Update 01.07.2018 - 17:14 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Alte Typen blitzen noch

Chromblitzend und ohne ein Krümel Staub sind sie auf der Hochofen-Plaza aufgereiht, gut über 100 Raritäten auf vier Rädern.

Legendär der Mercedes 190 SL Baujahr 1958, aber um wesentliche Jahrzehnte jünger die für die damalige Zeit mit Petticoat standesgemäß gekleidete Fahrerin.
von Autor GFRProfil

Was da auf der Hochofen-Plaza geparkt wurde, lässt das Herz jedes Automobilisten höher schlagen und den Freunden besonderer Fahrzeuge und Oldtimer Amberg-Sulzbach war der Wettergott mehr als hold. Die meisten Oldtimer kamen aus der Region und es ist immer erstaunlich, was im AS-Zulassungsbereich mit H-Kennzeichen unterwegs ist.

34. Oldtimer-Treffen

Gerlinde Wendl, die Vorsitzende der Freunde besonderer Fahrzeuge, musste vergangenes Jahr mit dem Oldtimertreffen pausieren. Es gab Probleme mit der Sicherheit, erklärte sie. Diese waren aber beim gestrigen 34. Jahrestreffen wieder behoben. Und da rollten sie an, einige Mercedes 190 SL der Baujahre so Mitte der 50er Jahre und damals für unter 20 000 Mark zu haben, heute im guten Zustand das Drei- oder gar Fünffache wert. Dann gab es vor 50 Jahren den Fiat 850 Spider, den Fiat Abarth, das Goggo, das Glas-Sportcoupe und die Alfa Romeo mit zwei obenliegenden Nockenwellen, Fünfgang-Schaltung und einem Sound, der besser als jede Musik in den Ohren klingt oder dröhnt. Opel, Mercedes, Porsche, BMW - alle 30, 40 oder mehr Jahre alt, aber optisch wie gerade vom Fließband gerollt.

Ein Bolide der besonderen Art war der Kenworth-Truck, Baujahr 1979 mit einem Sechszylinder-Motor und 15,5 Litern Hubraum, 515 PS, 15 Gängen zur Auswahl und fast zwei Millionen Kilometern auf den Tacho. Dieses 34. Jahrestreffen war natürlich auch ein Anziehungspunkt für Automobilliebhaber und die standen dicht gedrängt zwischen den seltenen Fahrzeugen und fachsimpelten die verschiedenen Typen rauf und runter. Gut 50 Kilometer standen den Teilnehmern der Ausfahrt bevor, nicht auf Tempo ausgerichtet sondern gemütlich Richtung Kaolinpott und wieder zurück. Vier Prüfungen waren eingebaut, am Start gleich der Reaktionstest mit einem fallenden Stab, den der Fahrer aufzufangen hatte und je nach Markierung gab es Strafpunkte.

In Ursulapoppenricht wurde nach dem Tempolimit am Bahnübergang gefragt und dann hieß es Handauflegen auf die Motorhaube und Temperatur schätzen. Schließlich wurden die Oldtimer-Piloten noch beim Keilriemen-Ziel-Weitwurf gefordert.

Eine BMW-Isetta, bekannt auch als Knutschkugel.

Zwar schon Baujahr 1930, aber ein blitzblanker Tatra.

Weitaus schöner das Gesicht eines betagten Mercedes, als die heutzutage üblichen Einheitsschnauzen.

Über 100 Raritäten der Automobilgeschichte waren auf der Hochofen-Plaza geparkt.

Alfa Romeo am Hochofen.

15-Liter-Truck am Hochofen.

Reaktionstest als Prüfung, zugreifen sobald der Stab fällt.

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