14.10.2018 - 17:05 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Jagdhunde bestehen Gesellenprüfung

Enten apportieren, Hasen holen, Rehe finden, alles möglichst perfekt: Auch Jagdhunde machen ihr Gesellenstück. Jedes Jahr lädt die BJV-Kreisgruppe Sulzbach-Rosenberg zur Brauchbarkeitsprüfung ein.

Die Prüfungskandidaten mit ihren Führern und den Prüfern: Am Gasthof Erras in Fichtenhof treffen sich die Teilnehmer am Morgen.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Für die Jagdhunde ging die Ausbildung noch ein Vierteljahr weiter bis in den Herbst - schließlich sollen sie zum unentbehrlichen Helfer des Jägers ausgebildet werden. Was bei Menschen das Gesellenstück, ist die Brauchbarkeitsprüfung für Jagdhunde. Wie schon zum allgemeinen Gehorsams-Teil traten an ein Rauhaardackel, vier Kleine Münsterländer, zwei Deutsche Wachtel, je ein Labrador, ein Deutsch-Langhaar und ein Parson-Russell-Terrier.

BJV-Kreisgruppenvorsitzende Lore Kaiser begrüßte die Teilnehmer, Kursleiter Winfried Sauerländer dankte dem Staatsforstbetrieb Schnaittenbach und den Jagdpächtern Christa Berberich und Thomas Ulrich für die Bereitstellung des Prüfungsgebietes, anschließend den Bläsern der Jagdhorn-Gruppe Sulzbach-Rosenberg für die Eröffnungssignale.

Mit Richterobmann Gerd Ponkratz arbeiteten Christian Riedel und Thomas Kaiser, mit Richterobmann Karl Loos gingen Hermann Engelhard und Christa Berberich. Als Wildträger fungierten Kenny Reed und Sauerländer selbst.

Die von den Gruppen gelegten Schweißfährten wurden unter den Teilnehmern ausgelost. Zusätzlich zum Verhalten beim unbedingt erforderlichen Ablegen mussten die Prüflinge noch unter Beweis stellen, dass Gewehrschüsse sie nicht aus der Fassung bringen.

Die Nachsuche auf angeschossenes Wild wurde mit einer Schweißfährte im Staatsforst simuliert, der Hund musste der Spur durch den Wald über 300 Meter und zwei Haken weit folgen, bis er am Ende der Strecke das tote Reh gefunden und ordnungsgemäß seinem Herrn "verwiesen" hatte.

Eine Haarwildschleppe im Wald über 300 Meter meisterten alle Hunde bravourös und apportierten den Hasen, der sich am Ende befand, ebenso reibungslos wie die Ente, die nach 150 Metern auf der Wiese am Schluss der sogenannten Federwildstrecke lag.

Als letzten Punkt mussten die Hunde am Weiher ihre Wassertauglichkeit unter Beweis stellen: Die tote Ente wurde in hohem Bogen über den Schilfgürtel geworfen und war trotz Schrotschuss-Krachens zu finden und fachgerecht zu apportieren.

Mit dem Bestehen dieser offiziellen Brauchbarkeitsprüfung, so Kurs- und Prüfungsleiter Winfried Sauerländer am Ende des langen Tages, seien die Hunde auch vor dem Gesetz als brauchbar eingestuft. Die Vorschrift besagt klar, dass zur Such-, Drück-, Riegel- und Treibjagd sowie natürlich zur Wasserjagd "brauchbare Hunde in genügender Anzahl mitgeführt und zur Nachsuche verwendet werden müssen".

Außerdem sei dies vom jagd-ethischen Standpunkt aus sowieso klar - dem eventuell angeschossenen Tier müssten auf jeden Fall unnötige Leiden erspart bleiben. Sauerländer konnte am Ende an alle zehn Hundeführer die begehrte Urkunde aushändigen, ihre Vierbeiner hatten ganze Arbeit geleistet.

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