04.12.2019 - 15:53 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Die Dunkelheit hell machen

Ein „swingendes Vorweihnachts-Special“ hatte niemand erwartet. Die Besucher in der Schlosskapelle St. Nikolaus wussten, dass es anspruchsvoll wird, wenn Museums-Förderverein und Berufsfachschule für Musik zum Adventskonzert einladen.

Peter Lang, der Vorsitzende des Museums-Fördervereins heißt die Gäste in der Kapelle St. Nikolaus im Sulzbacher Schloß willkommen.
von Helga KammProfil

Weil in der Museums-Scheune noch immer das Mammut schwitzt, wählte der Museums-Förderverein für sein vorweihnachtliches Konzert diesmal die Kapelle St. Nikolaus im Sulzbacher Schloss. Und wieder waren es wie in den Vorjahren Gruppen der Berufsfachschule für Musik (BfM), die zusammen mit Markus Brandl das Programm gestalteten. Das Vokalsolisten-Ensemble unter Leitung von Ursula Kohlhäufl-Steffl und die jungen Frauen und Männer des Blechbläser-Ensembles von Norbert Lodes hatten ein anspruchsvolles Programm ausgewählt. Es umfasste überwiegend Werke von Komponisten aus verschiedenen Epochen, von Georg Philipp Telemann über Johann Sebastian Bach bis Felix Mendelssohn Bartholdy.

Das Vokal-Ensemble eröffnete den Reigen mit einem franziskanischen Hymnus und einem gregorianischen Choral, es folgten die Blechbläser mit "Spirit of Brass", einer gewaltigen Fanfare. Mit "Nun kommt der Heiden Heiland" kam mit Melodie und Text Martin Luther zu Gehör, der Heroische Marsch "Die Würde" und das Stück "Denn er hat seinen Engeln befohlen" hatten die Bläser in ihrem Repertoire. Kontrast dazu waren ein paar volkstümliche Lieder wie "Sing' ma im Advent ganz a schöine Weis" oder das bayerisch-böhmische Weihnachtslied "Auf ihr Hirten von dem Schlaf". Apollonia Schmidt überraschte mit Sologesang, die Bläser brachten mit "Intrade" und "Madrigal" Barockmusik zu Gehör.

Dass die Gruppen der BFM auch Knorr von Rosenroth, den Gelehrten, der im 17. Jahrhundert in Sulzbach-Rosenberg gewirkt und große Spuren hinterlassen hat, mit dem "Morgenglanz der Ewigkeit" ins Programm eingebaut hatten, beeindruckte nicht nur Markus Brandl, der mit überwiegend selbst verfassten Texten die einzelnen Darbietungen verband. Der Gymnasiallehrer und Theologe bemühte sich, auf den Kernvon Weihnachten hinzuweisen, ohne aber ein Rezept zum Gelingen zu haben. "Dass die Welt eine andere wäre als die, die wir in der Tagesschau erleben", wünschte er, prangerte an, dass Menschen verurteilt werden, die im Mittelmeer Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten. Vergleichbar mit der biblischen Herbergssuche sei das, wenn Flüchtlinge auf Schiffen vergeblich um Aufnahme in Häfen suchten.

"Wir zünden Kerzen an, weil wir glauben, dass wenig dazu reicht, um die Dunkelheit hell zu machen", vermutete Brandl. Ergänzt wurden seine Worte durch Textbeiträge mehrerer Schülerinnen und Zitate prominenter Zeitgenossen wie Margot Käßmann und Anselm Grün sowie des Anfang des 20. Jahrhunderts in Auerbach geborenen Theologen Johann Baptist Metz, der erst in diesen Tagen verstorben ist.

Die Mühe der Vorbereitung durch die "Museums-Fördervereins-Engel" honorierte abschließend Stadtheimatpfleger Markus Lommer mit - passend zur Kapelle St. Nikolaus - einem Dutzend Schoko-Nikoläusen, während Peter Lang als Vorsitzender der Museums-Förderer, seinen Dank verband mit Respekt und Anerkennung für die Berufsfachschule für Musik und die Leistung der dort Studierenden.

Das Vokalsolisten-Ensemble "Voices pur" unter der Leitung von Ursula Kohlhäufl-Steffl sang auch Knorr von Rosenroths "Morgenglanz der Ewigkeit". Die verbindenden Texte sprach Markus Brandl.
Norbet Lodes dirigiert sein Blechbläser-Ensemble.
Blechbläser und Vokalisten zusammen auf der Bühne der Schloss-Kapelle. Im Korb vor ihnen "Nikolaus-Packerln" als Dankeschön des Museums-Fördervereins.
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