11.09.2019 - 16:49 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Geldtopf ist zum Greifen nahe

Wenn es klappt mit der Bewerbung für ein sogenanntes TRAFO-Projekt, dann stehen der Stadtkultur viele Türen offen. Es gäbe 1,5 Millionen Euro, mit denen in vier Jahren ausgewählte Einrichtungen nach vorn gebracht werden sollen.

Im Schulmuseum machten sich schon Tausende Kinder ein Bild von den Verhältnissen in der vermeintlich „guten, alten Zeit“. Hier eine Aufnahme von 2010. Auch diese Einrichtung könnte von den TRAFO-Mitteln enorm profitieren.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil
Sie stellten das Trafo-Konzept der Öffentlichkeit vor: Von links Markus Lommer, Michael Göth, Maria Müller, Gabriele Wagemann und Brunhilde Lommer.

TRAFO ist ein Programm der Kulturstiftung des Bundes, das eine umfassende Transformation von Strukturen und Angeboten öffentlicher Kultureinrichtungen fördert. Ziel ist, die Bedeutung von Kultur in der Gesellschaft positiv zu prägen, Einrichtungen im ländlichen Raum stärker zu vernetzen und gleichwertige Verhältnisse in Stadt und Land zu schaffen.

Warten bis Dezember

Das geschieht nicht durch Bauinvestitionen oder ähnliches; vielmehr gibt es über vier Jahre hinweg Mittel, um einen Veränderungsprozess in Gang zu setzen und zu begleiten. Am Ende soll "Kultur auf dem Land" an Bedeutung gewonnen haben. Bei einem Pressegespräch zogen Bürgermeister Michael Göth, die Projektleiterin und Moderatorin der Steuerungsgruppe, Maria Müller, Hauptamtsleiterin Gabriele Wagemann, Stadtheimatpfleger Markus Lommer und Brunhilde Lommer ein vorläufiges Fazit. Eine Steuerungsgruppe aus Stadträten, Bürgermeister, Kulturvertretern, Kulturamt, Hauptamt und Landkreis-Marketing hatte sich regelmäßig ausgetauscht und den Trafo-Prozess abgestimmt.

Der Bewerbungsprozess besteht aus zwei Stufen, Sulzbach-Rosenberg hat es immerhin aus 40 Bewerbungen in die letzte Runde geschafft. Dort werden aus verbliebenen 18 Kandidaten die glücklichen fünf für die Umsetzungsphase ausgewählt.

Jury kommt

Am Montag, 16. September, wird eine unabhängige fünfköpfige Jury die Stadt und die Einrichtungen besuchen, anschließend wird das Transformationskonzept erläutert. Im November schließlich findet die Aus- und Bewertung der 18 Regionen statt, im Dezember kommt dann das Ergebnis. Die Stadt hat außer dem Seidel-Saal das Literaturarchiv, das Stadtmuseum, die ehemalige Synagoge, die Alte Hofapotheke, den Jugendtreff Hängematte und das Schulmuseum ausgewählt. Denn sie fährt auf zwei Schienen zum TRAFO: Ziele sind die Weiterentwicklung zu einem Kultur- und Begegnungsort sowie die Vernetzung örtlicher Kultureinrichtungen und Museen zu einem Verbund.

Konkret solle die Historische Druckerei Seidel in einen multifunktionalen, offenen "Möglichkeitsraum" transformiert werden - was natürlich nicht mit einer Bauinvestition zusammenhängt, sondern mit der Perspektive, sie an spielfreien Tagen als Kommunikationsort zu nutzen.

Zweiter Schwerpunkt sei die Sichtbarmachung, auch digital, der Museen und Einrichtungen für die (über-)regionale Öffentlichkeit durch bessere Kommunikation und professionelle Museumspädagogik. Das bedeute natürlich auch viel Arbeit, die von den vorhandenen Stellen nicht zusätzlich geleistet werden könne. Deswegen wäre im Falle eines Zuschlags an die Schaffung einer neuen Stelle "Kulturcoach" und einer halben Stelle für eine museumspädagogische Fachkraft gedacht, die auch aus den TRAFO-Mitteln gedeckt würden für die vier Jahre Laufzeit.

Toleranz und Aufbruch

Der Geist von Toleranz und Aufbruch, der sich durch die Stadtgeschichte zieht, schwebe über dem Ganzen. Und die Beteiligten halten ihre Chancen für gut: "Unser Konzept ist dank der abwechslungsreichen Geschichte mit herausragenden Persönlichkeiten außergewöhnlich und dank des Bürgerengagements umsetzbar".Die Mitfinanzierung der Stadt mit 313 000 Euro auf vier Jahre sei durch den Stadtrat gesichert. Insgesamt stünden im Nominierungsfall 1,563 Millionen Euro zur Verfügung. Damit ließe sich viel anfangen...

Info:

Neues Logo

Der zugegebenermaßen etwas sperrige Arbeitstitel „Historische Druckerei + Archiv J.E. v. Seidel – Zukunftsmotor für SuRo Hist Kult“ wurde im Lauf des Prozesses transformiert in: „Seidel-Forum - großartig was los!“ Das Scharfe S (ß) ging als „Sulzbacher Form“ in die Druckgeschichte ein und wurde zur Anstecknadel.

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