05.12.2019 - 15:53 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bepo-Verkehrsübungsplatz: Auch Lärm wird ein Problem

Rund hundert Bürger aus Stadt und Umland waren es wohl, die am Waldspaziergang, einer Bürgerprotestaktion gegen den Fahrübungsplatz in der Wagensass, teilnahmen. Sie hörten bedenkliche Worte von Umweltschutz-Experten.

Peter Zahn (links) vom Bund Naturschutz informierte die Teilnehmer des Waldspaziergangs bei der Protestaktion über die Pläne in der Wagensaß.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz und Umweltbeauftragte der Stadt, Peter Zahn, berichtete detailliert über das neben der BePo geplante Bauvorhaben.

Nach der totalen Rodung eines etwa vier Hektar großen Waldes müsste das hügelige Gelände eingeebnet, die Vegetationsfläche teil- oder vollversiegelt werden. Es müssten Stützbauwerke als Gabionen-Schwergewichtsmauern errichtet, sowie ein Kanal- und Leitungssystem mit Speicher und Pumpwerk gebaut werden. Die Fahrübungs-Anlage würde laut Zahn an rund 204 Trainingstagen pro Jahr nicht nur von der VII. Bereitschaftspolizeiabteilung (BPA) Sulzbach-Rosenberg und dem Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei genutzt werden, sondern auch von den BPA Würzburg, Nürnberg und Eichstätt, von der Polizeihubschrauberstaffel Bayern und von den Landespolizeipräsidien Unter-, Mittel-, Oberfrankens und der Oberpfalz.

Die Trainingstage auf der Anlage würden sich weiterhin durch die Nutzung der örtlichen und der Landesverkehrswacht Bayern sowie durch Sicherheitstrainings für Motorräder erhöhen. „Es ist von einer fast täglichen Nutzung auszugehen“, stellte Peter Zahn in den Raum. Die Wirkung dieses Bauvorhabens sei aus Sicht der Bürgeraktion katastrophal: „Die Vegetationsfläche wird völlig vernichtet, alle dort lebenden Tiere werden vertrieben, alle nützlichen Bodenfunktionen werden ausfallen, wie Grundwasserneubildung oder Abbauvorgänge im Boden.“ Darüber hinaus werde das Landschaftsbild massiv verändert, die Belastung der Luft mit Kohlendioxid und Stickoxiden sowie Staub, Ruß und Verbrennungsrückständen werde zunehmen.

Ein bisher noch kaum angesprochenes Problem sprach der Umweltbeauftragte auch an: „Die Lärmbelastung wird vom Bauherrn völlig negiert, wobei die zusätzliche Lärmquelle durch den Fahrbetrieb nicht zuletzt für die direkt angrenzende Fachhochschule der Polizei selbst ein Problem sein wird.“ Diese Effekte ließen seiner Meinung nach nur folgende Schlüsse zu: Der Freistaat nehme seine Verpflichtung zum sparsamen Umgang mit Grund und Boden nicht ausreichend wahr. Den Klimaschutzvorgaben, dem Energiesparen und der Ressourcenschonung werde nicht entsprochen. „Dieses Bauvorhaben kann nur abgelehnt werden.“

Abschließend sprachen noch die beiden Vertreter des Bürgerbegehrens „Kein Fahrübungsplatz in die Wagensaß“ , Yvonne Rösel und Helmut Thomas. Sie berichteten über den Verfahrensstand, den Auftrag des Innenministeriums an die BePo zu einer erweiterten Platzsuche gemeinsam mit der Bundeswehr sowie über die inzwischen eingeleitete Klage gegen den Stadtratsbeschluss, der das Bürgerbegehren mit über 2000 Stimmen als unzulässig ablehnte. Diese wurde nach Informationen von BI-Sprecher Helmut Thomas vom Bayerischen Verwaltungsgericht Regensburg angenommen.

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