09.03.2020 - 17:27 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bayerische Globalmusik begeistert den Seidel-Saal

Die Band Tri Hudebnice mischt in Sulzbach-Rosenberg gekonnt alte Schlager, Jazz, Balkanmusik und Bodenständiges.

Tri Hudebnici mit (von links) Robert Vogel (Trompete), Georg Leugner-Gradl (Klarinette), Jakob Kraft (Schlagwerk), Sebastian Meier (Tuba), Uli Lommer (Gitarre) und Klaus Hauenstein (Akkordeon).
von Externer BeitragProfil

Eine Band, die unter "falschem" Namen auftritt, sich frech über stilistische Konventionen hinwegsetzt und ihre Zuhörer zwingt, sich an ihrer Stelle auf den Bühnenboden zu setzen - normal war das nicht, was die sechsköpfige Gruppe Tri Hudebnice (zu deutsch "drei Musiker") ihrem Publikum in der Historischen Druckerei Seidel bot.

Die Formation besteht aus erfahrenen Größen der regionalen Musikszene und ist auch schon durch Fernsehbeiträge und Auftritte auf der Oidn Wies'n am Oktoberfest einem etwas breiteren Publikum bekannt geworden.

Mit ihren abwechslungsreichen, humorvollen und eigenwilligen Darbietungen aus unterschiedlichsten musikalischen Genres und Regionen begeisterten Georg Leugner-Gradl (Klarinette), Sebastian Meier (Tuba), Robert Vogel (Trompete), Klaus Hauenstein (Akkordeon), Uli Lommer (Gitarre) und Jakob Kraft (Schlagwerk) den komplett ausverkauften Saal.

Angekündigt als "Bayerische Globalmusik", konnte sich jeder Zuhörer während des Konzerts selbst mit der Frage beschäftigen, was darunter am besten zu verstehen ist: Lieder aus der guten alten Zeit des Schlagers ("Es gibt kein Bier auf Hawaii") oder der Neuen Deutschen Welle ("99 Luftballons"), jedoch vermischt mit Elementen bayerischer Volksmusik, fremdsprachige Beiträge aus dem Balkan und anderen östlichen Nachbarregionen ("Catsibilla", "Skoda lazny"), aber gesungen von waschechten Oberpfälzern, oder die Erweiterung des Repertoires an rhythmischen Besonderheiten über den "Zwiefachen" hinaus durch Stücke im 7/8-el Takt ("Eleonor") bis hin zur Umdeutung des bekannten "Kufsteinliedes" zum argentinischen Tango.

Der vielseitige Wechsel zwischen all diesen Gestaltungselementen überraschte die Gäste im Seidel-Saal ein ums andere Mal und trug so wesentlich zum hohen Unterhaltungswert des Konzerts bei. Ergänzt wurde das musikalische Programm von Tri Hudebnici mit Anleihen aus dem Jazz ("Blue Drag" von Django Reinhard) oder aus der Filmmusik ("Monaco Franze") sowie natürlich auch "im Original" interpretiertes Liedgut aus der Heimatregion ("Rechamoister", "Kistenschottisch"). Zwischendurch strapazierte Klaus Hauenstein immer wieder die Lachmuskeln des ohnehin bestens gelaunten und oft mitsingenden Publikums durch seine unnachahmliche Art, Witze zu erzählen. Am Ende waren sich die Zuhörer, die drei Zugaben forderten, einig: Wer diesen Abend verpasst hätte, dem wären zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung und Spaß durch die Lappen gegangen. Daher zuletzt noch ein Tipp an alle, die Tri Hudebnici bei anderer Gelegenheit (noch einmal) erleben wollen: rechtzeitig Karten besorgen!

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