16.10.2019 - 16:52 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Hebamme nur mit Hochschulabschluss

Eva-Maria Leitner ist die erste Studentin an der OTH Regensburg im Fach Hebammenkunde. Zurzeit absolviert sie ihre praktische Ausbildung am St.-Anna-Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg.

Eva-Maria Leitner studiert Hebammenkunde an der OTH Regensburg.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Fast jeden Monat gibt es in Deutschland eine Meldung über die Schließung einer Geburtshilfestation. Fast jedes kleine Krankenhaus sucht verzweifelt Hebammen, die die tägliche Arbeit leisten. Das St.-Anna-Krankenhaus hat für die Geburtshilfe nun eine besondere Mitarbeiterin in seinen Reihen: Eva-Maria Leitner aus Wittislingen (Kreis Dillingen) ist als erste Hebammen-Studentin der OTH Regensburg zur praktischen Ausbildung in Sulzbach-Rosenberg.

Ab 2021 ist die Ausbildung neuer Hebammen im Rahmen eines Bachelor-Studiengangs verpflichtend. Die bisherigen Hebammenschulen verlören ihre Aufgabe, was nach Ansicht von Klinik-Vorstand Klaus Emmerich nicht gerade zielführend sei, um den ohnehin großen Mangel an Hebammen in Deutschland und insbesondere in Bayern zu beheben. Im Gegenzug gebe es gerade zwei Standorte in Bayern, nämlich München und Regensburg, an denen Universitäten Pilot-Studiengänge anbieten. Die theoretische Ausbildung findet an den Universitäten statt, die praktische Ausbildung in den Krankenhäusern, so die Informationen der Klinik. Weiter wird angeführt, dass die Geburtshilfe am St.-Anna-Krankenhaus angesichts dieser drängenden Aufgabenstellungen neue Wege gehe und sich im Rahmen der praktischen Ausbildung an den Pilot-Studiengängen beteilige.

Wie Emmerich berichtet, begann die Auszubildende am 1. Oktober ihr Studium Hebammenkunde an der Hochschule Regensburg. Seit 14. Oktober ist sie in Sulzbach-Rosenberg im Einsatz. Damit nehme das St.-Anna-Krankenhaus eine Vorreiterrolle ein, bevor im Jahr 2021 in Deutschland die universitäre Ausbildung aller Hebammen verpflichtend werde. „Mit dieser Entscheidung setzen wir ganz bewusst ein Zeichen für den langfristigen Erhalt der Geburtshilfe am Standort Sulzbach-Rosenberg“, werden Chefarzt Dr. Vietoris, Vorstand Emmerich und die Hebammengemeinschaft St. Anna in einer Pressemitteilung zitiert. Zwischen der Genehmigung des Pilot-Studiengangs an der OTH Regensburg und der Umsetzung in den praktisch ausbildenden Krankenhäusern lagen nur wenige Monate der Vorbereitung. Verträge waren zu schließen, Ausbildungsleitfäden zu koordinieren und alle beteiligten Berufsgruppen in die Ausbildung einzubinden. „Wir sind stolz, dass wir es trotzdem geschafft haben“, resümieren die Hebammen und die Pflegekräfte, die die Hauptlast der Umsetzung tragen. Nach der praktischen Ausbildung der Medizinstudenten der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität sei dies die zweite akademisierte Ausbildung im Kommunalunternehmen „Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach“.

Info:

Erste Hebammenkunde-Studentin

Eva-Maria Leitner, wohnhaft in Wittislingen, ist Studentin des Bachelorstudiengangs Hebammenkunde der OTH Regensburg. Sie hat diese Pilotausbildung nach Angaben des St.-Anna-Krankenhauses gewählt, weil sie sich enorm für Babys interessiert, und die besondere Situation einer Frau in Schwangerschaft fasziniert. Nachdem es im Jahr 2019 parallel die herkömmliche nichtuniversitäre und die universitäre Hebammenausbildung gibt, hat sich Eva-Maria Leitner für eine Ausbildung der Zukunft entschieden. Sie erwartet sich von ihrem Studium eine tendenziell stärkere wissenschaftsorientierte Ausbildung, die es ihr ermöglicht, werdende Mütter kompetenter zu betreuen.

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