24.03.2019 - 16:40 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Der gute Geist des Wassers im Stadtpark

Seit ein paar Jahren wohnt und arbeitet er im Stadtpark, sehen lässt er sich kaum. Eine Wandergruppe macht sich hoffnungsvoll auf den Weg zu seiner Burg. Wird er sich zeigen, der Baumeister am Wasser?

Biber-Manager Horst Schwemmer beeindruckt vor allem die Kinder mit interessanten Informationen: „Mit seinen starken Nagezähnen kann der Biber sechsmal so stark zubeißen wie der Mensch.“
von Helga KammProfil

Horst Schwemmer, der Biber-Manager von Nordbayern, dämpfte die Erwartungen. Die Gruppe von Frauen, Männern und vielen Kindern bei seiner Führung war groß, die Unruhe auch, "der Biber aber ist sehr scheu". So blieb es bei einem abendlichen Spaziergang durch den Park mit vielen Informationen, mit Beispielen der von Biberzähnen bearbeiteten Bäume und schließlich mit dem Blick auf die Biberburg am Rande des Weihers.

Anschauungsmaterial hatte Schwemmer in seinem Rucksack mitgebracht. Das Gebiss eines Bibers mit den starken Nagezähnen beeindruckte vor allem die Kinder, das weiche Fell des Tieres wurde von vielen Händen gestreichelt. "Der Biber ist ein Urbayer", erzählte der Naturschützer seinen Gästen. Mitte des 19. Jahrhunderts als Fleischlieferant fast ausgerottet, 1966 wieder ausgewildert, gebe es heute wieder 20 000 dieser Holzfäller und Wasserbauer in Bayern.

Vielerorts sei er ein willkommener Renaturierungs-Helfer, als Baumkiller aber in Verruf geraten. Auch im Stadtpark sind Überreste von Bäumen zu sehen, die der Biber bearbeitet hat. Den Grund dafür erklärte Horst Schwemmer in der Natur des Nagers, der als Vegetarier die Rinde dünner Äste und Zweige bevorzugt: "Zum Klettern ist er zu schwer, deshalb fällt er die Bäume." Die Stadtgärtner sind deshalb immer wachsam, schützen Baumstämme mit Maschendraht und beseitigen Dämme, die der Biber hin und wieder in den Gewässern des Parkes baut. "Wir leben mit ihm und finden Kompromisse", äußerte sich der Chef der Stadtgärtnerei, Klaus Herbst.

Die Biberburg am Rande des Stadtweihers ist eine Ansammlung von Ästen, Zweigen und auch Steinen. Ihr Eingang, so Horst Schwemmer, liege unter Wasser und sei so angelegt, dass der Biber trockenen Fußes in seine Burg komme. Der Größe der Burg nach schätzt der Fachmann die Zahl der Bewohner auf nicht allzu viele Tiere. Sie könnten ein Alter von maximal 15 Jahren erreichen und hätten ein bis drei Junge im Jahr. Seine Informationen wurden ergänzt von einem weiteren Experten: Biberberater Johann Pirner.

Edith Zimmermann, die Leiterin des Stadtmuseums, wies auf die Sonderausstellung in ihrem Haus "Biber, die guten Geister des Wassers" hin, die noch bis zum 19. Mai zu sehen ist. "Dort werden Sie auf jeden Fall richtige Biber sehen", versprach sie ihren Mit-Wanderern.

An diesem Stamm einer Weide hat der Biber seine Spuren hinterlassen.
Am Rande des Stadtweihers hat der Biber seine Burg aus Ästen, Zweigen und Steinen gebaut.
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