Sulzbach-Rosenberg
15.03.2019 - 11:16 Uhr

Duo Ariana Burstein & Roberto Legnani in der ehemaligen Synagoge

Seit 1996 spielen sie erfolgreich zusammen, das Duo Burstein & Legnani. In der voll besetzten ehemaligen Synagoge Sulzbach-Rosenberg bieten sie ein Konzert der Extraklasse.

von MÜB
Das Duo Ariana Burstein & Roberto Legnani in der ehemaligen Synagoge Sulzbach-Rosenberg Bild: müb
Das Duo Ariana Burstein & Roberto Legnani in der ehemaligen Synagoge Sulzbach-Rosenberg

Das Publikum fand kaum noch Sitzplätze, so groß war das Interesse an dem ungewöhnlichen Duo mit Gitarre und Violoncello. Ein breites Angebot stand auf dem Programm, Eigenkompositionen, spanische, brasilianische, italienische Melodien bis zu einem chinesischem Liebeslied.

Cellistin Ariana Burstein wurde in Buenos Aires geboren. 1971 zog sie mit ihrer Familie von Uruguay nach Israel. Sie studierte Violoncello in Argentinien, Uruguay und Israel. Nach dem Studium gewann sie viele Preise bei verschiedenen Musikwettbewerben. Von 1973 bis 1978 war sie Mitglied des Kibbutz Chamber Orchestra als Solistin.

Gitarrist Roberto Legnani studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und an der Universität in Freiburg. Er unternahm Konzertreisen durch Europa, Israel, USA und Südkorea. Gemeinsame Konzerte, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen machte er unter anderem mit dem Gitarristen Siegfried Behrend.

"Tir Na Nog", mit keltischen sanften Melodien aus der "Anderswelt" begann das Duo das morgendliche Konzert, gefolgt von Antonio Vivaldis "Concerto in re maggiore". Das Duo Burstein & Legnani hat diese Komposition erstmals für Cello und Gitarre arrangiert. Die Gitarre wird, wie im Barock üblich, vom eindrucksvollen Continuo des Cello begleitet.

"Cavalli selvaggi", komponiert von Legnani für großes Filmorchester, lässt beim Arrangement für Gitarre und Cello viel Platz für Fantasien. Das Stück "Asturias" des spanischen Komponisten Isaac Albéniz, das in den 1960er-Jahren auch in der Popkultur zu Ruhm gelangte, verbindet den Rhythmus spanischer mit andalusischer Volksmusik. "Le Chat de Paris", eine Eigenkomposition von Legnani, amüsiert die Zuhörer mit gekonnter Lautmalerei. Man kann die Katze beim Spaziergang durch die Straßen von Paris musikalisch verfolgen und ihre Stimmungen nachempfinden.

"El Choclo" ist einer der bekanntesten Tangos, komponiert von Angel Gregorio Villoldo. Dem Milonga-Rhythmus des Tangos kann sich keiner entziehen. Zurück nach Spanien zum Komponisten Manuel de Falla, zu den Ursprüngen des Flamencos mit "Musica en Andalucia" und "Romance del Pescador y Farruca", Stücke die auch Paco de Lucia zu seinem Repertoire zählt.

Die Klänge der akustischen Gitarre reichen von feinen Tönen bis hin zu auftrumpfenden Passagen. Beim rasanten Spiel der temperamentvollen, aber auch melancholischen spanischen Musik werden extrem schwierige Passagen vom "Meister des sauberen Tons" ohne Schnarren oder Quietschen der Saiten dargeboten. Auch das Cello übernimmt die Melodie mit Bravour. Dann begleitet die Gitarre zurückhaltend in feinen Harmonien und Läufen und die Werke enden in elegant abgestimmter Modulation. Das Publikum verharrte in Schweigen bevor der Beifall losbrach.

Mit einer spanischen Melodie verabschiedete sich das Duo Ariana Burstein & Roberto Legnani und entließ sein Publikum in den Nachmittag.

Ariana Burstein in der ehemaligen Synagoge Sulzbach-Rosenberg Bild: müb
Ariana Burstein in der ehemaligen Synagoge Sulzbach-Rosenberg
Roberto Legnani in der ehemaligen Synagoge Sulzbach-Rosenberg Bild: müb
Roberto Legnani in der ehemaligen Synagoge Sulzbach-Rosenberg
 
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