titel, die ganz besonders ansprechen. Bei der jungen Dame ist das die „Quersonate“; ein Werk, „das ruhig beginnt, aber nach einigen Takten zum Tanzen und Mitwippen einlädt: Plötzlich kommt viel Schwung in die Melodie, die sich so ändert, als ob man nun ein neues Lied hören würde – und dennoch passt das alles hervorragend zusammen.“

„Als Nischenmusiker“ bezeichnete Anita Kinscher das Duo, wobei aus der Nische ein richtig großes Wohnzimmer geworden ist. Vor Beginn der Reise hatten Kinscher und Sommer via Laptop noch zusätzliche Rhythmen eingespeist, und die Ausfahrt konnte beginnen. Die beiden Musiker überzeugten durch ihr versiertes Spiel und ihr blindes Verständnis und sorgten so für ein Kleinkunsterlebnis der besonderen Art. Über einen fundierten, harmonischen Klangteppich folgten Melodien, die der jeweilige Zuhörer ganz für sich interpretieren konnte, manchmal meditativ, manchmal „schmissig“, mitunter abgespaced, „außerirdisch“. Das Duo ließ die Musik für sich sprechen und äußerte sich selten zu den Titeln, um den Gedanken der Zuhörer Raum zu lassen. Dennoch steckte immer eine Botschaft dahinter. Beim Song „Über dem Tellerrand“ drückte sie aus, wie wichtig es sei, für Neues offen zu bleiben und ausgetretene Pfade auch verlassen zu können. Die „vier Zauberhände“ gehen jetzt in eine neue Schaffensphase, „um neue Reiseziele auszuloten“, die man dann hoffentlich bald wieder live hören kann.

Stelldichein der Künstler in Süß

Süß bei Hahnbach
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