07.07.2019 - 16:35 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

The GoHo Hobos begeistern in Sulzbach-Rosenberg

Auf ihrer musikalischen Wanderschaft machen die GoHo Hobos Halt im Waldmann-Hof. Gute-Laune-Musik vom Feinsten und urige, bisweilen bizarre Zwischentexte bringen die Fans in Stimmung.

The GoHo Hobos schütten im Waldmann-Hof den musikalischen Seesack aus. Von links Andy Conrad, Patrick Reichmann, Michael Ströll, James Michel und Martti Mäkkelä.
von Wolfgang LorenzProfil

Ralf Volkert feiert das 20-jährige Bestehen seines Buchladens auf vielfältige Art. Eine Woche nach dem Altstadtfest holte er "die Fab Five aus Nürnberg" nach Sulzbach-Rosenberg, die hier auf ihrer Suche nach einem Hobos Paradise fündig geworden sind.

Wer sind The GoHo Hobos? Sie lassen sich nicht nur vom Nürnberger Stadtteil Gostenhof, sondern auch von der Kultur US-amerikanischer Wanderarbeiter inspirieren. Hobos nutzen meist Güterzüge, um durchs Land zu reisen und sich hier und dort mit kleineren Tätigkeiten etwas zu verdienen. Im musikalischen Seesack steckte eine Mischung aus traditionellem Liedgut, Americana, Country und Folk.

Vor zwei Jahren machten die tingelnden Musik-Wanderer zum ersten Mal Station in der Herzogstadt, als sie das Altstadtfest bereicherten. Diesmal feierten Michael Ströll (guitar, voc.), Martti Mäkkelä (Bouzouki, voc.), James Michel (Bass, voc.) Andy Conrad (Akkordeon, Banjo) und Patrick Reichmann (drums, voc.) das Jubiläum mit und zogen das Publikum sofort in ihren Bann.

Der Bandleader erzählte von seinem beim Sprung auf einen Güterzug verlorenen Schuh - eine Geschichte aus dem Wanderleben - und davon, dass er in einem Schuhgeschäft nachrüsten musste. Dann startete eine furiose musikalische Session, abgefahren, launig und mit vielen Mitmach-Elementen, die das kurzweilige Programm noch intensiver machten.

Jedenfalls mochte ihm niemand glauben, als Michael Ströll vom letzten Lied des Abends sprach. Aber einige Zugaben konnten die Fans dann der Band doch entlocken, der man so richtige anmerkte, das ihnen der Abend auch viel Spaß machte. Sehr grob gerechnet, gehen 50 Prozent der Lieder bei einer Hobo-Culture natürlich in Richtung Eisenbahn, 30 Prozent über Alkohol, 10 Prozent über selbst gebrannten Schnaps, 20 Prozent sind christlichen Ursprungs oder Pfadfinderlieder, 15 Prozent beschäftigen sich mit Politik und 0,3 Prozent sind Lieder über die Arbeit - genauer gesagt Arbeitsniederlegungslieder, gab Michi Ströll augenzwinkernd Einblicke in das Repertoire des Quintetts, das durch fulminante Soli immer wieder zu Zwischenapplaus motivierte.

So fand beispielsweise die namenlose Miniaturgitarre, genannt Zahnstocherchen, ebenso Anklang wie die musikalische Zauberei auf dem Banjo. Ströll streifte die "Moonshiner", die aus seiner Sicht in Amerika ähnlich gehypt werden wie bei uns das Craft Beer, oder die Angst vor Außerirdischen. Einen Crash-Kurs in Anatomie gibt's obendrein.

Der musikalische Bogen war weit gespannt, von "Michael row the boat ashore" über "Goin' down the road" bis hin zu "Roll on train" oder "Rolling Stone". Und wenn jemand in Bahnhofsnähe einen einzelnen Schuh finden sollte: Man weiß ja nun, wem er gehört ...

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