(hka) Ein fester Termin im Veranstaltungskalender der Stadt ist jeweils am Donnerstag nach dem Altstadtfest das Jahreskonzert der Stadtkapelle. 2007 wurde – noch als Bergknappenorchester - damit begonnen, heuer das Dutzend voll gemacht. Johannes Mühldorfer, 2016 zum Stadtkapellmeister ernannt, hatte auch diesmal ein Programm mit musikalischen Highlights zusammengestellt,dem Können und der Spielfreude seines Orchesters entsprechend und ebenso dem Geschmack des Publikums.
Wie immer ist der Andrang in der Aula der Krötensee-Mittelschule groß als Siegfried Meier die Fans der Kapelle begrüßt, darunter Veteranen aus dem Bergbau und dem früheren Bergknappenorchester neben Vertretern aus Politik und Wirtschaft.
Mit dem schwarzen Bergmannskittel und dem Tschako mit dem roten Federbusch betonen die rund 35 Musikerinnen und Musiker im Alter von 15 bis 70 Jahren die Tradition ihres Orchesters. Die vielen jungen Leute zeigen, dass der Übergang von alten Hasen zum jungen Nachwuchs gelungen ist: Die Jungen kommen aus Musikschulen und verschiedenen Musikgruppen und bringen ihr Können ein.
So breitgefächert wie das Alter der Mitwirkenden ist auch das Repertoire der Stadtkapelle an diesem Abend. Das Programm enthält leichte Operette, Südböhmische Polka, vieles aus Musicals, Ohrwürmer und Hits des vergangenen Jahrhunderts. Als Solisten glänzen die Trompeter Michael Heinz und Lena Schmalzl sowie Sebastian Meier mit seinem Waldhorn. Zwischen den einzelnen Stücken legt Alexandra Ottmann ihre Querflöte weg und spricht die verbindenden Texte. Die Vorsitzende des Fördervereins stellt die Komponisten vor, beschreibt Texte, Entstehungsgeschichten und Inhalte der gespielten Stücke, so dass das Publikum nicht nur der Musik lauschen, sondern sie auch gut verstehen kann. Ottmann und das Orchester führen die Besucher musikalisch ins London der Fair Lady, lasseb den Happy Sound von James Last auferstehen und erzählen die biblische Geschichte von „Joseph and the Amazing“. Mit den Melodien der Beatles oder denen von Tom Jones und Neil Diamond lassen sich die Zuhörer zurückversetzen in die 70er und 80er Jahre, bei „Oregon“ finden sie sich wieder in einer spannenden Zugfahrt durch amerikanische Goldgräber- und Indianer-Gebiete.
Das Orchester zeichnet Stimmungen, Gefühle und Rhythmen mit seinen Instrumenten nach. Von den kleinen Flöten über die mittleren Blasinstrumente bis hin zu den großen Bass-Tuben, Trommeln und Schlagwerken gibt es ein harmonisches Zusammenspiel aller, eine gewaltige Klangfülle, gleichzeitig eine Spielfreude auch bei den nicht immer leichten Passagen der zeitgenössischen Stücke.
Bei den „Gentlemen of Music“ übernimmt Orchestermitglied Maria Boßle den Taktstock, dirigiert „Delila“ und „Song sung blue“ , während der Kapellmeister Mühldorfer das Schlagwerk bedient. Eine Zugabe erbittet das Publikum nachdem wie in jedem Jahr der bewegende Abschluss des Jahreskonzerts, der Glückauf-Marsch, verklungen ist. Tradition und Moderne sind wieder vereint: die Erinnerung an den Bergbau, der die Stadt und die Region geprägt hat, und gleichzeitig die Musik des Musicals und des Pop, der die heutige Zeit und Welt gehört.
Sulzbach-Rosenberg
Update 05.07.2018 - 14:12 Uhr
Bergmannstradition musikalisch erhalten
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Meistgelesene Artikel
Zum Fortsetzen bitteE-Mail eingeben
Sie sind bereits eingeloggt.
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.