Update 23.01.2019 - 14:55 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Frischer Wind in der Volkshochschule

Sie ist jung, hochqualifiziert und bestens eingearbeitet. Nun steht sie an der Spitze des größten Bildungsangebotes des Landkreises: Julia Wolfsteiner leitet die Volkshochschule Amberg-Sulzbach, und sie hat viel vor.

Julia Wolfsteiner präsentiert das neue VHS-Programm, und der Landrat blickt zufrieden: Die neue Schulleiterin ist die Wunschkandidatin von Richard Reisinger und Manfred Lehner.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Landrat Richard Reisinger war beim Pressetermin die Freude über die Neubesetzung deutlich anzusehen: "Das hat sich organisch entwickelt. Wir haben schnell Vertrauen in sie gefasst, mit ihr sitzt die richtige Person an der richtigen Stelle!", lobte er Julia Wolfsteiner als "junge, engagierte und dynamische Frau an der Spitze der Landkreis-VHS". Die studierte Pädagogin (32) folgt auf Manfred Lehner, der sich Ende 2018 in den Ruhestand verabschiedet hatte.

Bildung im Mittelpunkt

Die "Neue" ist aber nur in ihrer Funktion als Leiterin wirklich neu. Denn seit mehr als fünf Jahren hat Julia Wolfsteiner bereits ihr Büro in der Volkshochschule in Sulzbach-Rosenberg. Sie stellte bereits als Zukunftscoach, Bildungskoordinatorin und Integrationsmanagerin ihr Können unter Beweis. Seit 1. Januar ist sie nun die Chefin. "Sie kann gut mit Menschen umgehen, ist sehr kreativ, strategisch denkend und strukturiert", stellte der Landrat sie vor. "Ich möchte Altbewährtes übernehmen, aber auch eigene kreative Ideen umsetzen", erklärte die neue Schulleiterin beim Pressetermin. Für Julia Wolfsteiner ist Bildung ein Herzensanliegen. Einen Schwerpunkt sieht sie darin, die Stellung der VHS als kommunaler Bildungsträger weiter zu stärken. "Wir wollen uns der Themen annehmen, die bei anderen Bildungsanbietern keinen Platz finden - die VHS macht das Besondere!"

Ihre Handschrift ist schon zu erkennen beim neuen, bunten Kursprogramm für das erste Halbjahr. Als Verfechterin des lebenslangen Lernens, der zentralen Aufgabe der Volkshochschulen, freut sich Wolfsteiner über ein vielfältiges, ausgewogenes Bildungsangebot aus den Bereichen Gesellschaft, Gesundheit, Kultur, Sprachen, Beruf/EDV und Verbraucherbildung. "Mit mehr als 500 Kursen im ganzen Landkreis ist für jede Alters- und Zielgruppe etwas dabei". Zwischen 6- und 8000 Menschen in der Region ließen sich vom Angebot inspirieren.

Thema Nr. 1 aber ist ein soziales: "Unsere VHS bleibt auch 2019 wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die Integration von Neuzugewanderten", ergänzte Landrat Richard Reisinger beim Pressegespräch. Die Teilnehmer wüssten die hohe Qualität der Integrationskurse und der Zertifikatsprüfungen im Haus zu schätzen.

Auch die berufliche Beratung durch die bewährte "Job-Coachin" werde im Anschluss an einen bestandenen Sprachkurs gerne in Anspruch genommen. "Für unsere Netzwerkpartner wie ISE oder Kolping sind wir durch die Ausrichtung von externen Sprachtests zu einem wichtigen Prüfungszentrum geworden", anerkannte Reisinger.

Neue Dozenten gesucht

Was macht die VHS so besonders, wollten wir abschließend wissen: Julia Wolfsteiner nannte sie eine kommunale Bildungseinrichtung und einen Treffpunkt für alle Menschen. "Egal ob Jung oder Alt, ob mit oder ohne Migrationshintergrund oder Menschen mit Handicap: Alle lernen gemeinsam und pflegen hier auch ihre sozialen Kontakte."

Neue Dozenten sind auch gefragt - viele bisherige nähern sich schon dem Ruhestand. Wolfsteiner will die Suche nach Lehrkräften intensivieren, auch unter dem Aspekt, künftig den Kinder- und Jugendbereich sowie Familien stärker einzubinden.

Natürlich engagiert sich die Volkshochschule Amberg-Sulzbach wie gewohnt auch im Bereich der Daseinsvorsorge und des demographischen Wandels, betonte Julia Wolfsteiner beim Pressegespräch. So thematisiert etwa das 11. Demenzforum am Donnerstag, 11. April, in Auerbach den Umgang mit Demenzerkrankten. Im Bereich Ehrenamt organisiert die VHS gemeinsam mit der AOVE und dem Seniorenmosaik Naturpark Hirschwald am 26. März einen Helfertag im Kloster Ensdorf. Das vollständige Programm ist unter www.vhs-as.de abrufbar. Anmeldungen sind ab sofort möglich, auch online.

Drei Fragen an Julia Wolfsteiner

ONETZ: Frau Wolfsteiner, worauf freuen Sie sich jetzt am meisten?

Julia Wolfsteiner: Dass es nun endlich losgeht. Durch die lange, gemeinsame Arbeit mit Manfred Lehner hatte ich die Möglichkeit, mich intensiv vorzubereiten. Viele Dinge, die ich weiterführen möchte, haben wir gemeinsam konzipiert und auf breites Fundament gestellt. Andere sind neu und warten auf Umsetzung. Ich freue mich, mit meinem Team neue Schwerpunkte zu erarbeiten, mit Leben zu füllen. Sicher bringt das Veränderung mit sich.

ONETZ: Wie ist Ihr bisheriger beruflicher Werdegang?

Im November 2013 begann ich an der VHS als Leiterin des Projektes „Zukunftscoach“. Meine Aufgaben waren seit jeher sehr vielfältig, hatten aber immer Bildung als zentrales Element. Als Koordinatorin für die Bildungsregion habe ich mich 2015 dann um das Projekt „Bildung integriert“ bemüht, ein Projekt des Bundesbildungsministeriums. Ziel war es ein datenbasiertes, kommunales Bildungsmanagement aufzubauen. Dieses habe ich bis Ende August 2018 betreut.

ONETZ: Was sind Ihre Ziele und Ideen?

Für die Zukunft möchte ich unsere Stellung als kommunaler Bildungsträger weiter stärken. Das heißt, wir nehmen uns Themen an, die bei anderen Anbietern keinen Platz finden. Im Bereich der Integration wäre das zum Beispiel ein Frauenintegrationskurs, der allein durch den Mangel an potenziellen Teilnehmerinnen sehr schwierig zu organisieren ist. Aber auch bei der Alphabetisierung wollen wir uns stark machen, Kurse für Menschen, die Probleme beim Lesen und Schreiben haben. Angebote für Familien und junge Menschen sollen verstärkt ihren Platz finden. Ich denke aber, es ist von Vorteil, sich etwas Spielraum für „Unvorhersehbares“ zu lassen.

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