18.10.2019 - 10:49 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bergknappenkapelle Sulzbach-Rosenberg gibt Jahreskonzert

Premiere für das Jahreskonzert der Bergknappenkapelle: Zum ersten Mal wandert es vom Sommer in den Herbst. Und der Kapellmeister muss ein Versprechen einlösen.

Seit 13 Jahren findet das Jahreskonzert der Bergknappenkapelle statt. In der traditionellen Uniform der Bergleute unterhalten die Musikerinnen und Musiker mit einem anspruchsvollen Programm.
von Helga KammProfil

Mehr als 30 Frauen und Männer dirigiert Johannes Mühldorfer in seiner Bergknappen- oder Stadtkapelle. Sie sind in der Mehrzahl jung und weiblich. Ein Bergmann ist nicht mehr dabei, aber den schwarzen Bergmannskittel tragen alle noch. Auch in der Musik verbinden sie Tradition und Moderne.

Das Jahreskonzert, ursprünglich für Juli geplant, wurde der Hitze wegen auf Oktober verschoben. Das Gegenteil, nämlich große Kälte, traf beim Raiffeisen-Benefizkonzert im Februar in der Christuskirche ein. "Darum tauschen wir jetzt", gab Siegfried Meier in seiner Begrüßung bekannt: "Jahreskonzert künftig im Winter in der warmen Aula, Benefizkonzert im Sommer in der kühlen Kirche." Über eine weitere Neuerung dürfen sich die Musiker und ihr Kapellmeister freuen: Ihre künftige Zusammenarbeit mit der Städtischen Sing- und Musikschule bringt auch finanzielle Vorteile mit sich.

Breitgefächert und anspruchsvoll ist das Repertoire der Kapelle an diesem Abend. Das Programm enthält moderne Arrangements wie die "New York Overture" von Kees Vlak oder "Moment for Morricone" von Ennio Morricone. Den meisten Zuhörern bekannt sind die Melodien aus James-Bond-Filmen oder Phil Collins' "You'll be in my Heart". Das gewaltige "Salve Imperator" von Julius Fucik eröffnet den Abend, die Overture von "Orpheus in der Unterwelt" entführt ins Land der Operette. Darin erhält Reiner Vogel als Klarinetten-Solist großen Beifall, ebenso Sebastian Kiesel für sein Solo an der kleinen Trommel in "Klostermanns Meistertrommler" von Franz Watz. Dass sie aber auch die Blasmusik noch immer bestens beherrschen, beweisen die Orchestermitglieder beim Marsch "Blasmusik macht Laune" oder beim "Mars der Medici".

Alexandra Ottmann, die Vorsitzende des Fördervereins spielt nicht nur Querflöte in der Kapelle, sie ist auch die Moderatorin. Zwischen den einzelnen Beiträgen stellt sie die Komponisten und ihre Werke vor, beschreibt deren Entstehungsgeschichte und Inhalte, führt mit Worten zum guten Verständnis der einzelnen Musikstücke. Zusammen mit den Musikern begleitet sie die Besucher zu den Wasserfestspielen in Stockholm oder zu einem Bummel durch New York, erzählt von der Filmmusik aus den Leone-Western oder entführt in die Welt der Geheimagenten mit Melodien aus James-Bond-Filmen.

Das Orchester zeichnet diese Ereignisse, Stimmungen und Gefühle mit seinen Instrumenten nach. Von den kleinen Flöten und dem Triangel über die mittleren Holz- und Blechblasinstrumente bis hin zu den großen Bass-Tuben, Trommeln und Schlagwerken gibt es ein harmonisches Zusammenspiel aller; eine gewaltige Klangfülle, gleichzeitig eine Spielfreude auch bei den nicht immer leichten Passagen der zeitgenössischen Kompositionen. Johannes Mühldorfer führt seine Musiker mit sparsamen Gesten, weiß um ihr Können und ihre Disziplin. Am Ende des Abends ist ihm und seinen Mitspielern großer Beifall gewiss. Dem Glück-Auf-Marsch, wie bei jedem Jahreskonzert der bewegende Abschluss mit stehendem Publikum, folgen zwei Zugaben. Der Kapellmeister löst damit ein Versprechen ein, das er beim Raiffeisen-Benefizkonzert im Februar gegeben hat: Der Kälte wegen gab es damals nämlich gar keine Zugabe.

Einer, der sich kein Konzert der Bergknappenkapelle entgehen lässt: Urgestein „Tschitto“ Hofmann, inzwischen 88 Jahre alt, hat 57 Jahre lang die Klarinette gespielt.
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