12.09.2019 - 12:57 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Fraunhofer-Institut: Heimat hat Forschungs-Potenzial

"Eine segensreiche Einrichtung, die sich positiv auf unsere Heimat auswirkt": Der Minister zeigt sich beeindruckt von der Forschungsarbeit bei Fraunhofer Umsicht. Und er hat einen Scheck dabei: 340 000 Euro Förderung für ein neues Projekt.

Bei den Beteiligten herrschte große Freude über den Förderbescheid: Von links Dr.-Ing. Ragnar Warnecke, Geschäftsführer GKS, Martin Zwielehner, SAR, Bürgermeister Michael Göth, MdL Harald Schwartz, Prof. Arndt Bode, Präsident der Bayerischen Forschungsstiftung, Albert Füracker, Staatsminister der Finanzen, Prof. Dr. Andreas Hornung, Institutsleiter Fraunhofer Umsicht Sulzbach-Rosenberg, und Martin Meiller, Projektleiter.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

"Klimaschutz ist für Politik, Forschung und Wirtschaft die zentrale Frage von heute", stellte Albert Füracker voran, als er in Rosenberg am Donnerstag die frohe Botschaft überbrachte. Das Forschungsprojekt 'AdOnFuelControl' habe zum Ziel, die Feuerungsregelung von Anlagen zur Verbrennung von Festbrennstoffe wie Müll oder Biomasse grundlegend zu optimieren. "Ich freue mich, dass die Bayerische Forschungsstiftung dieses Zukunftsprojekt mit 340 400 Euro fördert", bilanzierte der Finanz- und Heimatminister bei der Übergabe an Professor Dr. Andreas Hornung, den Leiter des Fraunhofer-Instituts Umsicht in Sulzbach-Rosenberg.

Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 700 000 Euro. An dem Forschungsprojekt sind neben dem Institut auch die SAR Elektronic GmbH Dingolfing und die GKS-Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH beteiligt. "Die Bayerische Forschungsstiftung unterstützt seit fast 30 Jahren universitäre und außeruniversitäre Forschungsvorhaben. Ein Schwerpunkt ist die Förderung von Kooperationen aus Wissenschaft und Wirtschaft - eine ideale Verbindung zwischen Theorie und Praxis", so Füracker, der auch die starke Kooperation mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden.

Lange Fördertradition

Andreas Hornung dankte dem Minister für die Anerkennung und stellte die Arbeit des international tätigen Institutsteils mit seinen mittlerweile 110 Mitarbeitern anschaulich dar. Die Förderung komme genau richtig für die Entwicklung dieser anwendungsfähigen Technik.

Professor Arnd Bode, Stiftungs-Präsident, präzisierte deren Arbeit: Jährlich berät die Bayerische Forschungsstiftung über Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von über 50 Millionen Euro. Die Forschungsstiftung habe seit ihrer Errichtung im Jahr 1990 für 900 Projekte rund 577 Millionen Euro bewilligt. Gemeinsam mit den Co-Finanzierungsanteilen der bayerischen Wirtschaft wurden damit Gesamtprojekte für rund 1,279 Milliarden Euro angestoßen. Zusätzlich vergebe die Forschungsstiftung Stipendien für die internationale Zusammenarbeit von Forschern sowie (Post-)Doktoranden.

Projektleiter Martin Meiller stellte das System vor: "AdOnFuelControl" steht für die Adaptive Online-Brennstoffcharakterisierung von heterogenen Brennstoffen für eine optimierte Feuerungsregelung." Im Projekt solle die Steuerung von Anlagen zur Verbrennung von Festbrennstoffen (Müll, Ersatzbrennstoffe, Biomasse) grundlegend optimiert werden, der Fokus liege auf den aktiven Restabfall- bzw. Müllverbrennungsanlagen.

Besonders beim Restabfall unterlägen Heizwerte, Wasser- und Ascheanteile, die chemische Zusammensetzung, die Schadstoffbelastung sowie die Schüttdichte je nach Abfalltyp starken Schwankungen. In Müllverbrennungsanlagen führen diese Unterschiede zu ungleichmäßiger Verbrennung - Folge: verminderte Leistung, höherer Verschleiß, erhöhte Emissionen. Thermische Überlastungen könnten zu Schäden an Ausmauerung, Kessel und Rost und im schlimmsten Fall zum Stillstand der Anlage führen.

Umwelt-Vorteile

"Ziel des Projekts ist eine Regelung, die vorausschauend arbeitet. Möglich wird dies, indem mit Hilfe innovativer Sensorik (auch 3D-Laser-Scannern) der eingesetzte Brennstoff online analysiert und dann der Heizwert berechnet wird. Diese Daten werden für eine optimierte Anlagensteuerung genutzt." Dieser entscheidende Schritt solle entwickelt und in der Großtechnik umgesetzt werden. Ziel: niedrigere Kosten, weniger Emissionen

Das hätte enorme Umwelt-Vorteile: Würden solche Steuerungen in allen 70 deutschen Müllverbrennungsanlagen eingesetzt werden, schätzen die Projektmitglieder das CO2-Einsparpotenzial insgesamt auf 32 000 Tonnen pro Jahr bei einer Reduzierung der Schadgasemissionen.

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