19.06.2019 - 16:58 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kinder auf dem Weg ins Eulenland

Die Kindergarten-Kapazität der Stadt bedarf wieder der Aufstockung. Deswegen tut sich was im Schlössl in Rosenberg. Die nächsten Jahre werden hier 80 bis 90 Kinder spielen. Und spätestens 2022 haben sie dann ein eigenes Haus.

Sie informierten über die Umbauarbeiten und Zukunftspläne: Sebastian Schaller, Anja Hopf und Eileen Hauenstein (von links).
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Noch herrscht Ruhe im alten Schlössl "Franziskaruh" der Pfalzgräfin Franziska Dorothea - es sind Pfingstferien. Aber das Team des BRK-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, der Träger-Organisation, steht bereit für ein Gespräch mit der SRZ. BRK-Geschäftsführer Sebastian Schaller, die Fachbereichsleiterin Kindertagesstätten Anja Hopf und die Leiterin vor Ort, Eileen Hauenstein, stehen mitten in der Umbauphase: Der ehemalige Saal des Schlössl im ersten Stock ist durch eine Zwischenwand geteilt und wird nun für zwei weitere Gruppen hergerichtet.

Zur Zeit, so erfahren wir, sind rund 45 Kinder im Haus, aufgeteilt in eine Krippen- und eine Kindergartengruppe (ein bis drei und drei bis sechs Jahre). Acht Kinderpflegerinnen betreuen derzeit die Schar, und das Schlössl gehört quasi als Außenstelle noch zur Krippe Sonnenschein An der Allee in Sulzbach. Noch. Denn wenn die beiden neuen Gruppen im September in Betrieb gehen, wird die Einrichtung selbstständig. Dann heißt sie "Eulenland" und wird in vier Gruppen bis zu 90 Kindern Platz bieten.

Gar nicht einfach

"Das Personal wird dann von acht auf 13 steigen", informiert Sebastian Schaller. Fünf Arbeitsplätze werden also neu geschaffen, sie sind bereits vergeben. Das war gar nicht so einfach, aber: "Jetzt haben wir ein junges, sympathisches Team, das sich bei uns sehr wohlfühlt", umschreibt der Geschäftsführer die Situation. Auch die Bezahlung bewege sich im angemessenen, fairen Rahmen. Schließlich dauert die Ausbildung ja ganze fünf Jahre.

Nur Zwischenlösung

Aber auch das Eulenland wird nur eine kurzfristige Zwischenlösung sein an dieser Stelle. Die Stadt hat das Schlössl gemietet und dem BRK zur Verfügung gestellt. Ein Dauerzustand soll das allerdings nicht werden. Deswegen hat der Stadtrat schon signalisiert, dass an anderer Stelle eine neue Einrichtung gebaut werden soll. Wo und wie, das wird gerade vorbereitet und diskutiert.

Aber spätestens im September 2022, besser noch 2021, soll das Eulenland dann als zwölfte Kinderbetreuungseinrichtung der Stadt im eigenen Domizil residieren. Bis dahin fließen noch sechsstellige Summen in die provisorische Umgestaltung der Schlössl-Räume. Allerdings können die neu angeschafften Möbel und andere Einrichtungsgegenstände weiter verwendet werden bei einem Umzug an den neuen Ort.

Bedarf ist da

Gespielt wird bis dahin auf dem großen abgesicherten schattigen Platz vor dem Schlössl. Dort warten bereits Sandkasten und Spielgeräte auf die Wiederkehr der Besatzung. "Der Bedarf ist da", sind sich Schaller, Hopf und Hauenstein einig über die neuen Plätze. Allerdings habe niemand mit dem rasanten Anstieg der Geburtenrate in den letzten Jahren rechnen können.

Was bewegt das Rote Kreuz, sich auf diesem Gebiet zu engagieren? Sebastian Schaller fasst es zusammen: Menschlichkeit. "Wir wollen Menschen helfen, nicht nur in Notfällen, sondern auch bei der Kinderbetreuung." Dazu komme, dass ohne das BRK wohl ein Engpass entstehen hätte können. Und: "Es macht Spaß und bereitet uns Freude!"

Reich wird der Kreisverband bestimmt nicht mit diesem Projekt, das geht klar hervor, aber das ist ja auch nicht das Ziel: Die pädagogische Aufgabe steht im Vordergrund. Also werden die teils riesigen Räume im altehrwürdigen Schlössl noch ein paar Jahre von jungem Leben erfüllt sein. Bis das Eulenland flügge wird.

Im Erdgeschoss stehen die Betten für die Mittagsruhe.
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