17.12.2019 - 15:59 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Dauergast im Seidel-Saal: Mathias Kellner dieses Mal solo

Der Nikolaus ist verschwunden, denn das fiese Christkind hat ihn in den Keller gesperrt. Solch skurrile Geschichten kann nur einer erzählen: Mathias Kellner gibt im Seidel-Saal davon noch weitere zum besten.

Mit Liedern und Geschichten erzählt Mathias Kellner im Sulzbach-Rosenberger Seidel-Saal vom niederbayerischen Alltag in seiner Jugend.
von Helga KammProfil

Es ist der letzte Abend der Herbst-Kultour, und es wird viel gelacht. Mathias Kellner, "der Straubinger Dude mit der Gitarre", ist zum wiederholten Male im Seidel-Saal. Er erzählt, singt, zupft auf seinem Instrument, immer auf Du und Du mit seinem Publikum. "Irgendwie und ungefähr" nennt er sein Programm, weil sich da keiner was darunter vorstellen könne: "Da kann i macha, wos i wüll".

Seine Geschichten erzählt und singt er in seinem niederbayerischen Heimatdialekt, nimmt sein Publikum mit in die Orte seiner Kindheit und Jugend, in die Ludmilla-Realschule in Bogen oder die Kneipe "Kairo" in Straubing. Wenn er spielt und singt, ist sein Sound meist leicht und ruhig, die Stimme angenehm, die Texte manchmal nachdenklich, auch mit Gefühl und Tiefgang. Ganz anders seine Geschichten. Grimassen, rollende Augen, die Stimme leise bis laut, und die Texte, aberwitzig und amüsant, reflektieren den niederbayerischen Alltag bis ins Groteske, gleiten ab und zu über in Klamauk.

Kellner gilt als einer der bekanntesten Heimatsound-Künstler, hatte anfangs eine eigene Band, in der er Englisch sang, bevor er 2014 die Mundart für sich entdeckte. Seitdem beamt er sich und sein Publikum bei seinen Auftritten zurück in die vermeintlich besseren Zeiten seiner Jugend und seines Heimatdorfes. "Des woas ma heit gor nimma", sagt er, wenn er von seinem Cassetten-Rekorder erzählt oder der ersten großen Liebe, einem Ford Fiesta ohne Servolenkung. Die pubertären Gefühle für die Klassenkameradin Sabine, das Schmusen auf der Tanzfläche beim "Hosentürlwetza", der Mofa-Ausflug mit den Kumpels und den "Goaßnmaßn" in der "Boazn", die Heimfahrt auf dem "Promilleweg", all das spricht gleichermaßen von Lebenslust und Melancholie, von Langeweile und Aufbruch. "Manchmal steig i ein in die Zeitmaschin, wo alles so guat wor", singt er eine melancholische Ballade, erinnert sich, "es leicht alles in bunte Farben, wenn i die alten Bilder seh" und gesteht: "Später wor i nie mehr so frei."

Um Zugaben kommt Mathias Kellner an diesem Abend nicht herum. "In Gotts Nam", gibt er sich geschlagen, dankt dann Fred Tischler und seinem Team und weist seine Fans gleichzeitig auf ein baldiges Wiedersehen hin: Schon am Samstag, 1. Februar, kehrt er zurück und bringt mit den Kollegen von "Wurzelwasser" Austropop aus Bayern in den Seidel-Saal.

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