07.10.2018 - 10:20 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Hart aber herzlich

Um Beziehungen geht es, und ums Älterwerden beim Auftritt der Raith-Schwestern mit dem Blaimer im Seidel-Saal. Das Ganze mit Gesang, Musik und viel Humor. Gänsehaut-Feeling entsteht ganz zum Schluss.

Mit Herzblut und Leidenschaft singen die Raith-Schwestern und der Blaimer: authentisch, ehrlich, bayerisch.
von Helga KammProfil

Wieder einmal die Raith-Schwestern und der Blaimer, wieder einmal volles Haus im Seidel-Saal. „Hart aber herzlich“ heißt ihr aktuelles Programm, und so sind ihre Lieder, allesamt selbst komponiert und getextet. Tanja Raith, die Frontfrau, singt und führt plaudernd durch den Abend. Ihr Mann, Andi Blaimer, ihre Schwester Susi und „zwoa junge Schnuckala“, der Schlagzeuger Daniel Vieracker und Philipp Zimmermann am Bass, alle zusammen gestalten einen mitreißenden Abend.

Die Schwestern mit den schönen Stimmen und der Blaimer mit der langen weißen Mähne, sie rocken und blödeln. Dass sie aus der Oberpfalz kommen und zumindest die beiden Frauen auch aus einer Volksmusik-Familie, zeigen ihre Lieder und ihre Sprache. Sie bringen bayerischen Rock 'n' Roll, vermischt mit lateinamerikanischen Klängen, dazu Balladen, alles in oberpfälzer Mundart und mit hintergründigem, oft deftigem Humor. Tanja kokettiert mit ihrem Älterwerden, staunt über langjähriges Eheleben, schmeichelt ihrem Ehemann mit dem Song „Mei, bist du a Schöina“. Der Altrocker Blaimer dagegen lästert in Wort und Lied über „komplett sanierte“ ältere Frauen und klagt gleichzeitig über seine vielfältigen Gebrechen: „Des is des Alter, etz gäit’s dahi“.

Mit ihren kräftigen Stimmen, die alle Tonlagen exzellent beherrschen, singen die Raith-Schwestern ihre Lieder. „Wia a Bladl im Wind“, für alle Paare, sagt Tanja, „wo da Lack scho a weng ab is“. „Zu zwoat san ma a Weltmacht“ haben sie geschrieben, um all das Schöne in der Welt aufzuzeigen. Der Blaimer bringt den Männer-Mut-mach-Song, und ist als „Funky Blaimer“ auch der noch richtig fetzige Rockmusiker. Beifall des Publikums gibt es, als Tanja die momentane Politik als gruselig bezeichnet, den Amberger Stadtrat lobt für seinen Widerstand gegen eine AfD-Versammlung und mit dem Lied „I mogs bunt“ Flagge zeigt „gegen den braunen Sumpf“ .

Das Bühnenprogramm „Hart aber herzlich“ präsentiert menschliche Geschichten, Songs zum Lachen, Mitfühlen und Nachdenken. Die Raith-Schwestern und der Blaimer schöpfen die Musik aus dem Herzen. „Denn nur so“, sagen sie, „kann man sich in die Herzen der Menschen spielen“. Zwei Stunden Musik und Gesang, ungewöhnlich viele Liebeslieder, ein Mix aus Spaß und Ernst. Das Publikum im Seidel-Saal honoriert diese Mischung aus bodenständiger Volksmusik und neuen Songs, aus trockenem Humor und Zeitkritik mit viel Applaus. Ganz still aber wird es dann bei den Zugaben. „As Allerwichtigste, was bleibt vom Tag san du und i“, singen die Schwestern und toppen diesen Song noch, ganz ohne instrumentale Begleitung mit „Wissts, wou mei Hoamat is?“ Gänsehaut-Feeling bei den Besuchern, Freude auf ein Wiedersehen mit den Raith-Schwestern und dem Blaimer am Samstag, 15. Dezember, im Rathaussaal und einem Konzert mit staaden Winter- und Weihnachtsliedern.

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