25.09.2018 - 14:26 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Blindgänger entpuppt sich als Flugzeugtank

Schreck, Aufregung und Aufwand sind groß: An einem Teich nahe Neukirchen liegt etwas, das aussieht wie eine Bombe. Das Sprengkommando rückt an, aber es gibt bald Entwarnung. Was da zum Vorschein kommt, ist nicht gefährlich. Nicht mehr.

Etwa drei Meter lang und einen Zentner schwer war der Zusatztank, den ein Flugzeug irgendwann in den Weiher hatte fallen lassen.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die Frau staunte nicht schlecht, als sie mit dem Hund spazieren ging und am Montag gegen 16.30 Uhr den Gegenstand entdeckte. Sie alarmierte die Polizei, die zusammen mit den örtlichen Feuerwehren zu einem nicht alltäglichen Einsatz in ein Wald- und Wiesengebiet südöstlich der Ortschaft Föderricht bei Neukirchen ausrückte. Am dicht bewachsenen, verlandeten Ufer einer Weiheranlage lag ein größerer Gegenstand, "mutmaßlich ein Blindgänger aus vergangenen Kriegstagen", wie der Polizeibericht vermerkt.

Weil die Polizei nach einer ersten Bewertung des etwa drei Meter langen Gegenstandes mit Heckleitwerk und einem Durchmesser von etwa 40 Zentimetern nicht ausschließen konnte, dass es sich dabei tatsächlich um eine Fliegerbombe handelt, wurden die Fachleute vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Feucht (bei Nürnberg) hinzugerufen. Zwischenzeitlich bauten die alarmierten Feuerwehren aus Röckenricht und Holnstein eine Beleuchtung an der Einsatzstelle auf.

Nach Eintreffen der Feuerwerker stellte sich schnell heraus, dass es sich bei dem Fund um den Außentank eines unbekannten militärischen Luftfahrzeugs handelte. Gefahrlos konnte der leere Behälter schließlich durch die Feuerwehren mit Motorsägen freigeschnitten und anschließend geborgen werden.

Weil weder der Kampfmittelbeseitigungsdienst noch die anderen beteiligten Hilfsorganisationen über Transportkapazität für den sperrigen Tank verfügten, wurde schließlich noch das Technische Hilfswerk aus Sulzbach-Rosenberg zur Unterstützung angefordert und mit dem Abtransport zur Niederlassung des Sprengkommandos ins mittelfränkische Feucht beauftragt. Der Einsatz vor Ort endete gegen 22.15 Uhr.

Dem äußeren Zustand nach dürfte der leere Tank bereits vor geraumer Zeit von einem Militärflieger abgeworfen und im Uferbereich der Weiheranlage unentdeckt niedergegangen sein. Der Rückgang des Wassers im Weiher nach anhaltender Sommertrockenheit schließlich gab den Fiberglaskörper preis. Eine Beeinträchtigung der Umwelt konnte ausgeschlossen werden, bilanzierte die Polizei abschließend.

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