05.09.2018 - 16:21 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kluft ziwschen Arm und Reich fördert Krisen und Kriege

Der Antikriegstag erinnert an die Gräuel der beiden Weltkriege und aller anderen militärischen Auseinandersetzungen. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen messen ihm die Gewerkschaften noch eine andere Bedeutung zu.

Der Einsatz für ein friedliches Zusammenleben und für Völkerverständigung gehören schon immer zu den Grundlagen der Politik der IG Metall, stellen der 2. Bevollmächtigte Udo Fechtner (rechts) und der Referent Harald Enßner (links) fest.
von Wolfgang BerndtProfil

Die Übergriffe der letzten Tagen und Wochen, in denen Flüchtlinge von Rechtsradikalen misshandelt wurden, ließen befürchten, dass der letzte Funken von Respekt und Anstand verloren gegangen sei, beklagte der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, Udo Fechtner. Er eröffnete die Gedenkfeier zum Antikriegstag am Ehrenmal auf dem Friedhofberg. "Die bisher schweigende Mehrheit darf zu den rechtsradikalen Gewalttaten nicht mehr schweigen", forderte er.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar - eine unumstößliche Lehre aus Faschismus und Krieg", mahnte Gewerkschaftssekretär Harald Enßner. Die Verankerung als erste Norm im Grundgesetz war eine bewusste Reaktion auf die massive Missachtung der Menschenwürde im Nationalsozialismus. Wie aber die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg zeige, sei dieser Satz auch heute noch aktuell. So sorge die Gier nach Gewinnmaximierung von Konzernen und Spekulanten weltweit dafür, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer werde. Dies fördere Krisen und Kriege: "Und da wundern sich manche, dass es Menschen gibt, die aus Angst, Not, Hunger und Folter nach Europa kommen, um im Frieden leben zu können."

Als kriegstreiberische Tendenzen wertete der Referent die Diskussion um die Wiedereinführung der Wehrpflicht in der Bundesrepublik, die Modernisierung der Atomwaffenarsenale in den USA und in Russland sowie die nukleare Aufrüstung in anderen Ländern. Statt stabilisierend zu wirken, weigere sich die Bundesregierung weiter, den UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen zu unterzeichnen. 120 Staaten hätten dies bereits getan. Die Regierungen sollten endlich aufhören, nach neuen Waffensystemen zu forschen und sich stattdessen um die Probleme zu kümmern, die die Menschheit bedrohen: Klimaveränderung, Verteilungsungerechtigkeit, Ressourcenkriege und Bevölkerungsexplosion.

Der Wahnsinn des Wettrüstens müsse ein Ende haben. Deshalb lehnten die Gewerkschaften das von der Nato vorgegebene Ziel für ihre Mitgliedsländer ab, die Rüstungsausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zu erhöhen.

Den Abschluss der Gedenkfeier bildeten die Kranzniederlegung und das Lied Bella Ciao, in dem der Kampf der italienischen Partisanen während des Zweiten Weltkrieges gewürdigt wird.

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