10.04.2019 - 14:54 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bergbaugeschichte für Schulen: Tief schürfen im Unterricht

Die Geschichte der Region prägte über Jahrhunderte hinweg der Erzbergbau. Nach der Schließung der letzten Grube 1977 bewahren die Bergknappen die Tradition. Jetzt soll ein Projekt helfen, damit dieses Erbe nicht in Vergessenheit gerät.

Die Bezeichnung „Ruhrgebiet des Mittelalters“ zeugt von einer florierenden Bergbaugeschichte in der Region. Allein sechs Eisenerzgruben – das Bild zeigt eine Darstellung des Annaschachtes von Ilse Hutterer – gab es in Sulzbach-Rosenberg. Mit einem Lernkonzept soll der lokale Bergbau jetzt im Unterricht an Schulen im Amberg-Sulzbacher Raum Einzug halten.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Dass im Bergbau die Wurzeln unseres Wohlstands liegen, und damit eine reiche Kultur- und Montangeschichte verbunden, davon sind Stiber-Vorsitzende Tanja Weiß und Bergknappenvereinsvorsitzender Armin Kraus überzeugt. "Klar, dass man sich bei dieser Themenvielfalt auch mit der Frage auseinandersetzt, wie sie bei den immer weniger werdenden Zeitzeugen auch der Nachwelt und vor allem den Kindern und Jugendlichen weitergeben wird", nennen die beiden beim Pressegespräch als Antrieb.

Die Erzbrocken ins Rollen brachte dazu aber fast buchstäblich eine Sitzung des Knappen-Landesverbandes, wo Armin Kraus durch einen Kollegen auf eine Lernheft-Reihe aufmerksam gemacht wurde, die sich speziell mit dem Thema Bergbau für Schüler ab der 4. Jahrgangsstufe beschäftigt. "Dieses Konzept konnte ich mir spontan auch für den Heimat- und Sachkunde- oder Geschichts- und Geografieunterricht an unseren Schulen vorstellen", sagt Kraus.

Von dieser Idee angetan zeigte sich auch Tanja Weiß, deren Historische Gruppe Stiber-Fähnlein mit den Bergknappen etwa auch beim Schaustollen Max oder beim Bergbaupfad zusammenarbeitet. Wie sie beim Gespräch in der Redaktion erklärt, handelt sich beim Bergbau-Konzept eigentlich um die Zulassungsarbeit der Lehramtsanwärterin Johanna Kestel aus dem oberfränkischen Stockheim, wo die bedeutendste Steinkohlegrube Bayerns bis 1968 in Betrieb war.

"Das Bergbau-Konzept, das größtenteils auch auf unsere Bergbaugeschichte angewendet werden kann, spricht Schüler ab der vierten Jahrgangsstufe, also Kinder und Jugendliche zwischen neun und zwölf Jahren an. Sie können damit das oft vernachlässigte Thema Bergbau im Heimat- und Sachkundeunterricht beispielsweise intensiv und eigenständig selbst erarbeiten", sagt Tanja Weiß. Die Stiber-Vorsitzende passt zusammen mit Armin Kraus, der auch Landesvorsitzender der Knappen ist, das Bergbau-Konzept auf die Region Sulzbach-Rosenberg, Auerbach und Amberg an. "Johanna Kestel hat uns dankenswerter Weise, die Erlaubnis dazu erteilt, ihr Konzept für unsere Gegebenheiten zu modifizieren. Daran arbeiten wir zurzeit und wollen das Gesamt-Paket allen Schulen, die Interesse zeigen, zur Verfügung stellen", freut sich Kraus.

Die Initiatoren sind überzeugt, dass damit für Lehrkräfte spätestens zum Beginn des Schuljahres 2020/21 ein sehr brauchbares Konzept vorliegt, das begeistert und die Bergbaugeschichte lebendig werden lässt.

Fünf Hefte zu verschiedenen Themen und ein Begleitheft für Lehrkräfte umfasst das Bergbau-Konzept für Stockheim. Ähnliches soll es bald für die Schulen der Region geben.
Bergknappen-Vorsitzender Armin Kraus (links) und Stiber-Vorsitzende Tanja Weiß freuen sich über das Konzept, das Kindern und Jugendlichen die Bergbaugeschichte der Region nahe bringen soll.

 

 

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