06.11.2019 - 16:21 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bypass-Kanal gegen Hochwasser in Großalbershof

Land unter im Dorf - das hat es in Großalbershof schon öfter gegeben. Jetzt laufen aber die Planungen für eine Lösung auf Hochtouren: Ein "Bypass" im Osten soll Abhilfe schaffen, ein Speicher zusätzliche Sicherheit bringen.

Gewaltige Wassermengen brachen 2011 über den Ortsteil Großalbershof herein – dieses Gartenhaus stand zur Hälfte unter Wasser.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Schon seit Jahren ziehen sich Gespräche zwischen den Behörden und die Vorplanungen hin, jetzt stellte das beauftragte Ingenieurbüro UTA im Bauausschuss weitere Einzelheiten und einen groben Zeitplan vor. Rainer Rubenbauer erinnerte zunächst an seine Präsentation bei der Info-Veranstaltung für die Großalbershofer Bürger am 3. Juni, bei der er die beiden Bauabschnitte der Hochwasserfreilegung ausführlich beschrieben hatte.

Abfluss verbessern

Diese beiden Kanalröhren konnten das Hochwasser nicht mehr fassen. Damit sich das nicht wiederholt, wird jetzt ein Entlastungskanal angelegt.

Die jetzige Situation stelle sich mit einer Regenwasser-Einleitstelle in der Dorfmitte problematisch dar. Deswegen sollten im ersten Bauabschnitt die Abflussleistung des Leherbaches hydraulisch verbessert werden. Das Regenwasser aus dem gesamten Hanggebiet im südwestlichen Ortsteil von Großalbershof und die Bahndamm-Entwässerung pressen sich momentan durch eine bestehende 600-Millimeter-Leitung Richtung Bach und stoßen dort im 90-Grad-Winkel an. Der teils verrohrte, teils offene Ablauf schafft dann bei Starkregen die Wassermassen oft nicht genügend weg, so dass es zu Überflutungen kommt. Strömungstechnisch ungünstige Kanalverläufe tun ein Übriges, um für Rückstau zu sorgen.

Und das ist der Plan: Das Wasser aus diesem Hanggebiet und die gesamte Bahndamm-Entwässerung werden gebündelt, unter dem Bahndamm hindurchgeleitet und fließen in einer neuen, 150 Meter langen 800er-Leitung östlich der Bahnlinie in Richtung Unterführung in das nachfolgende Bach-System nach Iber ab.

Becken soll vorbeugen

Das entlastet den Leherbach in der Ortsmitte schon mal. Zusätzlich müssen einige bestehende Rohrleitungen im Dorf, die nicht optimal sind, verlegt oder erweitert werden.

Damit man aber ganz auf der sicheren Seite ist, sieht der Bauabschnitt 2 den Bau eines Hochwasser-Rückhaltebeckens nordwestlich des Ortsrandes mit einem nutzbaren Volumen von rund 10 000 Kubikmetern vor. Es soll als Puffer bei Starkregenfällen dienen und das Wasser dosiert in den Bach abgeben. Der eine Standort läge rund 150 Meter, der andere etwa 500 Meter vom Dorf entfernt. Jeweils ein bis zu vier Meter hoher Erddamm würde das Auffang-Areal absichern. Bei normalem Wetter kann die Fläche natürlich auch als Wiese oder Weide dienen.

Standort noch unklar

Derzeit laufen die Baugrund-Untersuchungen an beiden möglichen Standorten. Ein Wirtschaftlichkeits-Vergleich wird nach den Bodenproben die Entscheidung bringen, an welchem Standort das Hochwasser-Rückhaltebecken letztlich entsteht. Berechnet wird das Becken übrigens nach dem Durchschnitt des sogenannten "Jahrhundert-Hochwassers", also nach dem schlimmsten anzunehmenden Fall.

Dann folgen noch die Detailplanung, Behördenabstimmungen, eine Kostenermittlung und Förderanträge. Auch mit der Deutschen Bahn muss wegen der erforderlichen Durchpressung des Bahndamms verhandelt werden. Wie zu erfahren war, könnte der früheste Zeitpunkt des Baubeginns im Jahr 2021 liegen. Dann wird Großalbershof hoffentlich ein Hochwassserproblem weniger haben.

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