25.08.2019 - 16:54 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kinder erleben "Steinzeit live" im Stadtmuseum

„Vielleicht musst du mal reiben!“ Sie waren nicht nur voll dabei, sondern gaben auch Ratschläge, die Kinder, die im Stadtmuseum „Steinzeit live“ erlebten. Dann ließ Archäologe Lothar Breinl die Funken fliegen.

Archäologe Lothar Breinl zeigt den Kindern im Stadtmuseum Werkzeuge und Geräte aus der Steinzeit.
von Helga KammProfil

Als ein experimenteller Kurs war die Mitmach-Ferienaktion angekündigt, machte rund zwanzig Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren neugierig auf einen Nachmittag im Stadtmuseum. Lothar Breinl, Archäologe am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Regensburg, kam sofort gut an.

Eifrig wurden seine Fragen beantwortet, eigenes Wissen beigesteuert und überhaupt großes Interesse an der Steinzeit gezeigt. In den Hof des Museums hatte er seine Experiment-Utensilien gebracht, nicht ohne zu beklagen: "Steinzeit ist ja gut und schön, wenn nur die Steine nicht so schwer wären".

Die Buben und Mädchen sahen vorab einen Film, in dem es um "Neandertaler, Jäger der Eiszeit" ging. Er ist Teil der noch bis Ende November laufenden Kinder- und Familienausstellung "Als das Mammut zu schwitzen begann". Lothar Breinl brachte seine kleinen Mitspieler von der Eiszeit in die Steinzeit, zeigte ihnen Werkzeuge und Geräte, die die Menschen in der Zeit von 5000 bis 2200 vor Christus mit einfachen Mitteln herstellten. Er hatte harte Feuersteine dabei und schlug kleine Stücke davon ab. "Deren scharfe Kanten waren die Messerklingen der Steinzeit, konnten selbst Bart und Haare schneiden", erklärte Breinl. Für den Beweis stellte sich der kleine Finn zur Verfügung und ließ sich eine Locke abschneiden. Groß war das Interesse der Kinder am Feuer machen mit Feuerstein und Katzengold, dem Zunderschwamm von der Buche, dem Feuerbohren mit Hölzern. Der Archäologe zeigte den Kindern, dass es funktioniert. Mit Pyrit und Feuerstein schlug er Funken, brachte sie mit Zunder vom Zunderschwamm zum Glimmen und mit einem Büschel Heu zum rauchen und brennen.

Pfeile und Muscheln

Dann durften die Kinder selbst ans Werk gehen. Unter fachkundiger Anleitung Breinls konnten sie töpfern, mit Farbsteinen malen, Pfeile herstellen und Muscheln durchbohren, um sie als Schmuck zu verwenden. "Steinzeit live" bot ihnen einen interessanten und lehrreichen Nachmittag über das Leben der Menschen in längst vergangener Zeit.

Das Erlebte verarbeiten können die Kinder bei einem Malwettbewerb des Fördervereins Stadtmuseum am 5. September von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr. Das Thema ist "Als das Mammut zu schwitzen begann", die Teilnahme kostenlos. Anmeldungen sind möglich bei Simone Luber (Architekturbüro Hedrich), 09661/87 21 10.

Mit scharfer Feuersteinklinge wird dem kleinen Finn eine Haarsträhne abgeschnitten.
Begehrt sind bei den Buben selbst bemalte Pfeile. Lothar Breinl hat die Gänsefedern dazu.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.