11.02.2019 - 14:48 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Klares Bekenntnis zu Europa

Es lohnt sich, für die Europäische Union zu streiten, betont Moritz Pöllath. Seine Argumente vertritt er in zwei Arbeitskreisen der CSU.

Gemeinsames Bekenntnis für Europa (von links): JU-Geschäftsführer Tobias Neidel, Referent Moritz Pöllath, stellvertretender Vorsitzender Stefan Frank vom ASP, Zweiter Bürgermeister Günter Koller, JU-Vorsitzender Max Klose und CSU-Ortsvorsitzender Patrick Fröhlich.
von Externer BeitragProfil

"Von Europa aber weiß kein Mensch, weder ob es vom Meer umflossen ist, noch wonach es benannt ist, noch wer er war, der ihm den Namen Europa gegeben hat." Mit diesem Zitat von Herodot, dem Vater der Geschichtsschreibung, leitete Moritz Pöllath von der Ludwig-Maximilians-Universität München seinen Vortrag über die "Geschichte und Idee Europas als Orientierung für aktuelle Herausforderungen der EU" vor der Jungen Union sowie dem ASP der CSU ein.

"Was wir aber sehr wohl wissen, wie sehr bürgerliche Freiheit und demokratische Ordnung ihren Ausgang in der christlich-abendländischen Kultur haben und hier bei uns im Westen erstritten wurden." Gerade diese historische Orientierung für die aktuellen Probleme der EU seien in der politischen Auseinandersetzung abhandengekommen, weshalb Pöllath die Fundamente und Werte des christlichen Abendlandes im historischen Kontext hervorhob: Aristotelische Mitte, Achtung von Eigentum, ein humanistisches Kommunikationsethos, der Hippokratische Eid sowie Wissenschaftlichkeit stammen aus der Antike und dem Mittelalter. In der Frühen Neuzeit und Neuesten Geschichte war Europa geprägt durch die Aufklärung, den Nationalstaat, die Trennung von Kirche und Staat und im Westen entwickelte sich daraus der Parlamentarismus und immer mehr Gruppen der Bevölkerung nahmen an der Demokratie teil - insbesondere durch das Frauenwahlrecht.

Der Begriff "christlich-abendländische" Kultur sei in den letzten Jahren durch die Verrohung der Diskussionskultur in Verruf geraten, da rechte Parteien diesen missbrauchen und linke Parteien die eigenen europäischen Werte relativieren und ebenfalls bekämpfen. Pöllath plädierte daher, zu den eigenen westlichen Werten zu stehen, sie gegen äußere und innere Feinde zu verteidigen und diese als Leitideen für eine aufgeklärte, attraktive und moderne Europapolitik zu machen. Ganz im Sinne von Thomas von Aquin liege die Stärke der EU in ihrer Vielfalt. Eine unkritische Vereinheitlichung wäre gerechtigkeitswidrig und würde von der Bevölkerung abgelehnt.

Das Brechen von Verträgen während der Flüchtlingskrise bestärkte die Briten, sich von der EU zu entfernen. Die Gleichgültigkeit Berlins gegenüber den Sorgen der Osteuropäer, über ihre Köpfe hinweg Nord Stream 2 zu installieren, führe zu mehr Unsicherheit für Polen und Balten und mache Deutschland noch weiter abhängig von russischen Gas - während das EU-Parlament eine Energiediversifizierung von autoritären Staaten anstrebt.

"Eine deutsche Europapolitik ist dann stark, wenn sie auf gemeinsame Lösungen setzt und nicht unilateral den europäischen Verbündeten vor den Kopf stößt", so der Referent. Die unter Rot-Grün begonnenen Beitrittsverhandlungen der Türkei zeigten nur die historische, kulturelle und geographische Unkenntnis der eigenen Wurzeln. Ein Beitritt sei genauso wie der Antrag Marokkos zur EG 1987 abzulehnen: "Die EU ist der attraktivste Wirtschaftsraum der Welt, und die EU-Bürger leben hier in Freiheit, Rechtstaatlichkeit und Demokratie. Das heißt im Umkehrschluss, dass illiberale Systeme innerhalb der EU, Islamismus, russisches und türkisches Großmachtstreben sowie die Beeinflussung unserer Wahlen durch den Kreml unseren Lebensstil bedrohen."

Moritz Pöllath zeigte aber auch die Chancen der EU auf, die Zukunft nach europäischen Wertvorstellungen zu gestalten. "Dafür darf man seine eigene Geschichte nicht vergessen und sie auch nicht bewusst ablehnen. Die Wurzeln der westlichen Wertegemeinschaft reichen in die Geschichte des christlichen Abendlandes und haben zu Rechtstaatlichkeit, Menschenwürde, Freiheit und Demokratie geführt. Deshalb lohnt es sich für die EU zu streiten und sie handlungsfähig in den großen Herausforderungen zu machen und dabei Regionen und Bürger nicht zu sehr zu bevormunden."

In der anschließenden Diskussion moderierte Maximilian Klose, Vorsitzender der Jungen Union Sulzbach-Rosenberg, die Fragen der Besucher, und Patrick Fröhlich unterstrich die Bedeutung der Europawahl im Mai: "Mit Manfred Weber als Spitzenkandidat haben wir die Chance, einen Bayern als EU-Kommissionspräsident zu bekommen, der voll hinter den europäischen Werten steht."

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