23.10.2019 - 16:31 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kompletter Schlossbergweg ein Patient

Der Asphalt ist aufgerissen und geflickt, Beton ist abgeplatzt, Stützmauern sind gekippt: Rund um den Schlossbergweg in Rosenberg soll ein eigenes Gesamtsanierungskonzept die vielen kleinen und großen Schandflecke bündeln. Doch das kostet.

Marode, geflickte Mauern prägen in vielen Bereichen die Situation am Schlossbergweg – so wie hier neben dem Schulmuseum.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Befahrbare Straßen, Fußwege und Treppen bilden den Umgriff des Schlossbergweges, der im Süden den Schlossberg umschließt, als einzige und deshalb so wichtige Verbindung zwischen Schulmuseum, Schlössl und Kirchweg. Bei der Regierung der Oberpfalz hat die Stadt für 2019 Mittel für die Instandsetzung und Neugestaltung der Wegeführung beantragt und das Büro Bergmann beauftragt, Voruntersuchungen durchzuführen.

Verrutschte Stützelemente zeugen von jahrelangem Sanierungsstau.

Erst mal erfassen

Der Schlossbergweg beginnt von Osten an der Hauptstraße und erschließt die Süd- und Westseite des Schlossbergs. Im oberen Teil bildet er einen Rundweg, der über eine lange Treppe wieder zurück zur Hauptstraße führt. "Er ist optisch und auch konstruktiv in einem überarbeitungsbedürftigen Zustand", schildert Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn.

Was will die Kommune dagegen tun? Im ersten Schritt habe man die Wegeführung des Schlossbergweges, seine Begrenzungsflächen, sämtliche Treppenanlagen und alle Einbauten durch ein Aufmaß erfasst. Im nächsten Schritt wurden die vorhandenen Konstruktionen und deren Schäden untersucht und dokumentiert.

Das ergab zusammen ein düsteres Bild: Der Asphaltbelag sei an vielen Stellen gerissen, aufgefroren und ausgebessert worden. In einigen Bereichen habe das Wurzelwerk angrenzender Bäume die Asphaltdecke aufgewölbt und zerstört. Unterschiedliche oder fehlende Gliederungselemente erzeugten ein uneinheitliches Erscheinungsbild.

Schadhafte Mauern

In gepflasterten Flächen wie der dreizeiligen Ablaufrinne aus Kopfsteinpflaster seien die Fugen aufgerissen und nur noch teilweise versiegelt. Stellenweise diene sogar eine Ziegelrinne zur Straßenentwässerung, die aber aufgefroren und abgesackt sei. Entlang dieser Stützmauer fänden sich an den Felsankern und Baufugen Betonabplatzungen. Damit nicht genug: "Hangstützmauern weisen Gefügestörungen, Risse und offene Fugen auf", erklärt die Stadtbaumeisterin. Außerdem sei die Mauer stark verwittert und nach außen gekippt. An den Befestigungen sämtlicher Geländer fänden sich Betonabplatzungen durch eingedrungenes, aufgefrorenes Wasser.

Manche Geländer sind verrostet oder locker, andere fehlen ganz, so wie hier.

Kompletter Austausch

Empfohlen werde daher der komplette Austausch des Asphaltbelags samt Unterbau und den gepflasterten Kopfsteinflächen. Und wenn die Straße schon offen sei, könne es gleich weitergehen: In diesem Zug sollte eine Überarbeitung oder Erneuerung der Boden-Leitungen aller Sparten in Betracht gezogen werden.

Gestalterisch werde ein einheitliches Erscheinungsbild angestrebt, setzt die Stadtbaumeisterin bei allen Planungen voraus. "Hier wird erneut ein Asphaltbelag empfohlen. Denn die ganzjährige unfallfreie Benutzung ist mit durchgängigem Pflasterbelag, gerade an den Steigungen, nicht gesichert." Zusätzlich werde angeregt, die mit Bahnschienen gesicherte Felswand durch vier weitere zu ergänzen.

Rastplatz entsteht

Die lange Treppe zur Hauptstraße müsste repariert und mit neuem Geländer versehen werden. Als Variante sei angedacht, das Grundstück neben der beschädigten Treppe gestalterisch aufzuwerten. Zwei Zugangstreppen mit Granitstufen sollen den kleinen Platz erschließen. Durch drei neue Bäume, kleinere Büsche und Rasen könnte eine attraktive Insel entstehen, die zum Rasten einlädt.

Gespräche mit Grundstückseigentümern müssten noch geführt werden. Eine erste Kostenschätzung ohne Leitungssanierung, Bodengutachten und Schadstoffuntersuchungen ergäbe für Außenanlagen 576 000 Euro, plus Baunebenkosten dann Gesamtkosten brutto von rund 685 000 Euro. Nächster Schritt sei dann noch die Abstimmung der Förderfähigkeit mit der Regierung der Oberpfalz.

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