03.09.2018 - 16:53 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Blutiger Zoff mit Weizenglas auf Tanzfläche

Einer von zwei Verletzten schwebt vorübergehend sogar in Lebensgefahr. Trotzdem flieht er vor Behandlung aus dem Krankenhaus

Bei einer Schlägerei in einer Sulzbacher Diskothek wurden zwei Personen verletzt - einer davon trug eine lebensbedrohliche Wunde davon.

(ben) Als der Musik- und Nachtschwärmertempel vor den Toren der Stadt vor wenigen Tagen öffnete, da zog die Polizei noch ein sehr positives Fazit. Seit dem Wochenende gibt's einen dicken Wermutstropfen: "Das brauchen wir nicht öfter", fand der Sulzbach-Rosenberger Polizeichef Michael Kernebeck unmissverständlich deutliche Worte. Die Rede war von einer blutigen Auseinandersetzung in den Räumen des Happy Rock. Sie sorgte für einen größeren Polizeieinsatz.

Ursache unklar

Ob es die ewig währende Hassliebe zwischen Franken und Oberpfälzern war, ob Frauen eine Rolle spielten oder ob schlicht ausschließlich übermäßiger Alkoholgenuss ursächlich war für den Zwist zu früher Morgenstunde, ist bei der Polizei nicht vermerkt. Nach ersten Vernehmungen aber stellt sich die Situation so dar, dass zwei Männer aus dem Kreis Nürnberger Land und ein Mann (26) aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach sich gegen 4.10 Uhr auf der Tanzfläche ziemlich heftig in die Haare geraten waren.

Die Auseinandersetzung wurde aber nicht nur verbal geführt, sondern ging sehr rasch in einen letztlich bluternsten Streit über. In dessen Verlauf sah sich der Einheimische plötzlich mehr als massiv bedrängt durch einen 24-Jährigen aus dem Duo. Auch der Zweite im Bunde soll kräftig mitgemischt haben, als die Mittelfranken den Amberg-Sulzbacher von hinten packten und nach dessen Darstellung würgten.

Der Angegriffene hatte zum Zeitpunkt der Attacke ein Weizenglas in der Hand. Mit diesem - es ging dabei zu Bruch - setzte er sich zur Wehr. Er schlug auf den Kontrahenten ein und traf diesen auch. Unter anderem am Hals, wo später durchaus lebensbedrohliche Schnittverletzungen diagnostiziert wurden.

Mehrere Streifenwagen

Dem anwesenden Personal des Sicherheitsdienstes gelang es, die Streithähne zu trennen. Dies geschah noch vor dem Eintreffen der Polizei. Es waren mehrere Streifenbesatzungen angerückt, von der örtlichen Inspektion ebenso wie von benachbarten Dienststellen.

Während der Amberg-Sulzbacher mit Schrammen am Hals und Schnittwunden an den Händen ins Klinikum St. Marien nach Amberg gebracht wurde, fuhr der Rettungsdienst den einen Mittelfranken in das St.-Anna-Krankenhaus nach Sulzbach-Rosenberg. Dessen Begleiter hatte sich zwischenzeitlich aus dem Staub gemacht.

Gefahr des Verblutens

In der Klinik angekommen, wollte sich der 24-Jährige nach Angaben der Polizei aber nicht behandeln lassen. Wörtlich hieß es dazu im amtlichen Bericht: "Er wurde gegenüber dem medizinischen Personal renitent und flüchtete zunächst aus der Einrichtung".

Damit war das Geschehen samt Polizeieinsatz von der Diskothek ins Umfeld des Krankenhauses verlagert. Eine intensive Suche setzte ein. Dies vor dem Hintergrund, weil die behandelnden Ärzte nicht ausschlossen, dass der Mann ohne medizinischen Beistand verbluten könnte.

Eine Bekannte brachte den Flüchtigen schließlich zur Räson, und so kehrte er quasi freiwillig in die Klinik zurück. Beide Verletzte waren nach amtlichen Angaben mit jeweils etwa zwei Promille erheblich alkoholisiert. Da jeden der Männer der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung trifft, ordnete die Staatsanwaltschaft Amberg jeweils die Entnahme von Blutproben an.

Noch immer ist die Polizei auf der Suche nach dem dritten Beteiligten. Das gilt auch für die Bekannte, die besänftigende Überzeugungsarbeit geleistet hat. Hinweise auf deren Identität erhofft sich die Polizei im Sulzbacher Schloss (09661/87 44-0).

Auge verloren

Angesichts dieses blutigen Vorfalls kommt nicht nur Insidern ins Gedächtnis, dass es in der Diskothek, damals kurz vor deren vorübergehender Schließung, einen ähnlich gelagerten Streit gegeben hat: Am letzten Samstag im November 2015 verlor damals ein 16-Jähriger aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach nach einem Weizenglas-Zoff weitestgehend die komplette Sehkraft eines Auges.

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