10.02.2019 - 17:32 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kleider machen Prinzessinnen

Stressfrei sieht zwar anders aus, aber der passionierte Narr nimmt den Fasching stets gelassen. Auch die Tollitäten Daniela I. und Stefan I. zeigen zur Halbzeit der Session noch keine Anzeichen von Müdigkeit.

Daniela Merkl und Stefan Ruidisch können sich gegenwärtig keinen schöneren Nebenjob als den des Faschingsprinzenpaars vorstellen.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Seit über 50 Jahren gilt Sulzbach-Rosenberg als Faschingshochburg. Für diesen Nimbus sorgt in erster Linie die Faschingsgesellschaft Knappnesia mit ihren 80 aktiven Akteuren. Im Mittelpunkt steht dabei alljährlich das Prinzenpaar. Im Interview erklären Daniela Merkl (34) und Stefan Ruidisch (36), warum sie sich so gerne unters närrische Volk mischen.

ONETZ: Wie kommt man dazu, sich quasi als Speerspitze ins Faschingsgetümmel zu stürzen?

Daniela: Als ich einmal im Kostümfundus der FG Knappnesia ein schönes Kleid anprobierte, sagte ich zu einer Freundin, dass ich mich darin auch einmal als Prinzessin vorstellen könnte - und schon hatte ich das Amt. Und ich bin wirklich gern Faschingsprinzessin.

Stefan:Ich habe mit der fünften Jahreszeit eigentlich weniger zu tun, aber in der Arbeit und unter Freunden bin ich schon als sehr humorvoller Typ bekannt, der gerne einmal Witze oder einen Spaß macht. Deshalb ist die Garde-Kommandeuse auf mich aufmerksam geworden. Sie hat mich gefragt, ob ich mir den Job als Faschingsprinz vorstellen könnte, und ich habe ihr spontan zugesagt.

ONETZ: Die Faschingssession ist heuer wieder sehr lang. Wird der Job da nicht etwas stressig bei eurem Pensum?

Daniela: Für Narren gibt es ja bekanntlich das Wort Stress nicht (lacht). Nein, es überwiegen eindeutig die vielen positiven Eindrücke, täglich neue Kontakte und Erfahrungen. Gerade unsere Treffen mit Kindern, Senioren und Behinderten machen besonders viel Freude.

Stefan:Genau, wir erleben eine sehr prägende Zeit. Es macht richtig Spaß, so viele nette Menschen kennenzulernen. Ich habe es noch keine Sekunde bereut, als Prinz zugesagt zu haben. Auch beruflich kann ich meinen derzeitigen Nebenjob sehr gut abstimmen. Und was mich wirklich schwer beeindruckt, ist die FG Knappnesia selbst, bei der alle perfekt zusammenhelfen, um die Veranstaltungen zu stemmen.

ONETZ: Gibt es für euch das schönste Erlebnis, oder freut ihr euch auf eine Veranstaltung ganz besonders?

Daniela: Ich glaub, es ist die Summe aller unserer Termine mit den schönen Erlebnissen. Andererseits dauert der Fasching ja noch bis zum 5. März, wir haben jetzt erst knapp die Hälfte unseres Programmkalenders absolviert - da kann sicher noch was kommen.

Stefan:Es ist auch schön, die Atmosphäre bei unseren Veranstaltungen hinter den Kulissen zu erleben, zu sehen, wie alle Rädchen ineinander greifen. Auch unsere After-Show-Partys im Hexenkeller möchte ich nicht missen, da kann man die Auftritte nochmals Revue passieren lassen.

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Es ist fast Halbzeit für die FG Knappnesia, und Präsident Christian Kellner ist weiterhin guter Dinge, was das Restprogramm für sein närrisches Volk betrifft. „Aktuell kommen wir gerade von einem Prinzenpaar-Treffen in Nürnberg, haben unsere Autogrammstunden absolviert, und heute Abend geht es schon wieder weiter mit einem Auftritt beim deutsch-amerikanischen Freundschafts-Dinner in Forsthof.“

Insgesamt absolvieren die Knappnesianer bis zum Aschermittwoch 53 Veranstaltungen. Die Motivation sei ausgesprochen hoch bei allen Aktiven. Auch in Sachen Garde-Nachwuchs macht sich der „Ober-Narr“ keine Sorgen. „Wir haben eigentlich immer genug neue Mädchen, die mittanzen wollen. Bei den Männern ist das naturgemäß etwas schwieriger, weil eben nicht jeder zum Tänzer geboren ist. Aber ein paar haben wir schon, dazu gehört auch unser bekanntes Männerballett.“ Die nächsten Höhepunkte für die FG Knappnesia sind: Ostbayerischer Faschingszug am 24. Februar in Amberg; Prunksitzung der FG Knappnesia am 2. März im Wagner-Saal; Rosenmontagsparty am 4. März am Luitpoldplatz; Faschingskehraus am 5. März im Capitol, Bayreuther Straße 4; Fischzug am 6. März ab Fürstenquelle durchs Stadtgebiet.

„Mit dem Prinzenbegräbnis und dem in Eigenregie veranstalteten Fischzug hat die FG Knappnesia fast ein Alleinstellungsmerkmal“, weiß Christian Kellner, dem die Bewahrung dieses Kulturguts oder Brauchs sehr wichtig ist. Die Beteiligung an den großen Faschingszügen der Region oder Besuche in den deutschen Faschingshochburgen gehören auch immer wieder zum Jahresprogramm. „Wir wollen die Menschen fröhlich machen und Abwechslung in den Alltag bringen“, sagt Kellner.

FGK-Präsident Christian Kellner.
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