Das Duo Zaruk, Cellistin Iris Azquinezer und Gitarrist Rainer Seiferth, lässt diese untergegangene Kultur wieder lebendig werden. Die beiden Musiker spielten in der ehemaligen Synagoge sefardische Lieder; so, wie sie in den jüdischen Gemeinden rund um das Mittelmeer gesungen wurden und werden. Dabei hat die Musik in den über 500 Jahren seit der Vertreibung aus Spanien lokale Einflüsse angenommen, ihren unverwechselbaren, meist melancholischen Klang aber bewahrt. So ist sie ein Spiegel der Geschichte des jüdischen Volkes.
Lieder spielten bei den Sefardim immer eine große Rolle und begleiteten alle Situationen des Lebens. Deshalb spielte das Duo Zaruk unterschiedliche Liebeslieder, die musikalische Biografie einer Frau, philosophische Überlegungen und auch Wiegenlieder. Immer verzauberte Azquinezer mit dem sinnlichen, singenden Klang ihres Cellos, auch wenn sie nach jedem Lied nachstimmen musste, weil sich das Instrument in der recht kühlen Synagoge verstimmte. Seiferths Gitarre war mal leidenschaftlich, mal gefühlvoll und oft rhythmisch markant. Die Musiker spielten nicht einfach nur zusammen, sondern wirklich miteinander. Mit kurzen Blicken stimmten sie sich ab, gingen aufeinander ein und fast ineinander auf. So hatte man den Eindruck, dass jeder von ihnen beide Instrumente gleichzeitig spielte.
Das Duo Zaruk ließ zwar vor allem die Musik sprechen, stellte aber die Lieder kurz vor. So erfuhren die Zuhörer, dass das über 500 Jahre alte scherzhafte "Ábreme la puerta" von einem Mädchen erzählt, das seinen Liebsten immer wieder vertröstet und ihm in der Nacht nicht die Tür öffnet. Aber auch ganz alltägliche Themen fassten die Sefarden in Lieder, um sie sich zu merken. So gab es ein hinreißendes Stück über sieben Arten, Auberginen zuzubereiten. Vielfältig müssen diese Rezepte sein, eine wahre Explosion der Aromen. Leider sangen Azquinezer und Seiferth die Texte nicht, so dass dieser Gaumenschmaus den Oberpfälzer Speiseplan nicht bereichern wird.
Über der Tragik des jüdischen Volkes vergisst man leicht seine fröhlichen Seiten. Die machte das Duo Zaruk bei der Zugabe sichtbar. Azquinezer legte ihr Cello wie eine Gitarre über den Schoß und zupfte. Dabei flirtete sie humorvoll mit Seiferth. Kokettes Wegschauen, scheinbar ärgerliche Abweisung, niedliches Schmollen und schließlich strahlende Blicke illustrierten die Musik. Hinreißend! Mit stürmischem Beifall dankte das begeisterte Publikum den Musikern.














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